Steckverbinder Auf dem Weg zur universellen Schnittstelle

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Die etablierten Industriesteckersysteme lassen sich zwar flexibel an die jeweiligen Einsatzbedingungen anpassen, zeigen aber hinsichtlich Handhabung, Haltbarkeit und Montage Schwächen: Hier setzt Eisele mit seinem Know-how aus der Konstruktion und Fertigung des Multiline-Baukastens für innovative Mehrfachkupplungen an.

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Eisele geht bei der Weiterentwicklung gängiger Industriestecker neue Wege.
Eisele geht bei der Weiterentwicklung gängiger Industriestecker neue Wege.
(Bild: Eisele)

Mit der Entwicklung der Multiline Adaptiv und der Multiline E hat die Eisele Pneumatics GmbH & Co. KG ambitionierte Ziele in ein völlig neuartiges Produkt umgesetzt. Augenmerk legt der Waiblinger Experte für Ganzmetallanschlüsse aber auch auf die aktuell gängige Lösung für die Zentralversorgung von Maschinen und Anlagen: Die klassischen Industriestecker, auch als „Harting-Stecker“ bekannt, sind weit verbreitet und eine Vielzahl von Anlagen ist an ihren elektrischen Schnittstellen auf diesen Steckertyp ausgerichtet, so dass man von einem historisch gewachsenen Marktstandard sprechen kann, der insbesondere aufgrund der robusten Gehäusebauweise weit verbreitet ist.

Die verwendeten Steckerbausätze haben jedoch deutliche Nachteile: Zum einen ist der Zusammenbau nur mit Werkzeugen möglich, zum anderen sind die verwendeten Kunststoffeinsätze im Gegensatz zu den Gehäusen fragil und wenig haltbar. Hinzu kommt, dass Änderungen der Steckerbelegung oder -ausstattung nur kompliziert umsetzbar sind, da der Stecker hierfür zerlegt werden muss. Kommt es zu Fehlern wie Wackelkontakten oder ähnlichem, ist die Fehlersuche aufwändig. Bei Defekten müssen oft ganze Komponenten getauscht werden.

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Weiterentwicklung des Marktstandards

Eisele begegnet diesen Nachteilen mit der Übertragung des Baukastenprinzips der Multiline Adaptiv und Multiline E auf die marktgängigen Industriestecker durch robuste Adapter. Acht Anschlüsse können in einen solchen Adapter integriert werden. Wie bei der neuen Multiline E können dank des perfekt abgestimmten modularen Designs verschiedene Anschlusstypen und Medien sowie verschiedene Anschlussdurchmesser flexibel in den Industriestecker integriert werden. Ändern sich die Anforderungen, wird der Stecker einfach und werkzeugfrei per Hand angepasst. Montageaufwand und Rüstzeit im Anlagenaufbau, bei der Wartung oder bei Reparaturen lassen sich mit dieser Weltneuheit signifikant verringern. Durch ein komplett modulares Baukastensystem, in dem alle Einzelteile zueinander kompatibel sind, markiert dieses System einen entscheidenden Fortschritt gegenüber den bisherigen Lösungen.

Die Adaptiveinsätze sind unabhängig von Schlauchgrößen, Kabelart und Material nach Bedarf bestückbar. Mehrere Materialien (Alu, Edelstahl, Messing), verschiedene Durchmesser und unterschiedliche Absperrfunktionen und Dichtungen sowie E-Stecker-Varianten machen das modulare System zu einem echten Baukasten.

Alles steckt in einem Strang

Dank des streng modularen Prinzips lassen sich nicht nur Elektro- und Elektronikleitungen, sondern auch Pneumatik, Gase, Kühlwasser und Flüssigkeiten in einem Industriestecker zusammenfassen. Die Weiterentwicklung der Industriestecker hat Eisele in Kooperation mit der Murrelektronik GmbH aus Oppenweiler vorgenommen. Dank des breiten Komplettsortiments von Murrelektronik sind der Konfiguration der Industriestecker kaum Grenzen gesetzt.

Das E-Stecker-Programm startet mit den weit verbreiteten und genormten M12-Rundsteckverbindern in verschiedenen Bauweisen für unterschiedliche Anwendungen. Dazu gehören A-Codierung, Cube6, Profibus, Ethernet und drei bis zwölf Pole. Je nach Bedarf an weiteren Bauformen kann der Kunde hier auf das komplette Lieferprogramm von Murrelektronik zurückgreifen. Das gleiche gilt für die Konfiguration der Anschlusskabel. Sie können zum Beispiel schleppkettentauglich, halogenfrei, chemisch beständig oder mit allen gängigen elektrischen Zertifizierungen in jeder benötigten Länge geliefert werden. Die Anschlusskabel lassen sich entweder mit vorkonfigurierten Steckern an die entsprechenden Adaptiveinsätze anschließen oder sie werden mit vorkonfektionierten Leitungen geliefert. Selbstverständlich können die Anwender die Verkabelung der Anschlüsse auf Wunsch auch selbst vornehmen und freie Leitungsenden bestellen.

Vorteile und Entwicklungsperspektiven

Mit der Übertragung der Vorteile der Multiline Adaptiv auf die bestehenden Industriesteckerplattformen ergeben sich für den Anwender kürzere Montagezeiten und weniger Stillstandzeiten bei der Instandhaltung. Die Maschinenversorgung kann über die bisher rein elektrische und elektronische Versorgung hinaus komplett in einer Schnittstelle vorgenommen werden. Die Adaptiveinsätze für Gase und Flüssigkeiten sind mit und ohne Absperrung oder tropffrei erhältlich, so dass sie sich auch unter Druck sicher koppeln und entkoppeln lassen und beim kombinierten Einsatz mit den E-Steckern keine Kurzschlüsse entstehen können. Neben den Mischkonzepten verschiedener Steuerleitungen sind aber weiterhin auch Komplettlösungen nur für Elektro- und Elektronik möglich.

Zukunftsperspektiven sieht Eisele-Geschäftsführer Thomas Maier vor allem in der Entwicklung eines eigenen Industriesteckers zur Integration mehrerer Anschlüsse sowie in der Entwicklung neuer Verschlüsse sowohl für die runde Eisele Multiline-Mehrfachkupplung als auch für die Industriesteckervariante, um die nötigen Handkräfte zu optimieren. Hinzu kommen ein neues Kupplungsgehäuse für mechanische Kupplungsabläufe und Lösungen zum automatischen Koppeln und Entkoppeln. (mz)

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