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Kleben Barriere-Klebebänder verkapseln OLEDs zuverlässig

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

OLEDs sind anfällig gegenüber Umwelteinflüssen. Daher müssen sie mit höchster Präzision verkapselt werden, um vor allem in der Elektronikindustrie effiziente Prozessabläufe zu ermöglichen. Tesa hat ein Spezial-Klebeband entwickelt, das die Leuchtdioden vor Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit schützt.

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Die transparenten Barriere-Tapes lassen sich per Rolle-zu-Rolle-Verfahren sicher verarbeiten. Der Prozess dient der vollflächigen OLED-Verkapselung.
Die transparenten Barriere-Tapes lassen sich per Rolle-zu-Rolle-Verfahren sicher verarbeiten. Der Prozess dient der vollflächigen OLED-Verkapselung.
(Tesa)

Zurzeit befinden sich diese Barriere-Tapes bei Geräteherstellern und Zulieferern der Elektronikindustrie, darunter auch etliche Global Player, im Kundentest. Die transparenten Klebebänder verkapseln vollflächig das im Vakuum aufgedampfte OLED-Material. Welche extrem hohen Anforderungen an die Tapes gestellt werden, macht folgender Vergleich deutlich: Hinsichtlich der OLED-Verkapselung gilt für die Wasserdampf-Durchlässigkeit – die sogenannte Water Vapor Transmission Rate (WVTR) – ein 100.000-mal niedrigerer Wert, als ihn die Lebensmittelbranche beispielsweise für Milchtüten vorschreibt. Über viele Jahre hinweg darf bei Raumtemperatur also keine Luftfeuchtigkeit in die OLEDs eindringen. Mit den Barriere-Tapes entspricht Tesa diesen Anforderungen.

"Innere" Restfeuchte minimieren

Sauerstoff und Wasserdampf von außen abzuhalten, ist das eine. Doch was passiert mit der „inneren“ Restfeuchtigkeit, die jede Klebmasse aufweist? Tesa hat dafür die Dry-Seal-Liner-Technology entwickelt. Das System innerhalb dieser patentierten Technologie funktioniert wie ein Schwamm. Schon beim Transport der in Aluminium-Behälter eingeschweißten Tapes bewirkt eine Trennfolie, dass die doppelseitigen Klebebänder ihre Restfeuchtigkeit abgeben. Während der OLED-Verkapselung wird diese, mit kleinsten Flüssigkeitsmengen angereicherte Folie entfernt. Zurück bleibt ein extrem trockenes Klebeband.

Die dünnen, doppelseitig klebenden Barriere-Tapes eignen sich für sämtliche OLED-Display-Anwendungen, zum Beispiel in Mobiltelefonen aber auch für Bildschirme. „Unsere marktreifen Klebebänder machen jede Evolution in der Elektronikindustrie mit. Aufgrund ihrer Produkt-Eigenschaften sind sie geradezu prädestiniert, schon demnächst auch in flexiblen OLED-Bauelementen zum Einsatz zu kommen“, erklärt Industrievorstand Dr. Robert Gereke von Tesa. „Darüber hinaus eröffnet uns der Bereich ‚Lighting‘ völlig neue Wachstumschancen.“

Entwicklung für weitere Anwendungsbereiche

Die Klebebänder gibt es als Rollenware in 25 und 50 Mikrometern (1 µm = 1/1000 mm) Dicke. Die optisch klaren Tapes lassen sich sowohl in „starren“ Produktionsprozessen als auch im Rolle-zu-Rolle-Verfahren schnell und sicher verarbeiten. Wechselwirkungen zwischen OLED-Materialien und dem Barriere-Tape treten nicht auf. Bei der Weiterentwicklung der Klebebänder für unterschiedliche Anwendungsbereiche arbeitet Tesa unter anderem mit führenden Consumer-Electronics- als auch Display-Produzenten in Asien eng zusammen.

Die OLED-Technologie ist für Bildschirme, unter anderem in Smartphones, Tablet-Computern und TV-Geräten sowie für Displays bestens geeignet. Ein weiteres Einsatzgebiet mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten sehen Experten im Bereich der großflächigen Raumbeleuchtung. Zum Beispiel könnten die industriell gefertigten „Glühwürmchen“ in naher Zukunft Tapeten erstrahlen lassen, komplette Fenstergläser ersetzen und auch im Bad dürfte eine Kombination aus Spiegel und Lampe mittelfristig Standard sein.

Steigender Umsatz für OLEDs

Laut dem Marktforschungsinstitut Display-Search wird bereits im Jahr 2019 ein weltweites Marktvolumen von mehr als 30 Milliarden Euro allein für OLED-Displays angenommen. Bis dahin erwarten Experten in diesem Bereich durchschnittliche jährliche Wachstumsraten von 35 %. Eine Untersuchung zum weltweiten Umsatz mit TV-Geräten auf OLED-Basis sagt für das Jahr 2014 einen Umsatz von mehr als 10 Milliarden Euro vorher; für 2017 werden rund 12,6 Milliarden Euro prognostiziert. Im vergangenen Jahr verzeichnete dieses Segment ein globales Umsatzvolumen von lediglich 365 Millionen Euro. (sh)

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