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Process Mining Datenanalyse-Software erhält deutschen Zukunftspreis 2019

| Redakteur: Lilli Bähr

Nominiert waren nachhaltige Kunststoffe, ein Ultra-Hochfeld-MRT und eine neue Technologie für die Datenanalyse in Unternehmen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nun die Sieger mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet.

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Das Tool „Process Mining“ der drei Gewinner Alexander Rinke, Martin Klenk und Bastian Nominacher macht komplexe, miteinander verwobene Vorgänge in allen Bereichen eines Unternehmens sichtbar und entwirft auf dieser Basis Vorschläge für Veränderungen.
Das Tool „Process Mining“ der drei Gewinner Alexander Rinke, Martin Klenk und Bastian Nominacher macht komplexe, miteinander verwobene Vorgänge in allen Bereichen eines Unternehmens sichtbar und entwirft auf dieser Basis Vorschläge für Veränderungen.
(Bild: Deutscher Zukunftspreis/Ansgar Puden)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am 27. November die Gründer des Software-Unternehmens Celonis mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet. Celonis bietet Process-Mining-Softwaresysteme an, mit der Unternehmen alle digitalen Geschäftsprozesse analysieren und effizienter machen können.

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Schlüsseltechnologie für Industrie und Organisationen

Die Celonis-Gründer Bastian Nominacher, Martin Klenk und Alexander Rinke haben als Studierende der TUM eine Software für das sogenannte Process Mining entwickelt. Diese untersucht die alltäglichen Abläufe in Unternehmen, zeigt die Analysen in verständlichen Grafiken und schlägt Verbesserungen vor. Die automatisierte Unternehmensberatung lässt sich für alle möglichen Prozesse anwenden, die digitale Spuren hinterlassen, egal ob es um die Produktion eines Pharmaherstellers oder die Logistik eines Handelskonzerns geht.

Die Jury nannte die auf Künstlicher Intelligenz basierende Process-Mining-Software „eine neue Schlüsseltechnologie für Industrie und Organisationen, die Kosten senken und Produktivität sowie Sicherheit erhöhen kann.“

Die Technologie nutzt dazu generierte Daten aus digitalen Geschäftsabläufen, die in sogenannten Event Logs festgehalten werden. Durch deren Auswertung rekonstruiert das System die Prozesse sowie ihre gegenseitigen Verbindungen und Abhängigkeiten. Die Software soll dabei auch Engpässe oder Abweichungen von Zielvorgaben erkennen bevor sie eintreten.

In folgendem Video erläutert Alexander Rinke die Technologie:

Start-up schrieb eine rasante Erfolgsgeschichte

Das 2011 gegründete Start-up schrieb eine rasante Erfolgsgeschichte:
2015 war Celonis bereits das am schnellsten wachsende Technologieunternehmen Deutschlands, ein Jahr später gründeten die Münchner eine Niederlassung in New York. 2018 wurde das Unternehmen mit einer Milliarde US-Dollar bewertet. Die jüngste Finanzierungsrunde brachte vor wenigen Tagen eine Bewertung von 2,5 Milliarden Dollar.
Global Player und Mittelständler in 20 verschiedenen Branchen nutzen die Software, darunter ein Drittel der DAX-Unternehmen. Damit gilt Celonis als Weltmarktführer beim Process Mining.

Zukunftsträchtigste Technologie mit 250.000 Euro dotiert

Mit dem Deutschen Zukunftspreis zeichnet der Bundespräsident einmal im Jahr die zukunftsträchtigsten Technologien aus. Kriterien für die Jury sind vor allem der wissenschaftlich-technische Innovationsgrad, die Marktreife, das Potenzial für neue Arbeitsplätze und der Beitrag zur nachhaltigen Wertschöpfung. Der Preis ist mit 250.000 Euro dotiert.

Ebenfalls nominiert für den Deutschen Zukunftspreis 2019 waren:

Das Team 1 mit Dr. Christoph Gürtler, Dr. Berit Stange, und Prof. Walter Leitner, für ihre Arbeiten zu „CO2 – ein Rohstoff für nachhaltige Kunststoffe":

Das Team 3 mit Ph. D. Christina Triantafyllou, Prof. Arnd Dörfler und Prof. Mark E. Ladd,mit ihren Entwicklungen zur „Ultra-Hochfeld-MRT – Präzisionsmedizin zum Wohl der Patienten":

Sie wurden von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit einer Urkunde geehrt und durch die Jury in den „Kreis der Besten“ des Deutschen Zukunftspreises aufgenommen.

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