Robotik und Automation

Welt-Robotik-Award 2016 geht an Yumi von ABB

| Redakteur: Katharina Juschkat

Der Zweiarm-Roboter Yumi wurde als wegweisende Robotiklösung ausgezeichnet. „Traditionelle Ansätze wird man durch Yumi neu überdenken müssen“, sagt Per Vegard Nerseth, Leiter des globalen Geschäftsbereichs Robotik.
Der Zweiarm-Roboter Yumi wurde als wegweisende Robotiklösung ausgezeichnet. „Traditionelle Ansätze wird man durch Yumi neu überdenken müssen“, sagt Per Vegard Nerseth, Leiter des globalen Geschäftsbereichs Robotik. (ABB)

Der zwölfte IERA-Award für Robotik und Automation des Weltroboterverbands IFR geht in diesem Jahr an den kollaborativen Zweiarm-Roboter Yumi von ABB Robotics. Das wurde am 21. Juni 2016 auf dem 47. International Symposium on Robotics in München verkündet.

Der Name steht für “you and me – wir arbeiten zusammen“ – denn der Roboter Yumi wurde speziell dafür entwickelt, ohne Schutzzaun mit seinen menschlichen Arbeitskollegen Seite an Seite zu arbeiten. Der Weltroboterverband International Federation of Robotics (IFR) überreichte den Invention and Entrepreneurship Award in Robotics and Automation (IERA) an ABB Robotics gemeinsam mit der Robotics and Automation Society der internationalen Ingenieursvereinigung (IEEE-RAS) in München.

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Agiler Roboter für flexibles Produktionsumfeld

„Alle drei Finalisten haben uns wegweisende Robotiklösungen präsentiert“, sagt Joe Gemma, Präsident der IFR. „Unser Wettbewerb zeigt, dass die neue Ära der Automatisierung, in der Mensch und Roboter Hand in Hand arbeiten, bereits begonnen hat.“

Der Zweiarm-Roboter Yumi von ABB Robotics verfügt über zahlreiche Funktionalitäten wie das Visionssystem, Greifer oder berührungsempfindliche Sensorik, die neue Einsatzfelder in der Industrie-Montage eröffnen. Die Bewegungen seiner Arme sind dem Menschen nachempfunden. Damit soll der Roboter für ein flexibles und agiles Produktionsumfeld geeignet sein – beispielsweise in der Elektronikindustrie oder bei der Herstellung von Uhren, Spielzeug sowie Automobilkomponenten. Seine Programmierung ist auf den Anwender zugeschnitten. Zudem verfügt Yumi über ein „sicherheitsorientiertes Verhalten“ für die gefahrlose Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine.

Die Preisverleihung (v.l.): Joe Gemma, IFR-Präsident; Erwin Prassler, Awards Chair; Phil Crowther und Per Vegard Nerseth von ABB; Esben Østergaard von Universal Robots und Johan Frisk von Opiflex Automation.
Die Preisverleihung (v.l.): Joe Gemma, IFR-Präsident; Erwin Prassler, Awards Chair; Phil Crowther und Per Vegard Nerseth von ABB; Esben Østergaard von Universal Robots und Johan Frisk von Opiflex Automation. (Bild: ABB)

Eine neue Phase der industriellen Automation

„ABB hat die Jury durch die Integration von drei wesentlichen Elementen überzeugt: visuelles System, sichere Kollaboration mit dem Menschen und Zufuhr von Kleinteilen in den Zweiarm-Roboter für die Montage“, sagt Erwin Prassler, Vizepräsident der IEEE-RAS.

„Traditionelle Ansätze von Fertigungsverfahren und Industrieprozessen wird man durch Yumi neu überdenken müssen“, sagt Per Vegard Nerseth, Leiter des globalen Geschäftsbereichs Robotik. „Yumi wird neue Einsatzmöglichkeiten bieten, womit wir am Beginn einer neuen Phase der industriellen Automation stehen.“

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Die beiden weiteren Finalisten: Der dänische Roboterbauer Universal Robots schickte „UR3“ ins Rennen – einen flexibel und präzise arbeitenden Cobot (kollaborativer Roboter) für Montagearbeiten und die automatisierte Werkbank. Das schwedische Unternehmen Opiflex Automation zeigte eine mobile Roboterplattform. Die Docking-Lösung ist mit Standard-Industrie-Robotern verschiedener Anbieter und Größen kompatibel und erlaubt es, den Einsatzort in der Werkhalle schnell zu wechseln.

Für die Preisverleihung am 21. Juni 2016 trat ein gemeinsames Forum von IFR und IEEE-RAS im Rahmen des 47. International Symposium on Robotics in München zusammen. Die Wettwerber, die es in die Endausscheidung geschafft hatten, präsentierten im Plenum ihre Lösungen. Anschließend entschied die Jury aus hochrangigen Vertretern von Industrie und Wissenschaft über den diesjährigen Gewinner.

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