Durchstarten 2021 „Wir sind heute alle flexibler und toleranter als vor der Krise“

„Lösungen finden“ und nicht „Probleme suchen“ ist und bleibt Mdesigns Motivation zum Durchstarten 2021, denn die Krise hat unter anderem gezeigt, wie flexibel und zeitnah neue Anforderungen gelöst werden können, erklärt Produktmanager Dr.-Ing. Tobias Schulze im Interview.

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„Digitale Prozesse sind in der Krise schneller als bisher umgesetzt worden, was uns sowohl vor Herausforderungen gestellt, aber auch Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen aufgezeigt hat“, sagt Dr.-Ing. Tobias Schulze, Produktmanager Mdesign.
„Digitale Prozesse sind in der Krise schneller als bisher umgesetzt worden, was uns sowohl vor Herausforderungen gestellt, aber auch Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen aufgezeigt hat“, sagt Dr.-Ing. Tobias Schulze, Produktmanager Mdesign.
(Bild: Mdesign/VCG)

Herr Schulze, wie würden Sie die allgemeine Stimmung in Ihrem Unternehmen beschreiben?

Tobias Schulze: Unsere gesamte Belegschaft hat das Unternehmen durch das vergangene schwierige Jahr getragen. Dank des starken Engagements und des erhöhten Einsatzes aller Kolleginnen und Kollegen konnten wir nun zum Jahreswechsel 2020/2021 wieder voll durchstarten. Hoch motiviert widmen wir uns wieder zu 100 % unseren Projekten. Dies ist ein erster Schritt in Richtung Normalität, auch wenn wir hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Pandemie keine voreiligen Schlüsse ziehen wollen.

Welche Probleme oder Herausforderungen treten in Ihrem Unternehmen während der Covid-19-Krise auf?

Tobias Schulze: Der Austausch zwischen unseren Standorten Bochum und Dresden hat schon zuvor sehr gut über digitale Kanäle funktioniert. Mit dem unternehmensweiten Wechsel ins Homeoffice traten daher kaum Probleme auf. Durch den Lockdown im zweiten Quartal 2020 waren wir zusätzlich gezwungen, unsere Präsenz-Seminare auf Online-Seminare umzustellen, was zu Beginn eine Herausforderung darstellte. Hier sahen wir uns kurzfristig einer Vielzahl von Webinar-Tools gegenüber, die wir für unsere Präsenz-Seminare bislang nicht genutzt hatten. Um die Seminare nun komplett online anbieten zu können, mussten wir in kurzer Zeit dazulernen. Wir freuen uns, dass unsere Kunden mit uns durch diesen Neustart gegangen sind und das Online-Angebot so gut angenommen haben.

Wie wirken sich diese Probleme auf Ihre eigene Arbeit aus?

Tobias Schulze: Der Umgang mit neuen Werkzeugen, die Arbeit aus dem Homeoffice, oft mit Homeschooling der Kinder verbunden, hat die Flexibilität aller im Unternehmen gefordert. Digitale Prozesse sind schneller als bisher umgesetzt worden, was uns sowohl vor Herausforderungen gestellt, aber auch Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen aufgezeigt hat.

Werden wir wieder zu einem „Normalzustand“ wie vor der Krise zurückkehren oder werden sich Prozesse und Abläufe künftig dauerhaft ändern?

Tobias Schulze: Auch wenn wir uns sehr darauf freuen, wieder mit unseren Kolleginnen und Kollegen im Büro zusammen zu arbeiten, werden wir sicher tageweise die Möglichkeit auf Homeoffice auch nach der Pandemie nutzen. Die Etablierung digitaler Kommunikationskanäle wird auch die Reisehäufigkeit reduzieren. Wir gehen davon aus, dass auch nach der Krise die Nachfrage nach Webinaren im Gegensatz zu Präsenz-Seminaren hoch bleiben wird. In diesem Bereich wird der digitale Wandel bestehen bleiben und sich noch weiter verstärken.

Die Etablierung digitaler Kommunikationskanäle wird auch die Reisehäufigkeit reduzieren.

