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Automatisierung Automatisierungsplattform für die Zukunft

| Redakteur: Jan Vollmuth

Die neue skalierbare Automatisierungsplattform ctrlx Automation von Bosch Rexroth hebt die Grenzen zwischen Maschinensteuerung, IT und dem Internet der Dinge auf.

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Die neue Automatisierungsplattform CtrlX Automation von Bosch Rexroth soll den Engineering-Aufwand um 30 bis 50 % reduzieren.
Die neue Automatisierungsplattform CtrlX Automation von Bosch Rexroth soll den Engineering-Aufwand um 30 bis 50 % reduzieren.
(Bild: Bosch Rexroth)

Der Maschinenbau wird seit einigen Jahren von verschiedenen Trends geprägt: Auf der einen Seite spielt Vernetzung eine zunehmende Rolle, angefeuert durch das Internet der Dinge (IoT), zum anderen rückt die Software-Entwicklung immer stärker in den Mittelpunkt. Diese Trends stellen die Automatisierung vor neue Herausforderungen: von der Hardware, über die Steuerung und Feldkommunikation, bis hin zur Applikationsentwicklung.

Neue Freiheit bei der App-Entwicklung

An diesem Punkt setzt Bosch Rexroth mit der neuen Automatisierungsplattform ctrlx Automation an. Diese Plattform umfasst neueste Software-Technologien für das Engineering sowie sämtliche SPS- und Motion-Aufgaben. Durch vorgefertigte, selbst erstellte und erstellbare Apps können Softwarefunktionen nahezu beliebig kombiniert werden. Für die Programmierung von Apps stehen zahlreiche Programmiersprachen wie C++, Skriptsprachen wie Python oder dem grafischen Code Editor Blockly bereit. Das eröffnet Maschinenherstellern völlig neue Freiheitsgrade.

Ein Vorteil dieser Vielfalt: Mit ctrlx Automation können Anwender selbst entscheiden, ob sie Anwendungen klassisch nach IEC 61131, PLCopen oder G-Code oder in Hoch- bzw. Internetsprachen programmieren. Das macht Maschinenhersteller weniger abhängig von Spezialisten für SPS und proprietäre Systeme.

Die Konfiguration und Inbetriebnahme der Automatisierungskomponenten erfolgen komplett webbasiert ohne Softwareinstallation. Die ctrlx Automation-Systemumgebung steht zudem komplett virtuell zur Verfügung, sodass die Programmierung ohne Hardware erfolgen kann. Die vorhandene Systemfunktionalität kann jederzeit über eigene Prozessfunktionen, Apps und Open Source Software erweitert werden. Insgesamt reduziert ctrlx Automation nach Angaben von Bosch Rexroth auf diese Weise den Engineering-Aufwand um 30 bis 50 % und verkürzt damit die Time-to-Market neuer Maschinen erheblich.

Auf Kommunikation eingestellt

Mehr als 30 direkte Anschlussmöglichkeiten und Kommunikationsstandards bieten maximale Flexibilität für die wirtschaftliche und durchgängige Vernetzung von der Feldebene bis in die Cloud. ctrlx Automation ist außerdem auf zukünftige Kommunikationsstandards wie TSN und 5G vorbereitet.

Die Automatisierungsplattform basiert auf einer neuen Generation von Multicore-Prozessoren, die ausreichend Rechenleistung für nahezu alle Automatisierungsaufgaben zur Verfügung stellen. Die High-Performance CPU kann in Embedded PCs, Industrie PCs oder direkt in Antriebe integriert werden. Der komplett neu entwickelte Hard- und Software-Baukasten wird durchgängig alle Automatisierungsaufgaben von einfachen Steuerungsanwendungen über IoT-Lösungen bis hin zur High Performance Motion Control abdecken, erklärt Bosch Rexroth.

Konstruktiver Aufwand reduziert

Erste Anwender, unter anderem in der Reifenindustrie, starten bereits die Integration der im Vergleich zur Vorgängergeneration um bis zu 50 % kompakteren und bis zu 35 % leichteren Antriebe ctrlx Drive in ihre Anlagen. Bei großen Portalen für das Stapeln von Reifen fahren diese in Schaltschränken mit. Damit sinkt der konstruktive Aufwand in der Mechanik, das geringere Gewicht spart Energie bei jeder Bewegung. Die vollständig im Antrieb integrierte Steuerung ctrlx Core beansprucht keinen zusätzlichen Bauraum.

Auch in der Intralogistik gibt es erste Anwendungen: Bei mitfahrenden Antrieben in Regalbediengeräten und großen Portalachsen sowie bei schaltschrankbasierten Handlingsystemen sinkt der Energieverbrauch dank ctrlx Drive, der Schaltschrank wird minimiert. Der gekoppelte DC-Zwischenkreis und die Software-Funktion Smart Energy Mode reduzieren die notwendige Anschlussleistung um bis zu 70 %.

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