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Elektroplanung Wenn Sonderanlagen Standard sind

| Autor / Redakteur: Gerald Scheffels / Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

In der Elektroplanung des Bereichs Engineered Solutions von Dräger ist kein Projekt wie das andere. Denn die Flucht- und Rettungskammern sowie Brandsimulationsanlagen, die in Lübeck geplant und gebaut werden, werden exakt an die individuellen Anforderungen und Wünsche der Kunden angepasst. Moderne Konstruktions-Tools wie Eplan Electric P8 sorgen für eine Standardisierung und Automatisierung der Elektroplanung dieser Sonderanlagen.

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Ein besonders heißes Aufgabenfeld von Dräger ist die Entwicklung und Fertigung von Brandsimulationsanlagen – hier am Beispiel einer Flashover-Übungsanlage.
Ein besonders heißes Aufgabenfeld von Dräger ist die Entwicklung und Fertigung von Brandsimulationsanlagen – hier am Beispiel einer Flashover-Übungsanlage.
(Bild: Dräger)

In einer Flucht- oder Rettungskammer von Dräger kann sich Personal auch unter widrigen, ja sogar lebensfeindlichen Bedingungen aufhalten. Denn die containerähnliche Kammer stellt alles bereit, was man zum Überleben braucht – vor allem Atemluft (Bild 1).

Rettung von Personal – und Simulation von Bränden

Je nach Ausführung bereiten die Anlagen diese Luft aus der Umgebungsluft auf oder erzeugen sie vor Ort. Sensoren überwachen kontinuierlich alle relevanten Parameter. Ein leichter Überdruck gewährleistet, dass keine Schadstoffe in die Kammern eindringen, die je nach Kundenwunsch u.a. mit Klimatisierung, Wasserversorgung und Notfall-Equipment ausgestattet sind. Dabei ist eine Verweildauer von bis zu acht Stunden (Fluchtkammern) bzw. 96 Stunden (Rettungskammern) möglich. Diese Systeme sind weltweit vor allem im Berg- und Tunnelbau gefragt.

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Im zweiten Geschäftsfeld von Dräger sind die Anlagen nochmals individueller: Brandübungs- und -simulationsanlagen erlauben das kontrollierte Auslösen von Bränden und schaffen damit die Voraussetzung für gezielte Brandbekämpfungsübung etwa an Flugzeugrümpfen, Brandhäusern oder Industrieanlagen. Dabei lassen sich verschiedene Szenarien erzeugen – vom lokalen Brandherd bis zum „Flashover“ (Bild 2). Dafür benötigt man eine ausgeklügelte Steuerungstechnik, die nicht nur den Brenner entsprechend steuert, sondern auch eine große Bandbreite an Gas- und Temperatursensoren sowie Optosensorik und Kameratechnik, die letztlich den Erfolg der Brandbekämpfung erfasst.

Immer „built to order“

Für die Elektrokonstrukteure dieses Dräger-Geschäftsfeldes bedeutet das: Jedes Projekt ist mit intensiver und individueller Entwicklungsarbeit verbunden. Olaf Böhm, Teamleiter Elektrotechnik: „Wir unterscheiden zwischen zwei Arten von Projekten: ´configured to order´ und `engineered to order´.“ Das gilt auch für weitere Produkte von Dräger Engineered Solutions wie zum Beispiel für die kompletten Lösch- und Rettungszüge, die an Eisenbahngesellschaften geliefert werden und neben der Brandbekämpfung in Tunneln auch die Evakuierung der Passagiere in speziell dafür eingerichteten Waggons erlauben.

Umfassendes elektrotechnisches Know-how

So unterschiedlich diese Produkte sind – sie haben letztlich alle die Aufgabe, Leben zu schützen, unterstützen oder zu retten. Damit erfüllen sie den Anspruch, den Dräger in der Leitidee „Technik für das Leben“ ausdrückt.

Alle Anlagen nutzen die Basistechnologien der Gassensorik und Luftaufbereitung (zu der auch die CO2-Absorption gehört), die für alle Dräger-Geschäftsbereiche kennzeichnend ist. Und in allen ist umfassendes elektrotechnisches Know-how „eingebaut“.

Umfassende Bibliothek für die Elektroplanung

Dabei ist immer gewährleistet, dass die gewonnenen Erfahrungen in jedes neue Projekt einfließen. Denn die Konstrukteure haben auf der steuerungstechnischen Ebene Module definiert und eine umfassende Bibliothek angelegt, die eine individuelle Projektierung unter Nutzung vorhandener Konstruktionen erlaubt. Carsten Urban, Elektrokonstrukteur bei Dräger: „In der Regel verwenden wir Vorgängerprojekte als Vorlage.“ Entscheidend dafür, welche Vorlage zum Einsatz kommt, ist nicht nur die mit dem Kunden vereinbarte Ausstattung der Anlage, sondern auch der gewünschte Automationsgrad, der je nach Kunde und Zielland sehr unterschiedlich ist.

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