Mars-Besiedelung Wie aus Ton eine Mars-Siedlung entstehen könnte

Redakteur: Katharina Juschkat

Für eine dauerhafte Besiedelung des Mars müssen die Ressourcen des roten Planeten genutzt werden. Wissenschaftler konnten jetzt nachweisen, dass sich Tonmineralien des Mars für den Bau von Siedlungen eignen. Der Ton könnte auch 3D-gedruckt werden.

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In dem 45 km großen Jezero-Krater auf dem Mars sollen Tonmineralien vorkommen, die für den Bau einer Mars-Siedlung genutzt werden könnte.
In dem 45 km großen Jezero-Krater auf dem Mars sollen Tonmineralien vorkommen, die für den Bau einer Mars-Siedlung genutzt werden könnte.
(Bild: NASA/JPL-Catech)

Am 18. Februar landet der neue Mars-Rover „Perseverance“ auf dem Roten Planeten und soll dort nach Spuren vergangenen Lebens suchen. Landen wird der Rover voraussichtlich im Jezero Crater, einem großen Krater, von dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuten, dass dort früher ein See war. Dort stehen die Chancen gut, Anzeichen auf Leben zu finden, wenn es denn welches gegeben haben sollte. Aus Satellitenbeobachtungen ist bereits bekannt, dass in diesem Krater verstärkt Tonmineralien vorkommen, wie sie auch auf der Erde zu finden sind. Dieser Ton könnte einmal Grundlage für eine Mars-Siedlung werden.

Tonmaterialien eignen sich für Siedlungen

Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass sich die Tonmineralien sowohl für die Herstellung getöpferter Gebrauchsgegenstände aus gebrannter Keramik als auch für den Bau ganzer Häuser eignen würden. Und das wäre nötig, denn die große Entfernung zwischen Erde und Mars macht es schwierig, große Mengen an Materialien zu transportieren.

Eine menschliche Besiedelung des Mars wird nur mit lokalen Mars-Ressourcen möglich sein.

David Karl, wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU Berlin

Neben Energie, Wasser, Sauerstoff und Nahrung gehören Baumaterialien zu den Grundbedürfnissen einer potenziellen Stationierung auf dem Mars und zu den Materialien, die mit am schwierigsten dorthin zu bringen sein werden.

Tonmaterialien auf dem Mars nachgewiesen

Eine große Herausforderung auf dem Mars ist vor allem der Mangel an verschiedenen Baumaterialien, die Menschen auf der Erde seit Jahrtausenden verwenden: Organische Materialien wie Pflanzen kommen auf dem Planeten nicht vor. Die einzigen verfügbaren festen Baumaterialien des Mars sind sogenanntes Regolith und Gestein. Der Wissenschaftler David Karl erläutert: „In jüngsten Veröffentlichungen konnten wir nachweisen, dass sich bestimmte Mineralien auf dem Mars, wie zum Beispiel sogenanntes felsisches Gestein, in Gegenwart von Wasser in Tonminerale umwandeln können.“

Mars-Ton 3D-drucken

In den beiden Publikationen konnten die Forscherinnen und Forscher nachweisen, dass sich ihr Materialsystem mit allen typischen Formgebungsverfahren nutzen lässt, um ungebrannte Tonstrukturen oder gebrannte Keramiken herzustellen. Somit wäre das System für die Konstruktion von einfachen Unterkünften oder funktionalen Gebrauchsgegenständen auf dem Mars prädestiniert.

Aktuell arbeiten die Forscherinnen und Forscher daran, den gesamten Prozessweg des 3D-Drucks von Mars-Tonmineralien unter simulierten Mars-Umgebungsbedingungen zu etablieren. Die ersten Messungen des neuen Mars-Rovers könnten ihnen dabei helfen, die Tonzusammensetzung ihrer Materialien weiter zu verbessern. Ziel ist es, die wissenschaftliche Erforschung des Mars mit diesem tonhaltigen Materialsystem zu unterstützen.

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