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Getriebemotor Da geht noch was: Ein neuer Getriebemotor tritt den Beweis an

Redakteur: Ute Drescher

Haben Getriebe einen Entwicklungsgrad erreicht, der keine großen Schritte mehr zulässt? Lenzes Entwickler haben den kompletten Antriebsstrang als mechatronisches System betrachtet. Das Ergebnis: der Getriebemotor bietet viel Entwicklungspotenzial.

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In Sachen Energieeffizienz ist der g350 ein echter Pluspunkt für Rollen und- Gurtbänder.
In Sachen Energieeffizienz ist der g350 ein echter Pluspunkt für Rollen und- Gurtbänder.
(Bild: © Ryan McVay)

Zu Hunderttausenden sind vierpolige Standardasynchronmotoren allein in deutschen Logistikzentren als Dauerläufer im Einsatz. In angepassten Leistungsgrößen geben sie mit einer Drehzahl von ca. 1500 min-1 vor allem dem horizontalen Materialfluss verlässlichen Antrieb. Damit sich diese durch die Netzfrequenz fixierte Drehzahl verändern lässt, kommen Getriebe zum Einsatz. Sie haben neben ihrer eigentlichen Aufgabe der Drehmomenterhöhung an der Abtriebswelle den Job, die für den Prozess notwendige Drehzahl zu liefern. Dieser Aspekt hat zweistufige Getriebe zur Folge gehabt – und eine kaum zu überblickenden Variantenvielfalt unterschiedlicher Übersetzungsverhältnisse.

An dieser Stelle lässt sich jetzt folgende These aufstellen: Wenn bei Getriebemotoren im Netzbetrieb die erste Getriebestufe vor allem dafür verwendet wird, die Wunschdrehzahl zu erhalten, dann kann diese entfallen, wenn es einen anderen Weg gibt, die Festdrehzahl unabhängig vom Drehmoment variabel einzustellen. Dieser Fragestellung ist Lenze gefolgt und hat mit dem g350 die passende Antwort gefunden.

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Wenige Typen für mehr Möglichkeiten

Der neue Getriebemotor g350 lässt sich beschreiben als hochintegrierte Einheit aus Kegelradgetriebe und intelligentem Motor – dem Lenze Smart Motor. Das Verschmelzen zu einer für die horizontale Fördertechnik konzipierten Lösung erfolgt dabei eben nicht mehr durch einen Baukasten aus unterschiedlichen Motoren und Getrieben mit ihrerseits nochmal unterschiedlichen Übersetzungsverhältnissen.

Vielmehr reduziert sich die Varianz auf gerade einmal sechs Typen. Es gibt drei Baugrößen mit Nennmomenten von 25 Nm, 50 Nm und 75 Nm – Schluss. Der Faktor Zwei kommt ins Spiel, weil es die Einheiten in den zwei Ausbaustufen – mit und ohne Bremse – gibt. Mit diesen drei Nennmomenten bietet Lenze für den Materialfluss einen weitreichend einsetzbaren Lösungsraum. Die Frage nach der für eine Anwendung notwendigen Kraft ist damit beantwortet. Doch wie sieht es mit der Drehzahl aus? Es ist ja nicht davon auszugehen, dass alle in der Intralogistik auf einmal mit der gleichen Geschwindigkeit unterwegs sind.

Feste Drehzahlen selbst einstellen

Lenze hat dafür mit dem Lenze Smart Motor vor etwa zwei Jahren den Grundstein gelegt. Dank der integrierten Elektronik mit cleverer Software ist es möglich, die Drehzahl des Motors zu verändern. Damit es an dieser Stelle keine Missverständnisse gibt: Es geht hier nicht um eine Drehzahlsteuerung per Frequenzumrichter, sondern darum, Festdrehzahlen einstellen zu können. Wie schnell sich der Motor drehen soll, gibt der Anwender ganz einfach mit der Lenze-App auf seinem NFC-fähigen Smartphone ein. Beim Getriebemotor g350 macht dieser an der Getriebeausgangswelle dann Drehzahlen zwischen 42 min-1und 221 min-1. Spätestens jetzt wird deutlich, welches Potenzial der neue g350 als weiteres Smart Product von Lenze bietet. Die bis dato herrschende Varianz an Getriebemotoren ist Geschichte, weil diese sich in der elektronischen Drehzahlverstellung wiederfindet. Die oben geschilderte Funktion der ersten Getriebestufe wandert damit quasi in die Elektronik des Smart Motors.

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