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Ergonomie

Das mitdenkende Hebegerät

| Redakteur: Dorothee Quitter

Intelligente Handhabungsgeräte entlasten nicht nur den Anwender beim eigentlichen Handhabungsvorgang – sie übernehmen auch eine Vielzahl an weiteren Aufgaben, wie ein kollaborativer Seilbalancer zeigt.

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Der Seilbalancer SRBC verbessert als teilautomatisiertes Handhabungssystem nicht nur die Ergonomie am Arbeitsplatz, sondern sorgt auch gesamtheitlich für einen sicheren Ablauf in der Prozesskette.
Der Seilbalancer SRBC verbessert als teilautomatisiertes Handhabungssystem nicht nur die Ergonomie am Arbeitsplatz, sondern sorgt auch gesamtheitlich für einen sicheren Ablauf in der Prozesskette.
(Bild: J.Schmalz)

Immer individuellere Produkte gehen mit immer komplexeren Prozessen einher. Unternehmen müssen sich daher immer mehr auf unterschiedlichste Handhabungsszenarien einstellen. Intelligente Handhabungsgeräte leisten einen wichtigen Beitrag, die wachsende Komplexität beherrschbar zu machen.

Manuelle Handhabung neu gedacht

Um das volle Potenzial, das Industrie 4.0 bietet, auch in der Handhabungstechnik zu erschließen, braucht es komplett neue Geräte. Schmalz hat mit dem kollaborativen Seilbalancer SRBC eine neue Klasse an Hebegeräten entwickelt, die von Grund auf für den Einsatz in der digitalen Produktionsumgebung entwickelt wurde. „Kollaborativ“ bedeutet hierbei weitaus mehr als nur eine Erweiterung bestehender Geräteklassen um Intelligenzfunktionen. Der neuartige, elektrische Seilbalancer denkt gewissermaßen für den Anwender mit. Mehr noch: Er nimmt ihm Arbeit ab, beugt Fehlern vor und erhöht somit auch die Sicherheit im Prozess. „Das System weiß genau, in welchen Situationen es was zu tun hat“, sagt Michael Schlaich, Leiter Geschäftsentwicklungsprozess Handhabung.

Der neue Seilbalancer kommt immer dann zum Einsatz, wenn Werkstücke bis 80 kg dynamisch kommissioniert oder präzise positioniert werden müssen. Für die Handhabung selbst stehen mechanische, elektrische sowie pneumatische und Vakuum-Lastaufnahmemittel zur Verfügung. Das Gerät reagiert auf die Bewegungsimpulse des Lastführers: Drei Motoren – im Schwenklager, für die Laufkatze sowie für den Hub – helfen dem Anwender dabei, Lasten nahezu ohne Kraftaufwand und damit äußerst ergonomisch zu bewegen und abzubremsen. Der Bediener muss zum Heben, Senken, Schwenken und Verfahren keine Taster betätigen. Der SRBC erkennt und unterstützt den Richtungswunsch an der Führung durch den Bediener. Er hält zudem vorgegebene Grenzen beim Schwenken ein: Für jeden Greifer können Arbeitsbereiche definiert werden, Beschädigungen durch ein zu weites Verfahren des Auslegers sind ausgeschlossen. Dank RFID-basierter Greifer-Erkennung weiß der Seilbalancer jederzeit, welche Art von Greifer angeschlossen ist.

Der elektrische Seilbalancer SRBC reagiert nicht nur auf die Bewegungs- impulse des Bedieners, er liest auch wichtige Prozessparameter automatisch aus, erkennt Raumgrenzen und passt die Dynamik der Längsbewegung dem Gewicht an.
Der elektrische Seilbalancer SRBC reagiert nicht nur auf die Bewegungs- impulse des Bedieners, er liest auch wichtige Prozessparameter automatisch aus, erkennt Raumgrenzen und passt die Dynamik der Längsbewegung dem Gewicht an.
(Bild: J.Schmalz)

Intelligente Systemfunktionen

Außerdem liest der Seilbalancer SRBC wichtige Prozessparameter automatisch aus – beispielsweise geleistete Betriebsstunden oder die maximal zulässige Last. Ein umfassendes Software-Paket sorgt dafür, dass sich der Bediener voll und ganz auf seine Aufgabe konzentrieren kann und die Systembedienung intuitiv abläuft. Die Software prüft, ob Objekte gehoben oder abgelegt werden dürfen, erkennt Raumgrenzen und passt die Dynamik der Längsbewegung dem Gewicht an. Je nach Anwendung übernimmt sie weitere Sicherheitsfunktionen: Beispielsweise können Bediener Lasten mit dem Vakuum-Greifer nur aufnehmen, wenn der Vakuum-Wert stimmt. Zudem ist ein Abfallen der Last ausgeschlossen.

Systemgrenzen, andere Ablagepositionen oder die Handhabungsarten passt der Anwender direkt am Griff an. „Damit lassen sich beispielsweise zunächst zerbrechliche Glasscheiben vorsichtig und präzise positionieren, während direkt im Anschluss der Bauteilrahmen schnell an seinen Verbauort gehoben wird“, erklärt Michael Schlaich. Das komplette Verhalten des Handhabungssystems kann objektspezifisch verändert werden, mit dem Ziel, eine einfache und vor allem sichere Handhabung für den Bediener wie auch für das Bauteil zu erreichen.

Teil der digitalen Fabrik

Schmalz hat das neue Handhabungssystem auf die wachsenden Anforderungen der Digitalisierung ausgelegt: Ausgestattet mit verschiedenen Sensoren erfasst es Zustands- und Performancedaten, die künftig bei der Integration in eine digitale Prozesslandschaft über IO-Link und Ether-CAT zur Verfügung gestellt werden können. Damit sind Funktionen wie Condition Monitoring und Predictive Maintenance zur Verbesserung des Gesamtsystems möglich. Eventuelle Fehler meldet das System direkt auf das Display im Bediengriff. Das teilautomatisierte Handhabungssystem verbessert somit nicht nur die Ergonomie am Arbeitsplatz, sondern sorgt gesamtheitlich für einen sicheren Ablauf in der Prozesskette. „Mit all diesen Funktionen erschließen wir völlig neue Möglichkeiten zur Optimierung und Integration von Handhabungsabläufen in der digitalen Produktionsumgebung“, fasst Michael Schlaich zusammen. (qui)

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