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Metallbearbeitung

Vom Stecknadelkopf bis 2,3 m Höhe

| Autor: Ute Drescher

Die Ypsotec AG bietet Dreh-, Fräs- und Laserbearbeitungen sowie die Montage von Bau-gruppen an – erfolgreich seit über 100 Jahren.

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Rund 7,5 Mio. Präzisionsteile verlassen jährlich bei der Ypsotec AG, Grenchen, das Band, erklärt Jürg Aegerter, Vice President Marketing & Sales.
Rund 7,5 Mio. Präzisionsteile verlassen jährlich bei der Ypsotec AG, Grenchen, das Band, erklärt Jürg Aegerter, Vice President Marketing & Sales.
(Bild: U. Drescher/konstruktionspraxis)

Eine 100-jährige Firmengeschichte liegt hinter der Ypsotec AG, Grenchen. Das ist dem Unternehmen nicht anzumerken: Lag der Fokus noch vor einigen Jahren auf dem Langdrehen sowie der Medizintechnik, stehen heute unterschiedliche Industrieanwendungen und ein breites Spektrum an Kompetenzen im Mittelpunkt, darunter neben dem Lang-, auch das Kurzdrehen, Fräsen, Laserschweißen/-gravieren sowie die Montage.

Um ein Projekt mit einem Schweizer Kunden wirtschaftlich und mit hohen Stückzahlen zu realisieren, hat das Unternehmen zuletzt 2016 in eine Mehrspindeldrehmaschine investiert. Die Anlage ist eine Kombination aus einem Kurz- und einem Langdreher. Aufgrund der sechs beweglichen Spindelstöcke kann die Maschine diverse Teile bis zu einer Länge von 40 mm herstellen. „Und das in einer unglaublich schnellen Taktzeit“, betont Jürg Aegerter, Vice President Marketing und Sales bei Ypsotech.

In Maschinen investiert

Das Unternehmen wird auch weiter in die Maschinenentwicklung investieren. So sind in der 3D-Bearbeitung bereits die ersten Bearbeitungszentren und Transfermaschinen für die komplette Bearbeitung von mechanischen oder Uhren-Präzisionsteilen entstanden. Sie verfügen über eine immer größer werdende Zahl numerischer Achsen sowie über verschiedene Ausrüstungen wie Werkzeugmagazine und -wechsler, In-situ-Messung sowie Palettierung für flexibles Bearbeiten. „Darüber hinaus wird der 3D-Druck immer bestimmender“, prognostiziert Jürg Aegerter für die Zukunft.

BUCHTIPPDas Buch „Additive Fertigung“ beschreibt Grundlagen und praxisorientierte Methoden für den Einsatz der additiven Fertigung in der Industrie. Das Buch richtet sich an Konstrukteure und Entwickler, um eine erfolgreiche Implementierung additiver Verfahren in ihren Unternehmen zu unterstützen.

Fertigung auch in Tschechien

Ergänzend zur automatisierten Fertigung in Grenchen unterhält Ypsotec eine Tochterfirma in Tschechien mit 90 Mitarbeitern, die Yspotec Tábor. Dort werden im Futterdrehen Teile von bis zu 320 mm Durchmesser manuell geladen und gedreht oder vor- und nachbearbeitet. Dasselbe gilt im Fräsen. Die Losgrößen liegen zwischen 50 und 50.000 Stück. „So können wir für denselben Kunden Präzisionsteile in der Größe eines Stecknadelkopfes, aber auch Baugruppen mit Bauhöhen von 2,30 Meter herstellen", erklärt Aegerter.

„Hocheffiziente Maschinen, gut ausgebildete Mitarbeiter sowie fortschrittliche Programmiertechnik“,nennt Aegerter die Kernkompetenzen, mit denen das Unternehmen die Herausforderungen der Zukunft bewältigen will. Zu diesen Herausforderungen werden neben rascher Lieferung und Kosteneffizienz auch zunehmend komplexere Werkstücke mit hohen Anforderungen an Form- und Lagetoleranzen gehören. Auch mit neuen Materialien, die nicht zwingend für die Zerspanung geeignet sind, werden die Experten in Grenchen und Tábor umgehen müssen. Und darüber hinaus auch auf die Forderung nach vielen Teilefamilien und steigender Variantenvielfalt eingehen müssen. Aegerter: „Das erhöht die Komplexität der Planung“.

Die Ypsotec AG fühlt sich gut vorbereitet. Auch die Geschäftsführung ist gerade in jüngere Hände übergegangen: Im Juni hat Daniele Marco Galatioto die Verantwortung von Maurice Meytre übernommen, der sich in den Ruhestand verabschiedet. Die nächsten 100 Jahre können kommen.

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Über den Autor

Ute Drescher

Ute Drescher

Chefredakteurin, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht