Predictive Maintenance (Video)

Was die vorausschauende Wartung bringt

| Redakteur: Katharina Juschkat

Egal, in welcher Industriebranche – Predictive Maintenance ist überall ein Thema.
Egal, in welcher Industriebranche – Predictive Maintenance ist überall ein Thema. (Bild: Schaeffler)

Predictive Maintenance ist in aller Munde. Aber wie konkret die vorausschauende Wartung umgesetzt wird und wie sich damit Geld verdienen lässt, darüber sind sich viele Unternehmen noch unklar. Der VDMA stellt in einer Studie dennoch fest, dass sie unabdingbar ist.

Die vorausschauende Wartung ist ein Schlüsselthema für die produzierende Industrie. Zu diesem Ergebnis kam die Studie „Predictive Maintenance: Service der Zukunft – und wo er wirklich steht“, die vom VDMA, der Deutschen Messe AG und Roland Berger durchgeführt wurde.

Die Studie hat über 150 namhafte deutsche Maschinenbauer befragt und zeigt, dass „vorausschauende Wartung eine der Schlüsselinnovationen von Industrie 4.0 ist“, sagt Ralph Lässig, der die Studie auf der diesjährigen Hannover Messe vorstellte. Dies gelte insbesondere für den Maschinenbau. „Für die Maschinenbauer steht viel auf dem Spiel“, sagt Lässig. „Sie müssen deshalb bei Predictive-Maintenance-Lösungen führen.“

Aus Condition Monitoring wird Predictive Maintenance

Die vorausschauende Wartung baut auf dem bereits in vielen Branchen üblichen Condition Monitoring auf, das den Verschleißzustand von Bauteilen erkennt und überwacht. Predictive Maintenance nutzt die per Condition Monitoring erfassten Daten, um die voraussichtliche Entwicklung des künftigen Maschinenzustandes vorherzusagen und um die Planung von Instandhaltungsmaßnahmen zu unterstützen.

Unter den befragten Unternehmen befassen sich bereits 81 % intensiv mit der vorausschauenden Wartung, jedes zweite befragte Unternehmen bezeichnet sie mit Blick auf den Service als „Erfolgsfaktor, um nachhaltig Serviceumsätze aufrecht zu erhalten und auszubauen“. Allerdings gibt es bei der Umsetzung erhebliche Unterschiede. Lässig erzählt: „Auf der einen Seite verfügt etwa jedes zehnte Unternehmen bereits über komplette Angebote, während auf der anderen Seite etwa jede fünfte Firma überhaupt noch nicht aktiv ist.“ 40 % der Befragten befinden sich noch in der Entwicklungsphase, 30 % verfügen über ein Basisangebot. „Diese Ergebnisse spiegeln das derzeitige Bild im Maschinen- und Anlagenbau gut wider“, sagt Peter-Michael Synek, stellvertretender Geschäftsführer im VDMA-Fachverband Fluidtechnik.

Wie setzt man Predictive Maintenance um – und wie verdient man Geld damit?

Die überwiegende Mehrheit (79 %) sieht den wesentlichen Nutzen darin, dass sich Produktionsleistung und Qualität erhöhen. Etwa jeder Fünfte sieht die Wartung dagegen nur als Maßnahme, um die Service- und Instandhaltungskosten zu senken. Wie sich aber ein zusätzlicher Umsatz erzeugen lässt und was der Kunde braucht, kann sich nur etwa jeder Zehnte vorstellen. So steht der Realisierung eines Konzeptes auch selten technische Hindernisse im Weg. Vielmehr haben die Unternehmen Defizite in der Analyse, Mustererkennung und Prognose. Knapp 65 % wissen nicht, welchen Part sie innerhalb der Wertschöpfungskette spielen könnten. Deshalb setzt die Mehrheit (69 %) auf externe Spezialisten, 40 % schließen auch eine direkte Zusammenarbeit mit Wettbewerbern nicht aus.

Unklarheit besteht auch noch darüber, wie sich mit der vorausschauenden Wartung Geld verdienen lässt. Etwa jeder vierte Befragte setzt auf Serviceverträge. Einig sind sich die Befragten zumindest, dass ohne Wissen zur Digitalisierung, Vernetzung und Big Data kein Predictive-Maintenance-Geschäftsmodell funktionieren wird.

Predictive Maintenance Anwendungen im Mittelpunkt der MDA

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Drei Möglichkeiten auf dem Weg zu einem Predictive-Maintenance-Konzept

Auf dem Weg zu einem individuellen Predictive-Maintenance-Konzept unterscheiden die Studienautoren drei Möglichkeiten:

1. Market-Pull – Die Unternehmen sollten gemeinsam mit den Kunden individuelle Predictive Maintenance-Lösungen entwickeln und dabei Methoden der digitalen Welt wie Design Thinking und Co-Creation nutzen.

2. Neuer Marktzugang per Digitalmodell – Neue Produkte verlangen nach neuen Vertriebswegen. Dieser wird Kunden mit Hilfe konkreter „Use Cases“ und softwareorientierten Methoden der Preisgestaltung aufgezeigt.

3. Kollaborieren mit Netzwerk-Methoden – Der Maschinenbauer nutzt seine eigenen Stärken, ist aber offen für Partnerschaft mit branchenfremden Unternehmen – eventuell sogar mit Wettbewerbern.

Insgesamt ziehen die Autoren ein positives Fazit: Jedes zweite Unternehmen rechnet mit einem Durchbruch in Sachen Predictive Maintenance bis 2020. „Allerdings darf PM auch nicht als ,Heilsbringer‘ gesehen werden, der bisherige Defizite im Service-Angebot ausgleicht“, warnt Roland-Berger-Experte Sebastian Feldmann. „Das Servicegeschäft muss weiterhin in einem ganzheitlichen Unternehmensansatz analysiert und optimiert werden.“ (kj)

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04.04.17 - Weniger Energieverbrauch und eine vorausschauende Wartungsstrategie: Diese Ziele verfolgte die Gummiwerk KRAIBURG GmbH & Co. KG bei der Einführung eines neuen Walzwerks. Predictive Maintenance mit dem Online Diagnostics Network (ODiN) und ein Frequenzumrichter von Rexroth haben beides möglich gemacht. lesen

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