Erneuerbare Energien

Weltweit erste schwimmende Solarfolie auf Zypern installiert

| Redakteur: Bernhard Richter

Den ersten Einsatzort der Contitech-Solarfolie ist ein Wasserbecken auf Zypern, nahe der Stadt Limassol. Es ist 6500 m² groß und 4,5 m tief. Die momentan 80 Solarzelleneinheiten liefern, wie es heißt, eine Leistung von 20 kWp.
Den ersten Einsatzort der Contitech-Solarfolie ist ein Wasserbecken auf Zypern, nahe der Stadt Limassol. Es ist 6500 m² groß und 4,5 m tief. Die momentan 80 Solarzelleneinheiten liefern, wie es heißt, eine Leistung von 20 kWp. (Bild: Contitech)

Die gigantische Solarfolie soll das gesammelte Wasser in einem Reservoir in der Region Limassol nicht nur sichern, sondern auch vor Verdunstung und Schmutz schützen. Zusätzlich hat die Folie noch weitere interessante Eigenschaften...

Die auf der Spezialfolie integrierten Photovoltaikmodule erzeugen nachhaltigen, elektrischen Strom aus Sonnenenergie, während gleichzeitig das Wasser vor Schmutz und Verdunstung geschützt wird. Mit dem Strom werden dann die Pumpenanlagen betrieben, die das Wasser fördern und die Folie leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Auf unserem Planeten ist die Nachfrage nach einer netzunabhängigen Wasser- und Stromversorgung massiv, vor allem in trockenen Regionen. Innovationen wie diese generieren mehr landwirtschaftliche Erzeugnisse und sichern wirtschaftliche Existenzen“, erklärt Hans-Jürgen Duensing, im Continental-Vorstand verantwortlich für die Division Contitech. Das sei ein eindrucksvolles Beispiel, wie die Zukunft der Wasser- und Energieversorgung in heißen Regionen mit wenig Niederschlag gesichert werden könnte.

Stets sauberes Wasser für Trockenregionen

Die schwimmende Solarfolie kompensiert laut Hersteller auf einfache Weise mangelhafte Wasser- und Stromversorgung und sorgt über eine Jahrzehnte UV-Licht beständige Folie für eine geringere Algenbildung im Wasser“, erläutert Tobias Haarburger, im Continental-Konzern verantwortlicher Treiber für diese Neuheit, die Potenziale und den Nutzen des Systems. Diese Installation berge weltweit eine große Chance für die staatliche sowie die private Wasserversorgung in heißen Ländern, beispielsweise in Afrika oder in der amerikanischen Mojave-Wüste südlich von Las Vegas.

Eine robuste, jahrzehntelang haltbare PVC-basierte Solarfolie mit darauf applizierten Solarzellen verhindert das Verdunsten von gesammeltem Wasser, unterbindet Algenbildung und Verschmutzung und liefert gleich noch den Strom für den Betrieb der Förderpumpen, sagt der Hersteller Continental.
Eine robuste, jahrzehntelang haltbare PVC-basierte Solarfolie mit darauf applizierten Solarzellen verhindert das Verdunsten von gesammeltem Wasser, unterbindet Algenbildung und Verschmutzung und liefert gleich noch den Strom für den Betrieb der Förderpumpen, sagt der Hersteller Continental. (Bild: Continental)

Gemeinsam mit der zentralen zypriotischen Wasserbehörde habe das Hannoveraner Unternehmen die schwimmende Solarfolie fürs Limassoler Wasserreservoir, das eine Größe von 6500 m² hat und eine Tiefe von 4,50 m, konzipiert. Das Becken, heißt es weiter, wird vollständig von der funktionalen Folie abgedeckt. „So verdunstet das gespeicherte Wasser nicht, das zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen in der Umgebung genutzt wird“, ergänzt der studierte Anlagenbauingenieur und Experte für Wasseraufbereitung Haarburger. In einem ersten Schritt wurden im März insgesamt 80 Photovoltaikmodule mit einer Leistung von 20 kWp auf die Folie appliziert. Rund 700 weitere Elemente folgen laut Contitech in einer zweiten Phase. Bei der eingesetzten Folie handelt es sich um einen dreilagigen, semiflexiblen Schichtstoff aus PVC, der begehbar und über Jahrzehnte UV-lichtbeständig ist. Auf dem Wasserspeicher sind zusätzliche Tauchpumpen aus Deutschland installiert, welche die Aufgabe übernehmen, das sich sammelnde Regenwasser auf der Oberfläche der Folienabdeckung wegzupumpen.

Mehrere Jahrzehnte funktionsfähig

Continental liefere ein Produkt, das durch den hohen Grad der Vorfertigung einfach installiert werden könne. So genüge zum Ausheben der Becken ein Bagger. Aufwändige Betonierung und große Baustellen könnten entfallen. Die Bahnen sind bis zu 1,80 m breit können einfach verlegt und miteinander verbunden werden, heißt es. Die reißfesten Folien sei außerdem begehbar, sodass Wartungsarbeiten mühelos durchgeführt werden könnten. Wind und Sand könnten den Flachmodulen nicht so leicht etwas anhaben. Das System hat eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten, betont der Hersteller. Individuell schwimmenden Solareinheiten deckten hingegen die Wasseroberfläche kaum oder nur wenig ab, heißt es.

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Anwendung finden derartige Anlagen aber auch zum Abdecken von Wassersammelbecken in der Nähe von Flughäfen ,so die Contitech-Spezialisten. „Vogelschwärme, die auf den meist künstlich angelegten Teichen rasten, würden so den naheliegenden Flugverkehr nicht beeinträchtigen“, präzisiert Haarburger. Und auch hierbei könnten Algen keine wichtigen Siebe oder Filter verstopfen. Außerdem werde eine mögliche Geruchsbelästigung vermieden, denn Fermentierungs- beziehungsweise Gärungsprozesse werden, wie es heißt, sicher unterbunden.

Gemeinsam erfolgreich

Die Folie ist eine Gemeinschaftsleistung von Experten. Darunter Ingenieure und Innovationsmanager der Continental, die zusammen mit Wassermanagern, Spezialisten für Hochspannung, Photovoltaikherstellern sowie wissenschaftlichen Instituten das neuartige System entwickelt haben. Continental wurde 2016 für seine innovative und energieerzeugende Oberflächenabdeckung für Wasserreservoire mit dem Inovyn Award in der Kategorie Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

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