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Dezentrale Antriebstechnik Dezentrale Lösungen ermöglichen zuverlässigen Transport

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Weiter, schneller, flexibler: Die Ansprüche kilometerlanger und weit verzweigter logistischer Anlagen an die Förder- und Antriebstechnik sind hoch. Dezentrale Automatisierungskonzepte erfüllen sie aber.

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Am Flughafen Beijing-Daxing in China wird die Elektroinstallation für die Gepäcksortieranlage dezentral realisiert – zum Einsatz kommt dabei das podis-Energiebussystem von Wieland Electric.
Am Flughafen Beijing-Daxing in China wird die Elektroinstallation für die Gepäcksortieranlage dezentral realisiert – zum Einsatz kommt dabei das podis-Energiebussystem von Wieland Electric.
(Bild: Wieland)

Es muss schnell gehen, ohne Unterbrechungen oder gar Ausfälle. Schließlich handelt es sich um Gepäckstücke an Flughäfen oder Pakete in Verteilzentren. Sie müssen zügig und zuverlässig von A nach B bewegt werden, was in der Regel über weit ausgedehnte fördertechnische Anlagen erfolgt. Dies stellt hohe Anforderungen an die eingesetzte Automatisierungstechnik, die sich möglichst einfach und flexibel installieren lassen und für einen sicheren Betrieb mit reibungslosen Wartungsarbeiten sorgen sollte.

Ein Weg zum Ziel führt über dezentrale Automatisierungskonzepte, Systeminstallationen und Antriebskomponenten und betrifft unter anderem die Versorgung der einzelnen Antriebe von Transportlinien mit elektrischer Energie. Realisiert man das Ganze mit einem zentralen Schaltschrank, sind nicht nur unvorstellbare Mengen an Kabeln, sondern auch riesige Kabeltrassen erforderlich. So wird die elektrische Installation zu einer unvertretbaren Materialschlacht. Eine Möglichkeit, dies zu verhindern, ist der Einsatz von einem Energiebus in Form eines Flachleitungssystems.

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Erfolgsfaktor Energiebus

Mit einem dezentralen Konzept lässt sich die elektrische Versorgung in weitläufigen Anlagen einfach, schnell und sicher installieren sowie in hohem Maße strukturieren. Ein Beispiel dafür ist der Flughafen Beijing-Daxing International in China, für dessen Gepäckförderanlage rund 31 km Flachkabel, 750 Verteilermodule und 5700 Anschlussmodule des Energiebussytems Podis von Wieland Electric eingesetzt werden. Im Vergleich zu konventionellen Systemen mit Rohr- und Leitungstechnik ermöglicht das modulare System nicht nur eine flexible Verkabelung, sondern auch kurze Installations- und Inbetriebnahmezeiten mit 70 % Zeit- und 30 % Kostenersparnis. Das liegt an vorgefertigten und geprüften Komponenten, die vor Ort einfach zusammengesteckt werden.

Zudem macht der Podis-Energiebus den Betrieb von Anlagen nahezu wartungsfrei. Der Anschluss erfolgt mit Durchdringungskontaktierung. Einmal installiert, ist diese Anschlussart wartungsfrei für die gesamte Lebensdauer der Anlage. Aufgrund des Systemkonzepts können Abgriffe fehlerfrei ohne Prüfung gesetzt werden. So sind weitere Arbeits-, Zeit- und Kostenersparnisse möglich.

Integrierte Antriebslösung

Wird die dezentrale Energieverteilung mit einem geeigneten Motorstarter ergänzt, lässt sich in effizienter Weise eine integrierte Antriebslösung für logistische Anlagen realisieren. Angesichts der dort herrschenden, kontinuierlichen Bewegung spielt das Thema Sicherheit hier eine tragende Rolle. Schließlich sollten Gefahren für Menschen oder Schäden an der Anlage möglichst vermieden werden. Aus diesem Grund ist es von Vorteil, wenn der Motorstarter über integrierte Sicherheitsfunktionen wie STO (Safe Torque Off) verfügt und die funktionale Sicherheit ohne zusätzliche Sicherheitskomponenten erfüllt werden kann.

Anwendertreff Maschinensicherheit

Die Maschinensicherheit ist ein wichtiges Thema: Die richtigen Normen müssen berücksichtigt und die Anforderungen der Maschinenrichtlinie müssen eingehalten werden. Der Anwendertreff Maschinensicherheit unterstützt Entwickler und Konstrukteure, die funktionale Sicherheit von Maschinen und Anlagen zu gewährleisten.

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Plug-and-play reduziert Verdrahtungsaufwand

Ebenfalls hilfreich sind eine einfache Installation und Inbetriebnahme:

  • Ist alles nach dem Plug-and-play-Prinzip steckbar ausgeführt, lässt sich der Verdrahtungsaufwand gering halten und Zeit einsparen.
  • Auch die Parametrierung des Motorstarters sollte dabei möglichst einfach und ohne Softwareeinsatz erfolgen.
  • Konfigurationseinstellungen über DIP-Schalter mit Unterstützung moderner Hilfsmittel, zum Beispiel einem Web-Konfigurator, der sich über einen angebrachten QR-Code einfach und schnell über Smartphone oder Tablet durchführen lässt, sind dabei eine willkommene Alternative.
  • Da sich zudem viele große Logistikzentren über den Globus verteilt befinden, spielen hier vor allem diejenigen Motorstarter ihre Stärken aus, die über internationale Zulassungen verfügen.
  • Spezifische technische Merkmale wie unterschiedliche lokale Netze oder bestimmte Installationsvorschriften sollten dabei ebenfalls nicht zu einem Hindernis werden.

Dezentraler Motorstarter senkt Kosten

Ein Beispiel für eine Antriebskomponente, die die oben genannten Funktionen bietet, ist der neue Motorstarter Podis-MS 5HP von Wieland Electric. Der dezentrale Motorstarter in Schutzart IP65/Nema12 verfügt über die integrierte Sicherheitsfunktion STO (Safe Torque Off). Als kompakte Antriebslösung zum Betrieb von Asynchronmotoren ist der Reversier-Motorstarter zudem so konzipiert, dass mit einer einzigen Baugröße der Leistungsbereich von 0,25 kW bis 4 kW abgedeckt werden kann. Dies vereinfacht nicht nur die Planung und Projektierung von Anlagen, sondern trägt auch zu geringeren Lager- und Verwaltungskosten bei. Da es zudem nur eine Bestellvariante gibt, reduziert sich auch der Aufwand bei der Beschaffung und Materialwirtschaft.

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