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Ergonomie

Wie sich der Arbeitsplatz dem Menschen anpassen kann

| Redakteur: Ute Drescher

Um die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten, gibt es auch in der Produktion sinnvolle Maßnahmen, etwa horizontal und vertikal verstellbare Tragarme.

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Gesetzliche Regelungen liefern zwar Normwerte, eine ideale feste Panelposition für jeden Benutzer kann es aber nicht geben.
Gesetzliche Regelungen liefern zwar Normwerte, eine ideale feste Panelposition für jeden Benutzer kann es aber nicht geben.
(Bild: ©pressmaster - stock.adobe.com)

Verschiedene Gesundheitsreporte zeigen, dass Muskel-Skelett-Erkrankungen die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeitstage und Rückenleiden sind. Uniforme Arbeitsplätze und starre Bedienerpositionen führen zu einer gezwungenen, unnatürlichen Arbeitshaltung und zu inflexiblen Bewegungsabläufen. Sie erhöhen die Risiken arbeitsbedingter Gesundheitsschäden und führen zu einer Minderung der Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit der Mitarbeiter. Neben den persönlichen Einschränkungen des Betroffenen ist ein solcher Arbeitsausfall zusätzlich mit hohen Kosten für den Arbeitgeber verbunden.

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Ergonomie beschreibt die Leistungsfähigkeit und Gesetzmäßigkeiten menschlicher Arbeit. Als zentrales Kriterium bei der Planung und Entwicklung von Maschinen und Anlagen hat sie zum Ziel, das Arbeitsumfeld, die Körperhaltung und Arbeitsabläufe so zu gestalten, dass der Mensch an seinem Arbeitsplatz gesundheitlich nicht belastet und die physische Belastung weitestgehend reduziert wird.

Fitte Mitarbeiter sichern den Erfolg

Aber Ergonomie bedeutet noch viel mehr: Sie impliziert nicht nur den Erhalt der Gesundheit des Mitarbeiters sondern auch die Leistungsfähigkeit und dient somit zweierlei dem Erfolg des Unternehmens. Der Einsatz flexibler Lift- und Tragarmsysteme hat also direkte Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens, da Mitarbeiterleistungen optimiert und Krankheitsausfälle minimiert werden können.

Bei der Planung und Konstruktion von Maschinen sollte zusätzlich bedacht werden, dass gesetzliche Regelungen zwar Normwerte liefern, die Mitarbeiter – vor allem im internationalen Vergleich – diesen aber nicht entsprechen müssen. Eine ideale feste Panelposition für jeden Benutzer, die verbindlich gilt, kann es daher nicht geben. Als Ideal hat lediglich eine flexible, bewegliche Konstruktion zu gelten, die individuell vertikal und horizontal einstellbar ist.

  • Bei der Konstruktion einer Maschine sollten deshalb folgende Punkte von Beginn an berücksichtigt werden:
  • Der Bediener einer Maschine muss die Möglichkeit haben, das Arbeitsumfeld an seine individuellen Körpermaße, Körperkräfte und Anforderungen anzupassen. Dazu gehört auch eine optimale Positionierung der Bedienfeldoberfläche.
  • Das Mitführen des Bedienpanels an das Werkstück erleichtert die Überwachung und Korrektur des Arbeitsablaufes.
  • Die Maschine soll einen ausreichenden Bewegungsfreiraum für den Bediener bieten.

Der Leitgedanke bei der Entwicklung von flexiblen Mensch-Maschine-Schnittstellen und der Maschinenkonstruktion muss sein, mit Menschen Technik für Menschen zu bauen und diese auf den Bediener auszurichten. So versteht auch Haseke ihren Anspruch an eine unterstützende, flexible Arbeitsplatzgestaltung. Die Funktion bestimmt die Form, so Uwe Kunitschke, Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. Hauptaspekt dieser Funktion ist die Handhabung durch den Menschen und diese verlangt vom Produkt Ergonomie und Benutzerfreundlichkeit.

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Kostenfreie Lehrmodule für Konstrukteure

Normen aus dem Bereich der Ergonomie können die Gestaltung von Produkten und Arbeitsplätzen im Hinblick auf Sicherheit und Gesundheit verbessern. Damit Ingenieure und Konstrukteure in stärkerem Maß als bisher die Normen aus diesem Bereich anwenden, stellt die Kommission für Arbeitsschutz und Normung (KAN) seit 2008 Ergonomie-Lehrmodule online kostenfrei zum Downloadzur Verfügung. Da die Inhalte – insbesondere im Bereich der Ergonomie-Normung – werden regelmäßig aktualisiert.

