Baugruppenträger Wie aus Ideen erfolgreiche Produkte werden

Autor / Redakteur: Johann Kralewski* / Ute Drescher

Laut Experten werden über 60 Prozent der neuen Entwicklungen eingestampft, bevor das Produkt überhaupt auf den Markt kommt. Und von denen, die doch auf den Markt kommen, ist mehr als ein Drittel nicht profitabel - sie werden wieder aus dem Angebot genommen. Am Beispiel eines neuen Baugruppenträgers zeigt Rittal, wie eine Markteinführung erfolgreich verlaufen kann.

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Die Entwicklung eines neuen Baugruppenträgers für 19“-Elektronikanwendungen ist kein ein leichtes Unterfangen. International bieten mehrere Hersteller ähnliche Produkte in einem breiten Portfolio an. Normen und Gestaltungsfreiräume sind weitestgehend definiert und damit ausgeschöpft. Trotz dieser Wettbewerbssituation ist es Rittal gelungen, innerhalb von sieben Monaten eine innovative Produktlinie bis hin zur Serienreife zu entwickeln und erfolgreich im Markt zu positionieren.

Innovation ist ein beliebtes Wort, das heute für jede, manchmal auch noch so kleine Weiterentwicklung benutzt wird. Das ist erstmal legitim, aber ob das Produkt letztendlich erfolgreich wird, hängt von einigen wesentlichen Faktoren ab. So ist Innovation sehr eng mit einem Vorsprung vor dem Wettbewerb (Alleinstellungsmerkmal) und dem besonderen Nutzen für bestehende und potentielle (!) Kunden verknüpft. Denn gerade in Bezug auf die Zielgruppe kommt der Frage „Was ist neu und für wen ist es überhaupt interessant?“ eine besondere Bedeutung zu.

Innovation endet auch nicht nach der Äußerung der neuen Idee, sie reicht bis hin zur erfolgreichen Positionierung im Markt. Und genau daran hapert es bei vielen Unternehmen. Denn dieser Weg hat nichts mit Routineentscheidungen und klassischen Instrumenten des Managements zu tun. Sie versagen hier ebenso wie reiner Technikglaube.

Wertanalyse kontra blindem Aktionismus

Eine bewährte Möglichkeit, die Idee für ein neues Produkt erfolgreich umzusetzen, ist die Methode der Wertanalyse. Sie zielt auf die deutliche Verbesserung und Wertsteigerung eines Produktes, bei gleichzeitiger Reduzierung des Aufwandes und der Kosten.

Dieser Ansatz zeigt nicht nur, wie man geplante Produkte kundenorientiert entwickelt. Er wirkt darüber hinaus auf fast alle vorgelagerten Entscheidungen - und beeinflusst damit entscheidend das Endergebnis. Wertanalyse heißt auch, weg von alten und starren Vorgaben, offen sein für Veränderungen und ergebnisorientiert statt prozessorientiert arbeiten.

Dass diese Methode nicht nur etwas Theoretisches ist, zeigt Rittal mit seinen Baugruppenträgern Ripac Easy für 19“-Elektronikanwendungen. Vorgestellt wurde Ripac Easy erstmals auf der Electronica 2008, seit Januar läuft die Serienfertigung auf vollen Touren.

Zwei der wesentlichen technischen Neuerungen vorab: Die kundenfreundliche Schnellmontage mit über 50 Prozent Zeitersparnis im Vergleich zu marktgängigen Lösungen und eine rückseitige Abdeckung, die zum Patent angemeldet wurde. Es geht aber nicht allein um eine neue Technik. Die Wertanalyse hat gezeigt, dass die wesentlichen „Innovationsparameter“ in einem ganz anderen Bereich liegen.

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