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Additive Fertigung (Video) Wie 3D-Druck die individuelle Massenfertigung ermöglicht

| Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Indem Stratasys 3D-Drucker über eine Cloud miteinander verbindet, können wesentlich schneller mehr Teile gedruckt werden. Noch befindet sich das System in der Entwicklung – doch der Hersteller verspricht, die individuelle Serienfertigung in Industriequalität zu realisieren.

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Die Rapid + TCT Messe in Pittsburgh (USA) zeigt die neuesten Trends, Technik und Produkte aus der Additiven Fertigung und der 3D-Technologie.
Die Rapid + TCT Messe in Pittsburgh (USA) zeigt die neuesten Trends, Technik und Produkte aus der Additiven Fertigung und der 3D-Technologie.
(Bild: Richter/konstruktionspraxis )

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Stratasys stellte auf der Rapid + TCT-Messe in Pittsburgh (USA) ein Produkt vor, das sich derzeit noch in der Entwicklung befindet: den Stratasys Continuous Build 3D Demonstrator. Die Plattform zeichnet sich durch einen modularen Aufbau aus, in dem mehrere 3D-Druckereinheiten parallel arbeiten und über eine cloudbasierte Architektur betrieben werden. Um die Durchsätze in der Additiven Fertigung auf eine neue Stufe zu heben, wurde der Stratasys Continuous Build 3D Demonstrator so konstruiert, dass er ohne häufiges Eingreifen durch den Anwender fortlaufend arbeiten kann. Das Auswerfen fertiger Teile und das Starten neuer Druckaufträge laufen automatisch ab.

Individuelle Serienfertigung mit Industriequalität

Dabei kann jeder 3D-Druckereinheit ein unterschiedlicher Druckauftrag zugewiesen werden, wodurch individualisierte Serienfertigung ermöglicht werden soll. Diese skalierbare Plattform kann jederzeit um weitere Einheiten ergänzt werden um die Fertigungskapazität je nach Bedarf zu erhöhen. Durch die automatische Verwaltung von Druckwarteschlangen, Auftragsverteilung und Architekturredundanz wird der Durchsatz weiter erhöht, da Druckaufträge automatisch einem verfügbarem Drucker zugewiesen werden. Fällt eine Einheit aus, wird der Druckauftrag automatisch der nächsten verfügbaren Einheit zugewiesen.

Scott Crump, Mitbegründer und Chief innovative Officer von Stratasys auf der Rapid + TCT.
Scott Crump, Mitbegründer und Chief innovative Officer von Stratasys auf der Rapid + TCT.
(Bild: Richter/konstruktionspraxis )

Anwendungsmöglichkeiten finden sich vor allem in der Bildung, beim Rapid Prototyping und in Umgebungen, in denen eine Fertigung ohne Werkzeuge und Lagerbestände von Vorteil ist.

„Mit dem Continuous Build 3D Demonstrator wollen wir dem Ziel, die Additive Fertigung als geeignete Lösung für die Massenfertigung zu etablieren, entscheidend näherkommen“, sagt Scott Crump, Mitbegründer von Stratasys. „Er vereint unsere FDM-Druckqualität, GrabCAD-Steuerung und -Überwachung sowie eine neue skalierbare Architektur für mehrere Druckereinheiten in einer bahnbrechenden Fertigungsplattform.“

Kunden im „Beta-Test“

Mehrere Kunden von Stratasys – sowohl aus der Design- als auch der Fertigungsbranche – nutzen bereits den Continuous Build 3D Demonstrator. Dadurch können sie ihr eigenes Angebot erweitern, neue Geschäftschancen erforschen und gleichzeitig das System „beta-testen“. Zu diesen Kunden gehören:

Savannah College of Art and Design (SCAD), eine Kunst- und Designhochschule, die ihren Studierenden rund um die Uhr modernste 3D-Druck-Einrichtungen zur Verfügung stellen will. Durch den Einbau eines Stratasys Continuous Build 3D Demonstrators im Designlabor der Hochschule konnten die Möglichkeiten der Studierenden im Bereich 3D-Druck erweitert werden. Außerdem werden durch die erweiterten technologischen Möglichkeiten Lehrende und Studierende bei fortschrittlichen Designprojekten unterstützt.

Victor Ermoli, Direktor der Kunst- und Designhochschule Savannah College of Art and Design (SCAD) auf der Rapid + TCT.
Victor Ermoli, Direktor der Kunst- und Designhochschule Savannah College of Art and Design (SCAD) auf der Rapid + TCT.
(Bild: Richter/konstruktionspraxis )

„Das ist die Zukunft“, sagt Victor Ermoli, Direktor der Hochschule. „In unseren Augen ist der Stratasys Continuous Build 3D Demonstrator die nächste Generation des 3D-Drucks – ein bisher einzigartiges System. Es ist ein wirklich interessanter Ansatz für Rapid Prototyping. Wie immer zählen die Studierenden der SCAD zu den ersten, die neue Designtechnologien anwenden.“

Fathom, ein auf additive Verfahren spezialisiertes Fertigungsunternehmen, will mithilfe des Continuous Build 3D Demonstrators die Grenzen der Additiven Fertigung ausreizen. Viele Kunden des Unternehmens setzen auch über das Prototyping hinaus digitale Fertigungsmethoden ein und nutzen bewährte additive Technologien wie FDM für hochwertige Endanwendungen. Die Ausführung mit sechs Einheiten, die bei Fathom vor Ort installiert ist, erhöht den Durchsatz und ermöglicht die Fertigung von FDM-Bauteilen mit höheren Stückzahlen und geringerer Vorlaufzeit. Mit dem Continuous Build 3D Demonstrator kann die Effizienz des FDM-Verfahrens erhöht werden. Es werden nicht mehr lediglich 100 Teile gerade rechtzeitig fertiggestellt, sondern bis zu 1000 und mehr einfach auf Abruf.

Das Auswerfen fertiger Teile und das Starten neuer Druckaufträge laufen automatisch ab.
Das Auswerfen fertiger Teile und das Starten neuer Druckaufträge laufen automatisch ab.
(Bild: Richter/konstruktionspraxis )

Partnerschaft mit Metall 3D-Drucker-Hersteller

Des weiteren haben Stratasys und Desktop Metal, ein 3D-Drucker-Hersteller im Bereich Additive Fertigung mit Metal, auf der Pressekonferenz während der Rapid + TFC in Pittsburgh bekanntgegeben ihre schon bestehende Partnerschaft weiter zu intensivieren. Dadurch sollen u.a. der Verkauf und Distribution gestärkt werden, als auch eventuelle zukünftige Märkte erschlossen werden. (br)

Der Stratasys Continous Build 3D Demonstrator im Einsatz

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