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Workstation

Alles eine Frage der Form – die Precision 3930 im 19"-Rackformat

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Mit der Precision 3930 hat Dell eine Workstation entwickelt, die eine große Auswahl an CPUs und Speicherfeatures bietet – und das alles im 19"-Rackformat. konstruktionspraxis sprach mit Uwe Wiest, Director OEM / IoT Sales Engineering EMEA bei Dell, über das kleine Powerpaket

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Mit einer Größe von einer Höheneinheit sorgt die Precision 3930 nicht nur für eine optimale Rack-Dichte, sondern erlaubt auch den Einsatz bei höheren Umgebungstemperaturen.
Mit einer Größe von einer Höheneinheit sorgt die Precision 3930 nicht nur für eine optimale Rack-Dichte, sondern erlaubt auch den Einsatz bei höheren Umgebungstemperaturen.
( Bild: J. Pfeiffer/konstruktionspraxis )

konstruktionspraxis: Die Dell Precision 3930 wurde auf Basis von Kunden-Feedback entwickelt. Was waren die Anforderungen des Kunden?

Uwe Wiest: Den meisten Kunden ging es vor allem um den Formfaktor. Daher haben wir die Precision 3930 auf ihren Wunsch hin als Rack-System entworfen. Es galt, eine Workstation zu entwickeln, die weniger Platz als ein Server in einem 19" Rack benötigt. Auch die Art der CPUs spielte für die Kunden eine Rolle, denn die Server-CPUs unterscheiden sich von den Desktop-CPUs, je nachdem welche Software später darauf laufen soll.

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konstruktionspraxis: Welcher Aspekt war dabei der schwierigste?

Wiest: Es war schon eine Herausforderung, alle Wünsche zu berücksichtigen, aber ich denke, wir haben es geschafft, 95 % der Kundenwünsche in diesem doch platzsparenden Produkt zu vereinen.

konstruktionspraxis: Was hat die Precision 3930, was die Vorgänger nicht haben?

Wiest: Ganz klar, die kompakte Größe bei einer sehr umfangreichen Funktionalität – und das alles im 19" Formfaktor.

konstruktionspraxis: Welche Trends sehen Sie für die Zukunft?

Wiest: Der Trend geht immer mehr in Richtung Rack-Modelle. Auch das Thema effizienteres und schnelleres Storage wird immer wichtiger, vor allem im Konstruktionsbereich, denn dort muss alles möglichst flüssig und hocheffizient laufen. Auch Dell kombiniert seine Workstations mit solch intelligenten Formen von Storage. Da gibt es bereits diverse Partner, die sich genau darauf spezialisiert haben. Zudem haben wir gerade im CAD-Bereich einige sehr interessante Lösungen, wie vCAX. Damit bekommt der Konstrukteur genau die Freiheiten, die er benötigt, um effizient zu entwickeln.

konstruktionspraxis: Was steckt hinter vCAX?

Wiest: Mit vCax kann der Konstrukteur diverse 3D- und CAD-Applikationen bedienen. Damit hat er nicht nur in der Designphase die optimale Hardware-Unterstützung, sondern kann dies auch in den Live-Betrieb umrechnen und in Echtzeit seine 3D-Modelle sehen und so einschätzen, wie sie in der Realität funktionieren würden – ein virtueller Probelauf vor dem tatsächlichen Einsatz.

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konstruktionspraxis: Was meinen Sie, welche Themen werden in Zukunft für die Arbeit des Konstrukteurs immer relevanter?

Wiest: Die Arbeit der Konstrukteure bewegt sich immer mehr in den virtuellen Raum. Gerade im Bereich des Autonomen Fahrens beispielsweise ist die Darstellung des Modells in Echtzeit der Schlüssel dafür, diese Technologie und Entwicklung weiter voranzutreiben.

konstruktionspraxis: Wo liegen die Hürden, die auf dem Weg dorthin genommen werden müssen?

Wiest: Eine Abstimmung mit den Grafikkartenherstellern ist in jedem Falle äußerst wichtig, denn die Anforderungen werden immer höher. So verschiebt sich das Rendering beispielsweise von der CPU zur GPU. Damit erfolgt das Rendering auf Grafik-Chipkarten. Ich denke, der Trend geht immer mehr dahin, eine Peripherie zu entwickeln, die mehrere Grafikkarten auf einmal bedienen kann, um parallel ein sehr performantes Renderingverfahren zu optimieren.

konstruktionspraxis: In welchem Bereich haben Sie diesen Trend denn schon beobachtet?

Wiest: Diesen Trend beobachten wir nicht nur bei den Konstrukteuren, sondern auch bei unseren Kunden aus der Filmindustrie. Der Entwurf einer Maschine oder eines Drachens für eine TV-Serie basiert auf 3D-Daten, die sich wie Bauteile verhalten. Bei dieser Verschiebung vom Server zu Boxen, die 10 bis 20 Grafikkarten enthalten und über ein Bus-System an die Server angeschlossen werden, ist eine Abstimmung mit den Herstellern von Grafikkarten wichtig.

konstruktionspraxis: Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in CAD-Programme. Welche Rolle spielt KI aus Ihrer Sicht?

Wiest: Eine sehr wichtige. Die Daten, die wir bei der Künstlichen Intelligenz und IoT gewinnen, gehen dabei Hand in Hand. Ein Beispiel: Ein Ingenieur soll aufgrund einer Datenanalyse und seiner Erkenntnis daraus ein Bauteil optimieren. Die Daten, die im Edge-Bereich gesammelt werden, müssen in einer ersten Stufe aufbereitet werden: Ein intelligentes Filterverfahren ermittelt genau die Daten, die für die Analyse relevant sind. Nachdem die Daten gefiltert sind, kommen sie auf den Analyse-Layer. Hier beginnt die Arbeit der Künstlichen Intelligenz, in Form einer Real-Time-Analyse der Daten. Die dabei selektierten Daten werden verwendet, um Muster zu erkennen - ein Deep-Learning-Prozess. Nach wiederkehrenden Mustern erkennt der intelligente Filter, an welcher Stelle das Bauteil optimiert werden muss. Es ist also wichtig, Künstliche Intelligenz und Deep Learning miteinander zu kombinieren. Für diesen gesamten Prozess verlangen die Kunden nach einer Lösung aus einer Hand, die sie leicht einsetzen und auf Ihre Bedürfnisse anpassen können.

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