Elektroplanung

Wenn Sonderanlagen Standard sind

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Konstruktionsmethodik: Start mit R+I-Schema

Die Elektrokonstrukteure starten ihre Arbeit mit einem R+I-Schema, das in Eplan PPE (jetzt: Eplan Preplanning) erstellt wird und auch die Kommunikation und Abstimmung mit den Kunden erleichtert. Carsten Urban: „Bevor wir das System verwendet haben, gab es nur eine textliche Beschreibung der Anlagen- und Steuerungsfunktionen. Jetzt ist die Vorplanung sehr viel übersichtlicher und klarer definiert. Wir integrieren hier die Gewerke Elektrotechnik, Fluidtechnik und Programmierung, zum Teil auch die Mechanik.“

In Zukunft: Durchgängig von der Vorplanung zur Detailplanung

Das bereits eingeführte Eplan P&ID soll jetzt noch weiter verbessert werden: Die Konstrukteure planen die Umstellung auf Eplan Preplanning. Dieses Werkzeug erlaubt die gewerkeübergreifende Vorplanung von kompletten Automatisierungsanlagen. Olaf Böhm: „Mit Eplan Preplanning ist die Durchgängigkeit zu Eplan Electric P8 gegeben. Dann wird sich unser Workflow nochmals verbessern, weil wir von der Vorplanung bis zur Detailplanung durchgängige CAE-Systeme nutzen.“

Elektrokonstruktion mit hohem Anspruch

Bei der Elektrokonstruktion selbst gelten hohe Ansprüche an die Sicherheit und Zuverlässigkeit – schließlich geht es immer darum, Menschenleben zu schützen, unterstützen und zu retten. Die Flucht- und Rettungsräume sind in der Regel mit mehreren Schaltkästen ausgestattet, die jeweils einzelne Aufgaben wie die Steuerung von Luftaufbereitung, Sensorik und Klimatisierung übernehmen. Olaf Böhm: „Wir arbeiten auf der Basis von den relevanten IEC-Normen und berücksichtigen bei der Planung viele landes- und unternehmensspezifische Bestimmungen.“ Auch die mikrocontroller-basierte Auswerteelektronik für die Gassensorik gehört zum Lieferumfang von Dräger.

In der Eplan Datenbank wählen die sieben Elektrokonstrukteure von Dräger Engineered Solutions ein Referenzprojekt aus, das dem zu entwickelnden Projekt am ähnlichsten ist, und modifizieren es nach den individuellen Anforderungen. Dabei ist es von Vorteil, dass sie auf einen großen „Schatz“ an vorhandenen Projekten zurückgreifen können. Carsten Urban: „Auch unsere Komponentenbibliothek ist sehr umfangreich. Deshalb ist der Aufwand für die Anpassung nicht allzu groß.“

Zentrales PLM erleichtert die Konstruktionsarbeit

Erleichtert wird den Konstrukteuren die Arbeit dadurch, dass alle Konstruktionsdaten in einem zentralen Product Lifecycle Management-System (PLM) gespeichert werden. Olaf Böhm: „Wir legen die Projekte mit sämtlichen Daten und Zeichnungen aller Gewerke – einschließlich der Revisionierungen – im PLM System Agile ab und haben somit stets den aktuellen Stand zur Hand.“ Nicht nur Eplan Electric P8, sondern auch die von den anderen Gewerken genutz-ten CAD-Tools wie Autocad und ProEngineer sind über Schnittstellen an das PLM-System angebunden. Die Konstrukteure haben also gewerkeübergreifend Zugriff auf den gesamten Datenbestand und somit auf den Erfahrungsschatz, der in die Entwicklung der lebensrettenden Sonderanlagen eingeflossen ist. (mz)

* Gerald Scheffels, Fachjournalist, Wuppertal

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