Welche Lerneffekte haben Sie aus der Krisensituation mitgenommen und fühlen Sie sich für die Zukunft gewappnet?

Tobias Schulze: Wir haben gesehen, wie flexibel und zeitnah wir auf neue Anforderungen reagieren können. Hinsichtlich der digitalen Entwicklung sehen wir uns bestätigt, mit unseren neuen Streaming-Produkten und den Online-Dienstleistungen zukünftige Herausforderungen im Markt abdecken zu können. Auch neue Wege zu gehen, wie etwa in einer Seminarreihe unsere Erfahrungen mit Maschinellem Lernen zu teilen und mit den Teilnehmern über die Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz in der Konstruktion zu diskutieren, hat uns motiviert und viel Freude bereitet.

Gibt es positive Aspekte, die Sie für Ihren Arbeitsalltag aus der Covid-19-Krise mitnehmen?

Tobias Schulze: Die Nutzung digitaler Kommunikation hat sich in vielen Bereichen etabliert. Die Hemmschwellen sind hier deutlich gesunken. Der Pragmatismus, Lösungen innerhalb der Krise zeitnah anzubieten, wurde von unseren Kunden sehr unterstützt, auch wenn diese nicht immer von Anfang an vollends ausgereift waren. Ich denke, wir sind heute alle flexibler und toleranter als vor der Krise. „Lösungen finden“ und nicht „Probleme suchen“ ist und bleibt unsere Motivation zum Durchstarten 2021.

Seminartipp

In dem Seminar Zeit- und Selbstmanagement für Ingenieure und Techniker lernen die Teilnehmer die Hintergründe und Vorteile des Selbst- und Zeitmanagements kennen. Es wird gezeigt, wie man die Theorie im Alltag praxisgerecht anwenden kann.

Welchen Herausforderungen abseits von der Covid-19-Krise sehen Sie sich in Ihrem Arbeitsalltag derzeit ausgesetzt?

Tobias Schulze: Die Produktzyklen gerade bei digitalen Produkten sind extrem kurz und die Erwartungen der Kunden hoch, Innovationen wie beispielsweise KI möglichst schnell in unser digitales Produkt zu integrieren. Mit der Zeit zu gehen, immer auf dem aktuellen Stand der Technik zu bleiben und unseren Kunden die bestmöglichen Lösungen anzubieten, ist und bleibt eine Herausforderung abseits von der Covid-19-Krise.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den vergangenen Jahren verändert?

Tobias Schulze: Während zu früheren Zeiten Software häufig als Tool genutzt wurde, erleben wir verstärkt – und gerade in diesen Zeiten – dass digitale Werkzeuge auch in Konstruktion und Entwicklung Teil von Prozessen werden. Nur die digitale Nutzung im eigenen Team, mit anderen Softwarewerkzeugen und mit Kunden sichert Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Hier werden wir als Unternehmen und als Mitarbeiter gefordert.

Wenn Sie einem Einsteiger Ihr Arbeitsgebiet schmackhaft machen wollen, wie machen Sie das?

Tobias Schulze: Den stetigen Wandel durch digitale Produkte mitzuerleben und auch mitgestalten zu dürfen, bleibt eine Herausforderung und eine Befriedigung zugleich. Flexibilität, Neugier und Leidenschaft sind Eigenschaften, die von unseren Kolleginnen und Kollegen gelebt werden. Diese Begeisterung ist ansteckend!

Keine Kollegin, kein Kollege wurde zurückgelassen.

Welche persönlichen Worte möchten Sie Kollegen in Ihrer Branche und Ihrem Unternehmen mit auf den Weg geben?

Tobias Schulze: Das Engagement und der Zusammenhalt aller im Unternehmen war in der Krise unglaublich. Es zeigt, dass Krisen im Großen und im Kleinen nur gemeinsam überwunden werden können. Die Grußformel „bleib gesund“, so banal sie klingen mag, zeigt, dass Gesundheit vor Erfolg kommt.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Redakteurin, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht