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E-Bike Das Chamäleon unter den Fahrrädern

2015 erhielt das multifunktionale Tandem- und Lasten-Fahrrad Pino ein neues Rundumkonzept mit Steps-Tretlagermotor von Shimano. Dahinter steckt eine clevere Konstruktion.

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(Bild: Hase Bikes)

Das Besondere am Pino ist, dass es das flexibelste und einzige Fahrzeug ist, das sich mit wenigen Handgriffen und ohne Werkzeug sowohl zum Tandem für zwei Erwachsene, Kindertaxi oder Lastenrad umrüsten lässt“, erklärt Marec Hase, Geschäftsführer Hase Bikes.

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Um alle Funktionen optimal nutzen zu können, gibt es das Pino nun auch mit einem Shimano-Steps-Tretlagermotor. „Beim Pino Steps handelt es sich um ein Pedelec. Der Tretlagermotor unterstützt bis 25 km/h“, sagt Hase. Vor allem in bergigen Gegenden oder bei der Nutzung als Lastenrad soll der Motor eine enorme Erleichterung darstellen. Der Steps Tretlagermotor liefert 250 W Dauerleistung und bis zu 500 W Spitzenleistung. Der Lithium-Ionen-Akkumulator hat bis zu 418 Wh Kapazität. Je nach Einsatz, Unterstützungsgrad und Eigenleistung des Fahrers, kann dieser im Durchschnitt mit einer Akkuladung 40 km bis 60 km zurücklegen.

E-Bike-Rahmen neu konstruiert

Für die Umrüstung zum Pino Steps, konstruierten die Entwickler bei Hase Bikes einen komplett neuen Rahmen zur Aufnahme des Tretlagermotors. Dieser ersetzt nun das Tretlager. Der Akku sitzt im Rahmendreieck. Das ursprüngliche Platzangebot wird so in keiner Weise eingeschränkt und es lässt sich weiterhin multifunktional nutzen. Aufgrund des tief sitzenden Schwerpunktes des Rahmens, ist das Pino leicht zu handhaben, auch wenn es nur von einer Person genutzt wird.

Um eine multifunktionale Nutzung zu gewährleisten, haben sich die Entwickler bei Hase Bikes einige Kniffe einfallen lassen. Als Transport- und Lastenrad gibt es beispielsweise drei Gepäckplätze: 30 kg finden auf dem Gepäckträger Platz, 40 kg auf dem Porter Rack und 120 l in der Porter Bag bzw. 80 l in der City Bag. Wer alleine fährt, kann eine der beiden Bags auf den vorderen Sitz montieren. Ist man zu zweit unterwegs, gibt es immer noch genügend Möglichkeiten den Picknickkorb, Einkäufe oder sonstiges Gepäck zu transportieren.

Kinder können ebenfalls im Liegesitz Platz nehmen und sogar mittreten. Dafür sorgt ein separat entwickeltes Kindertretlager, das sich in zwei Minuten einsetzen lassen soll. „Zudem bieten wir weiteres Zubehör, mit Hilfe dessen sich große und kleine Menschen sowie Menschen mit Behinderungen am Fahrspaß beteiligen können. Dazu zählen ein Handantrieb, Spezialgurte, Spezialpedale und Beinablagen“, ergänzt Hase.

Kurzer Achsabstand sorgt für Wendigkeit

Trotz dieser vielen Funktionen und Anbauteile bleibt das Pino wendig. Dafür sorgt der kurz gehaltene Abstand zwischen den Achsen der beide Räder (kurzer Radstand). Der Rahmen ist für den Transport teilbar – ein weiteres cleveres Detail.

Das Funktionsprinzip des Pino ist schnell erklärt. Hinten sitzt der Pilot im Aufrechtsitz. Er lenkt, bremst, schaltet und tritt in die Pedale. Vorne nimmt der Co-Pilot im Liegesitz Platz und unterstützt beim Treten mit eigenem Tretlager. „Mit der E-Variante ist das Pino-Konzept für uns nun rund um abgeschlossen. Vielleicht fallen uns in Zukunft auch noch weitere Kniffe ein. Man weiß ja nie“, sagt Hase.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Redakteurin, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht