Klebstoffe

Bei Strukturklebstoffen ist die Auswahl entscheidend

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Verbindungen mit dynamischen Belastungen

Für eine Vielzahl unterschiedlicher Substrate eignen sich acrylatbasierte Klebstoffe, einschließlich der meisten thermoplastischen Werkstoffe. Sie werden bei vielen Verbindungen, die dynamischen Belastungen ausgesetzt sind, ausgewählt. Zudem härten sie schnell aus. Da sie jedoch in der Regel einen intensiven Geruch entwickeln, sollten große Klebstoffmengen nur in gut belüfteten Bereichen verarbeitet werden.

Acrylatbasierte Klebstoffe sind entweder als einkomponentige Produkte mit separatem Aktivator oder als zweikomponentige Klebstoffsysteme erhältlich. Die einkomponentigen Klebstoffe müssen nicht angemischt werden. Der Klebstoff wird auf das eine Substrat aufgetragen, der Aktivator auf das andere, und der Aushärtevorgang beginnt erst, wenn die zwei Oberflächen zusammengebracht werden. Bei zweikomponentigen Systemen werden Aktivator und Klebstoff mithilfe einer Mischdüse gemischt und dann auf eine der Klebeflächen aufgebracht.

Silikone auch bei tiefen Temperaturen hochelastisch

Im Gegensatz zu den oben genannten Klebstoffsystemen, die alle auf Basis organischer Rohstoffe aufgebaut sind, haben Silikonklebstoffe ein anorganisches Gerüst. Silikone bleiben, im Gegensatz zu organischen Klebstoffen, auch bei tiefen Temperaturen bis zu minus 90 Grad Celsius hochelastisch. Sie zeichnen sich außerdem durch eine hohe Dauergebrauchstemperatur bis 200 Grad Celsius und durch hohe UV-Beständigkeit aus. Als Klebstoff werden sie dort eingesetzt, wo eine hohe Flexibilität und eine gute Beständigkeit gegen hohe Temperaturen gefordert sind.

Silikonklebstoffe sind als ein- und zweikomponentige Systeme erhältlich. Das Einsatzgebiet von einkomponentigen Silikonen reicht vom Fügen bei der Herstellung von Bügeleisen über den Fahrzeugbau und die Elektrotechnik bis hin zu Spezialanwendungen in der Luft- und Raumfahrttechnik. Zweikomponentige Silikone finden in der Elektroindustrie, der Produktion von Haushaltsgeräten und in der Fahrzeugindustrie Verwendung. Sie werden vor allem dort eingesetzt, wo die vorhandene Luftfeuchtigkeit nicht ausreicht, um den Härtungsprozess von einkomponentigen Silikonen vollständig ablaufen zu lassen, oder wenn der Produktionsprozess beschleunigt werden soll.

MS-Polymere mit guter Verformungsbeständigkeit

Silanmodifizierte Polymerklebstoffe, oft auch MS-Polymer Klebstoffe genannt, zeigen sehr gute Haftungseigenschaften auf einer Vielzahl von Substraten. Die Klebungen verfügen über eine thermische Dauerbeständigkeit von ca. 80 bis 100 Grad Celsius, eine hohe Elastizität – also eine gute Verformungsbeständigkeit auch bei tiefen Temperaturen – und eine hohe UV-und Witterungsbeständigkeit. Klebstoffe auf Basis von MS-Polymeren werden unter anderem für Klebungen im Waggon- und Containerbau, im Apparatebau, in der Metall- und Blechverarbeitung, der Solartechnik, bei Fassaden- und Fensterklebungen, der Klima- und Lüftungstechnik sowie in der Reinraumtechnik und in sonstigen Bauanwendungen eingesetzt. Die Klebstoffe sind frei von Silikonölen, dadurch ergeben sich bei der Weiterverarbeitung geklebter Teile keine Probleme mit der Lackierung. (jus)

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