Stromversorgung Die passende Versorgung zur Automatisierungstechnik

Wago behauptet sich seit 2019 als Hersteller von Stromversorgungen, um seinen Kunden nicht nur Automatisierungstechnik, sondern auch die dazu passende Versorgung anbieten zu können. Klaus Böhmer gibt einen Einblick.

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Die Stromversorgung Pro 2 gibt jederzeit Auskunft über aktuelle Strom- oder Spannungswerte der Stromversorgung und angeschlossener Lasten.
Die Stromversorgung Pro 2 gibt jederzeit Auskunft über aktuelle Strom- oder Spannungswerte der Stromversorgung und angeschlossener Lasten.
(Bild: Wago)

Herr Böhmer, im April 2019 haben Sie begonnen die Stromversorgungen Pro 2 in den Markt einzuführen. Welche Rückmeldungen erhalten Sie von Ihren Kunden?

Wir erhalten sehr positive Rückmeldungen. Auf dem Markt tummeln sich viele internationale Hersteller. Wir waren daher schon gespannt, ob Kunden überhaupt gewillt sind, einen weiteren Hersteller zuzulassen. Es hat funktioniert. Das liegt sicherlich auch daran, dass Wago seit 1995 bekannt als Hersteller von Automatisierungstechnik ist. Nun ist es möglich, vom gleichen Hersteller die Versorgung der Geräte zu beziehen – und zwar in gleicher Qualität und auch in der hohen Funktionalität wie man sie von Wago gewohnt ist.

Ist die Pro 2 die erste Stromversorgung von Wago, die selbst entwickelt wurde?

Wir hatten zuvor bereits Netzteile in den Markt gebracht, die mit Hilfe von externen Partnern nach unseren Spezifikationen entwickelt wurden. Dabei haben wir uns stark auf die Kompetenz der Partner verlassen. Bei der Pro 2 haben wir einen sehr viel stärkeren Einfluss genommen – und zwar von Beginn an. Wir hatten für die ersten Schritte ebenfalls einen externen Partner, die Lastenhefte kamen aber bereits aus unserem Produktmanagement.

Klaus Böhmer ist Geschäftsführer der von Wago neu ausgegründeten Wago Electronics GmbH.
Klaus Böhmer ist Geschäftsführer der von Wago neu ausgegründeten Wago Electronics GmbH.
(Bild: Wago)

Worin unterscheidet sich die Pro 2 zu Standard-Stromversorgungen?

Die Pro 2 ist die Champions League der Stromversorgungen. Wir haben Eigenschaften in die Geräte integriert, die es weltweit in dieser Kombination – zumindest meines Wissens nach – so nicht gibt.

Können Sie die genannten Eigenschaften der Pro 2 konkretisieren?

Ein ganz wichtiger Punkt ist die Effizienz. Im direkten Vergleich zu anderen Geräten am Markt scheint der Unterschied, der im einprozentigen Bereich liegt, gar nicht so groß. Drückt man das Ganze aber in Leistung aus, wird er deutlich: Jedes Watt, das nicht als Verlustleistung im Gerät erzeugt wird, muss nicht als Wärme abgeführt werden. Das heißt, einerseits kann man deutlich kleiner bauen, die Geräte sind also sehr kompakt, was Platz im Schaltschrank spart. Andererseits werden durch die geringe Eigenerwärmung die Bauteile nicht so stark gestresst. Jedes Netzteil hat Kapazitäten, das sind mitunter die empfindlichsten Bauteile. Bei geringer Eigenerwärmung ist die Lebensdauer dieser Kapazitäten deutlich länger, als wenn man sie in einer höheren Umgebungstemperatur arbeiten lässt. Zusammengefasst erhält man also ein Gerät in kompakter Bauform bei gleichzeitig verlängerter Lebensdauer.

Wo reicht ein Standardgerät wie z. B. die Eco 2 aus und welche Mindestanforderungen werden erfüllt?

Die Eco 2 passt beispielsweise zu Anwendungen, die gut zugänglich sind und Anomalien sowieso schnell vom Maschinenbediener erkannt werden. Hier sind Monitoring-Funktionen eher unwichtig. Die Geräte sind generell einfacher aufgebaut, dadurch günstiger, aber eben auch nicht so kompakt. In Sachen Zuverlässigkeit stehen sie der Pro 2 aber in nichts nach – das ist uns bei Wago sehr wichtig.

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Kompetenzzentrum für Leistungselektronik

Die Wago Gruppe baut mit der neu gegründeten Wago Electronics GmbH ihr Know-how im Bereich der Stromversorgungen weiter aus. Am neuen Standort in Erwitte entstehen in Zusammenarbeit mit der Business-Unit Interface Electronics zum einen Stromversorgungen bis 960 W, zum anderen Geräte, die über 1 KW hinausgehen und kundenspezifische Neu- und Weiterentwicklungen. Das Team hat zum 1. März 2021 neue Räumlichkeiten in Erwitte bezogen und will nun weiter wachsen. Als Geschäftsführer konnte Wago Klaus Böhmer (hier im Interview) und Dennis Dusny gewinnen.

Welche Weiterentwicklungen planen Sie im Stromversorgungs-Portfolio von Wago?

In der Pro-2-Familie haben wir neue Variante mit lackierten Leiterplatten für aggressive Umgebungen entwickelt, was für die Prozessindustrie sehr interessant ist. Auch weitere Spannungsvarianten und Geräte mit verschiedenen Zulassungen, zum Beispiel für die Schiffsindustrie oder Windkraftanlagen, entstehen derzeit. Zudem sind wir dabei, eine neue Eco-2-Familie aufzulegen. Im unteren Leistungsbereich kommen erste Geräte jetzt auf den Markt. Es soll künftig auch Eco-2-Geräte mit höherer Funktionalität geben, um die Lücke zwischen Pro 2 und den einfachsten Geräten zu schließen.

Abschließend noch einen Ausblick auf die SPS...

Im Bereich der Stromversorgungen zeigen wir die neuesten Geräte der Pro-2-Familie. Zudem erfahren Messebesucher alles über die Leistungen der Wago Electronics GmbH.

Vielen Dank Herr Böhmer.

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