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Druckluftmotor

Den geeigneten Pneumatikantrieb auswählen

| Redakteur: Dorothee Quitter

In der Pneumatik gibt es viele Faktoren, die die Leistung eines Druckluftmotors beeinflussen. Deprag Schulz zeigt in sechs Schritten, was der Konstrukteur beachten muss.

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(Bild: Deprag)

Schon bei der Auswahl des geeigneten Antriebs muss der Konstrukteur grundlegende Überlegungen anstellen, um den optimalen Motor zu finden. Drehmoment und Drehzahl festlegen, einen Druckluftmotor aus dem Katalog eines Anbieters auswählen und die Baugröße und Anschlüsse an die eigene Maschine abklären – so einfach ist es leider nicht. Deprag Schulz hat für die Auslegung von Druckluftmotoren einen Leitfaden entwickelt, bei dem in sechs Schritten nichts vergessen wird.

1. Bestimmung des Antriebssystems

Druckluftmotoren sind in vielfältigen Ausführungsvarianten erhältlich. Ihre Anwendung und die vorgesehene Betriebsdauer sind bei der Auswahl des richtigen Grundprinzips von entscheidender Bedeutung. Ein Druckluftlamellenmotor eignet sich für regelmäßige Einschaltzyklen. Möchte man diesen nonstop betreiben, muss man den Verschleiß der Lamellen und entsprechend kurze Wartungsintervalle berücksichtigen. Zahnradmotoren und Turbinen sind dagegen wartungsfrei und damit für den Dauerbetrieb besser geeignet. Hierbei ist wiederum abzuwägen, welche Drehzahlen in der Anwendung gewünscht sind. Turbinen und Zahnradmotoren drehen im oberen Drehzahlbereich bis ca. 140.000 min-1. Druckluftlamellenmotoren sind dagegen bis zu sehr kleinen Drehzahlen, z.B. 1 min-1, erhältlich. Ein ölfreier Betrieb ist bei allen drei Antriebsprinzipien möglich. Beim ölfreien Betrieb eines Lamellenmotors muss bei der Auslegung des Pneumatikmotors lediglich ein Leistungsverlust berücksichtigt werden.

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2. Festlegung des Motorenwerkstoffes

Bei trockener Umgebungsluft und einem normalen stationären Fertigungsbetrieb reicht ein günstiger Druckluftmotor mit Graugussgehäuse vollkommen aus. Deprag bietet hierzu ein breites Spektrum an preisgünstigen Basic-Line-Motoren. Für den Einbau in Robotern und Maschinen stehen eine Vielzahl von Schleifmotoren, Bohrmotoren und Fräsmotoren zur Verfügung, die sich durch geringes Gewicht und kompakte Bauweise auszeichnen. Für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie müssen Druckluftmotoren dagegen Reinigungsmitteln und Wasserdampf standhalten. Die Advanced-Line-Druckluftmotoren mit Außenteilen aus Edelstahl sind zusätzlich abgedichtet und mit lebensmittelkonformem USDA-H1-Fett geschmiert. Sogar unter Wasser lassen sich diese Pneumatikantriebe betreiben. Dabei ist jedoch entscheidend, in welcher Wassertiefe der Motor arbeiten soll. Wenn der Druckluftmotor unter Wasser anlaufen soll, kann man ihn bis zu einer Tiefe von 5 m einsetzen. Wird er an der Oberfläche gestartet, so kann er sogar bis zu einer Tiefe von 20 m tauchen, ohne Schaden zu nehmen. Muss ein Druckluftmotor sterilisierbar sein, wie es in manchen Medizintechnikanwendungen der Fall ist, wird dieser mit entsprechenden Sonderlamellen ausgestattet. So gibt es viele Anwendungsbeispiele, bei denen es sich lohnt, bereits bei der Konstruktion im Vorfeld direkt mit dem Hersteller von Druckluftmotoren über die eigene Anwendung zu sprechen und diese möglichst genau zu beschreiben.

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