Werkstoffdatenbank Werkstoffinformationen im Unternehmen sammeln

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Version 9 des Materialinformationssystems Granta MI bietet eine Reihe neuer Werkzeuge, die auf Basis umfangreicher Erfahrungen und Rückmeldungen von weltweit durchgeführten Implementierungen entwickelt wurden. Die neue Version soll wichtige Entwicklungsabläufe ermöglichen, die Simulationsunterstützung verbessern und unternehmensweites Materialwissen integrieren.

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Granta Design veröffentlicht Granta MI Version 9: Die neue Version bietet eine Reihe neuer Werkzeuge, die u.a. auf Basis umfangreicher Rückmeldungen von weltweit durchgeführten Implementierungen entwickelt wurden.
Granta Design veröffentlicht Granta MI Version 9: Die neue Version bietet eine Reihe neuer Werkzeuge, die u.a. auf Basis umfangreicher Rückmeldungen von weltweit durchgeführten Implementierungen entwickelt wurden.
(Bild: Granta)

Zu diesen Arbeitsabläufen gehören zum Beispiel Dateneingaben und -abfragen – Arbeitsschritte, die beim Aufbau einer zentralen Datenquelle aller Werkstoffinformationen eines Unternehmens entscheidend sind. Verbesserungen der Technologie von MI:Explore, ein Werkzeug, das einfache, zielorientierte Web-Applikationen erstellt, erleichtern das kontrollierte Hinzufügen von Daten. So kann ein Anwender z. B. Versuchsdaten über ein einfaches Formular eingeben und die Daten werden automatisch abgelegt, gekennzeichnet und mit den zugehörigen Informationen verknüpft. Mit dieser Technologie können zum Beispiel auch Anfragen für neue Materialversuche oder erweiterter Informationen ausgelöst werden. Auf die gleiche Weise können nun auch CAD-Anwender eine Materialvariante, basierend auf einer bestehenden Spezifikation, von ihren Werkstoffexperten anfragen und dabei die Eigenschaften identifizieren, die für die beabsichtigte Anwendung ungeeignet sind. Dies schafft Raum für Innovationen und stellt gleichzeitig sicher, dass nur freigegebene Daten verwendet werden.

Werkstoffwissen teilen und wiederverwenden

Die Verwaltung und Wiederverwendung von Wissen und Erfahrung wird durch das neue Collections-Feature vereinfacht. Diese Funktion unterstützt Anwender dabei, Datensätze mit gleicher Thematik zu identifizieren und anderen Kollegen zur Verfügung zu stellen. Weitere neue Werkzeuge ermöglichen die Erfassung von Kontext- und Anwendungsinformationen – z. B. durch einfaches Drag-and-Drop von Bildern in die Datenbasis. Entwickler können darüber hinaus bei der Materialauswahl eine App nutzen, um sich nahtlos mit dem unternehmenseigenen PLM-System zu verbinden und zu fragen: „Wo wird das Material verwendet?“ Der Zugriff auf das Know-how früherer Anwendungen hilft dabei, Designentwürfe zu optimieren und wiederholte Produktfehler oder -ausfälle zu vermeiden.

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Simulationspaket unterstützt bei Modellerstellung

Das neue Softwarepaket Granta MI:Simulation bietet eine verbesserte Unterstützung bei der Erstellung präziser CAE-Eingabemodelle. Dies ermöglicht eine vollständig rückverfolgbare Ableitung dieser Modelle über die Granta MI:Data-Analysis-Apps, die grundlegende Aufgaben wie z. B. Glättung, Mittelwertbildung und Modellanpassung unterstützen. Neue Skript-Werkzeuge ermöglichen es, diese Anwendungen auf spezifische Bedürfnisse eines Unternehmens anzupassen, das verbreitete Skript-Sprachen wie Matlab und Python einsetzt. Weitere Verbesserungen der MI:Materials Gateway Software vereinfachen den direkten Zugriff auf diese Materialmodelle innerhalb der CAE-Umgebung und helfen den Berechnungsingenieuren, geeignete Daten zu finden und diese anzuwenden. Dies ermöglicht es Unternehmen, die erforderliche Konsistenz zu gewährleisten und den größten Nutzen aus ihrer Investition in die Simulation zu ziehen.

Verbotene Substanzen leichter verwalten

Version 9 vereinfacht es darüber hinaus, die Informationen über verbotene Substanzen zu aktualisieren und zu verwalten. Die Anwender können sehr einfach Aktualisierungen der Referenzdaten für gesetzliche Vorgaben (wie z. B. Reach), Substanzen, Werkstoffe, Beschichtungen und Spezifikationen anwenden und diese mit den sich ständig verändernden unternehmensinternen Daten zusammenführen und verknüpfen. Ein neue „Substances to Specifications” Auswertung führt übersichtlich durch diese komplexe Informationsquelle, um zu identifizieren, welche Werkstoffe, Beschichtungen oder Spezifikationen bestimmte chemische Substanzen enthalten. Mit diesem Wissen können Unternehmen ihr Risiko und die Einhaltung der Vorschriften beurteilen, um anschließend geeignete Maßnahmen, wie z. B. die Kontrolle der Werkstoff- und Prozessauswahl, einzuleiten und dadurch Zeit und Kosten aufgrund vermiedener nachfolgender Störungen einzusparen.

Daten für die additive Fertigung verwalten

Mit dem neuen Release ist es einfacher denn je, eine Vielzahl von Datentypen nach Excel und anderer Entwicklungssoftware zu exportieren, darunter zahlreiche Datei- und Bildformate. Die Software profitiert von neuen Werkzeugen, die im Laufe dieses Jahres veröffentlicht wurden, um Daten für die additive Fertigung zu verwalten und bei der Qualifizierung von Verbundwerkstoffen zu unterstützen. Darüber hinaus wurde die umfangreiche Granta MI Referenzdatenbibliothek für Metalle, Verbundmaterialien, Kunststoffe, Keramik und natürliche Werkstoffe aktualisiert – inklusive der neuesten Daten der MMPDS-09 Luftfahrtlegierungen, neue Versionen von Campus und Prospector Kunststoffe und neue Stahl-Daten für MI-21, StahlDat und SteelSpec sowie weitere Metalle.

„Die unternehmensweite Integration von ‚Materialintelligenz‘ ermöglicht es Unternehmen, aus ihrem strategischen und wertvollen Werkstoffwissen den maximalen Nutzen zu ziehen“, sagte Dan Williams, Product Manager für Granta MI. „Mit der Version 9 von Granta MI haben wir Verbesserungen auf Basis von Kundenerfahrungen eingeführt, um die bisher leistungsfähigste Enterprise-Version zu liefern.“ (mz)

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