Wasserstoffbetriebener Zug Bayern unterstützt Probebetrieb im Freistaat

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Siemens Mobility will seinen Regionalzug Mireo sowohl als Wasserstoff- als auch als batteriebetriebenen Zug anbieten. Für den Probebetrieb der Wasserstoffvariante gibt es jetzt Unterstützung vom Freistaat Bayern.

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Der zweiteilige Triebzug soll unter anderem auf der Strecke Augsburg - Füssen getestet und ab Mitte 2023 eingesetzt werden.
Der zweiteilige Triebzug soll unter anderem auf der Strecke Augsburg - Füssen getestet und ab Mitte 2023 eingesetzt werden.
(Bild: Siemens)

Die Bayerischen Staatsministerien für Wirtschaft und Verkehr unterstützen die Durchführung eines Probebetriebs mit einem wasserstoffbetriebenen Zug der Siemens Mobility GmbH im Freistaat. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde letzte Woche von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Verkehrsministerin Kerstin Schreyer mit Spitzenvertretern von Siemens Mobility und der Bayerischen Regiobahn (BRB) unterzeichnet.

Die Technologiepartnerschaft zwischen Siemens Mobility und dem Land Bayern ermöglicht die Weiterentwicklung des Mireo Plus H für Bayern und unterstützt einen klimafreundlichen Personenverkehr im Land.

Karl Blaim, Geschäftsführer, Siemens Mobility

Neue Generation von Batterien

Der Pilotbetrieb im Netz der Bayerischen Regiobahn (BRB) ist auf 30 Monate angelegt. Nach Angaben von Siemens Mobility wird der wasserstoffbetriebene Zug auf Basis der Mireo Plus H-Plattform entwickelt. Er soll auf oberleitungsfreien Strecken fahren und hat eine Reichweite von bis zu 800 km. Die Hauptkomponenten der Wasserstofftraktion sind zwei auf dem Dach montierte Brennstoffzellen, heißt es. Komplettiert wird das System von Unterflurbatterien neuester Generation der Firma Saft. Vorgestellt wird der Zug im Frühjahr 2022 der Öffentlichkeit. Erste Sonderfahrten in Bayern sind dann für das Jahr 2023 geplant, bevor das Fahrzeug im Januar 2024 den offiziellen Passagierbetrieb aufnimmt.

Bayerische Regiobahn als Tester

Wir haben uns dazu bereiterklärt, die Wasserstofftechnologie zu testen und den Zug der Firma Siemens Mobility im Fahrgastbetrieb zu erproben, weil wir neugierig und offen für alternative Antriebsformen auch im Eisenbahnbereich sind.

Arnulf Schuchmann, technischer Geschäftsführer der Bayerischen Regiobahn

Innerhalb der Transdev-Gruppe, zu der die Bayerische Regiobahn gehört, besteht bereits Erfahrung mit alternativen Antrieben im Busbereich. Es sei aber bei Weitem nicht damit getan, den Wasserstoffzug aufs Gleis zu setzen, heißt es. Viele Aspekte müssten beachtet werden wie Sicherheitsauflagen, Schulung der Mitarbeitenden, die Betankung des Fahrzeugs, die Strecken, auf denen der Zug unterwegs sein soll.

Wasserstoffproduktion in Wunsiedel

Mit dem offiziellen Spatenstich begannen Anfang Juli in Wunsiedel die Bauarbeiten für eine Wasserstofferzeugungsanlage mit einer Anschlussleistung von 8,75 Megawatt. Pro Jahr sollen dort bis zu 1.350 Tonnen des Gases ausschließlich mit regenerativer Energie zum Beispiel aus Photovoltaik oder Windkraft hergestellt werden. Durch den Einsatz dieses Wasserstoffs in Verkehr und Industrie können jährlich bis zu 13.500 Tonnen CO 2 vermieden werden. Siemens Smart Infrastructure errichtet als Generalunternehmer die Gesamtanlage und Siemens Financial Services (SFS) beteiligt sich an der Eigenkapitalfinanzierung sowie mit einem Anteil von 45 Prozent an der Betreibergesellschaft WUN H2 GmbH. Die Anlage soll Sommer 2022 in Betrieb gehen.

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