Die Module zeigen Lösungen für Probleme auf, die auftreten können, wenn die Konstruktion ergonomische Aspekte nicht beachtet. Die Inhalte sind so aufbereitet, dass sie dem Anwender verdeutlichen, welchen Nutzen er aus den ergonomischen Erkenntnissen ziehen kann. Die Module können als Gesamtpaket eingesetzt werden, sie sind aber auch individualisierbar, d.h. die einzelnen Module können unabhängig voneinander verwendet werden. Der Gesamtumfang aller Module einschließlich Zusatzmaterial beträgt ca. 8 Doppelstunden.

Die Lift- und Tragarmsysteme von Haseke unterstützen Unternehmen beim Gesundheitsmanagement, weil sie unnatürliche Fehlhaltungen vermeiden. So kann einer schnellen Ermüdung entgegengewirkt werden und der Bediener fühlt sich wohl, bleibt länger konzentriert und leistungsfähig. Ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze sind eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer.

Für alle Produkte verfolgt Haseke das Ziel, die Entwicklungen des Marktes zu antizipieren und die Funktionalität der Produkte an den neusten Erkenntnissen sowie den Kundenbedürfnissen auszurichten. Besonders bei Schwerlast-Tragsystemen für die Industrie und bei Tragarmen für medizinische Technik hat Haseke immer wieder die Nase vorn.

Industrial Usability Day Maschinen müssen einfach zu verstehen und bedienen sein – aber wie werden sie benutzerfreundlicher? Und was bringt die Usability? Auf dem Industrial Usability Day erfahren Anwender, wie sie die optimale Mensch-Maschine-Interaktion gestalten.
Mehr Infos: Industrial Usability Day

Flüssige Arbeitsweise unterstützen

Die Entwicklungen der stufenlos verstellbaren Lift- und Tragarmsysteme werden seit über 35 Jahren international als Problemlösungen für die individuelle Positionierung der Bedienerschnittstellen eingesetzt. Flexible Arbeitsplätze lassen sich so an unterschiedliche Bediener anpassen und in die bevorzugte Position bringen, um eine flüssige, natürliche Arbeitsweise sicherzustellen.

Haseke bietet ein Baukastensystem mit Lift- und Tragarmsystemen für anspruchsvolle Projekte in der Industrie und Medizintechnik. Die Produktreihen umfassen, je nach Modell, Gewichtsbereiche von 1,5 kg bis 400 kg. Erweiterungsmöglichkeiten bieten die höhenverstellbaren Tragarmsysteme.

Ein konkretes Beispiel für die Funktionalität der Lift-Produkte und die ständige Weiterentwicklung ist der neue Haseke HMA Lift 65, der die seit Jahren bewährten Liftsysteme HMA Lift 350/380 nach und nach ablösen wird. Im Designschema des bekannten HMA Lift 25 und weiter entwickelter Technik wird dieser Lift in zwei unterschiedlichen Systemlängen (550 mm und 850 mm) angeboten.

Zur optionalen Ausstattung gehören starre und federnde Blockierungen der Vertikalbewegung sowie einstellbare Bewegungskräfte, stufenlos einstellbare Anschläge und spielfreie Lager. Da es gilt, immer größere Kabelvolumina durch den Lift zu führen, wurde dieser Lift quasi um den innenliegenden Kabelkanal herum konstruiert; das ermöglicht eine vollintegrierte Kabelführung. Optional gibt es darüber hinaus besondere Lagertechnologien, die zu äußerst geringen Bewegungskräften für Rotationsbewegungen und Vertikalhub führen. Gleichzeitig lassen sich die leichten Bewegungen mittels elektromagnetischer Bremsen millimetergenau fixieren. Standardmäßig ist die Traglast um 5 kg auf 65 kg erhöht worden.

Aus dem Baukasten erweitern

Auf Basis des Baukastensystems lässt sich auch der HMA Lift 65 mit den verschiedenen Haseke-Tragarmen der Serien HMA MIT, HMA HLT und HMA KSE horizontal erweitern. Das Kopflager kann – nach Montage des Lifts – über eine Justage-Möglichkeit in die exakte Vertikale gebracht werden und hat eine vertikale Anbindung an das Tragarmsystem HMA HLT und SLT. (ud)

Die Kommission für Arbeitsschutz und Normung (KAN) bietet einen Test, der Konstrukteuren helfen soll, einen Überblick über mögliche Handlungs- und Entscheidungsschwerpunkte der Ergonomie zu erhalten.

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