Corona Virenbewegungen messen – ein neues Verfahren macht es möglich

Redakteur: Sebastian Hofmann

Die TU Graz hat eine Messemethode entwickelt, mit der sich die Verteilung infektiöser Aerosole in Innenräumen nachvollziehen lässt. Sie soll dabei helfen, das Übertragungsrisiko zu minimieren.

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Die Entwickler des neuen Messverfahrens mit einem der beheizbaren Dummys, die infizierte Personen nachahmen sollen.
Die Entwickler des neuen Messverfahrens mit einem der beheizbaren Dummys, die infizierte Personen nachahmen sollen.
(Bild: Cleanroom Technology Austria)

Zentraler Baustein des Verfahrens ist ein sogenanntes Tracergas, das die TU Graz entwickelt hat und das in seinem Ausbreitungsverhalten dem von Coronaviren und anderen infektiösen Aerosolen ähnelt. Es wird in den Testräumen freigesetzt und ermöglicht es, die Virenbewegung zu simulieren.

Ergänzt wird es durch eigens entwickelte beheizbare Puppen, die in den Räumen aufgestellt werden, um infizierte Personen nachzuahmen. Das mag skurril anmuten, hat aber einen wissenschaftlichen Hintergrund: Bei der Verbreitung von Aerosolen in Innenräumen, spielt die Thermik eine entscheidende Rolle. Und diese wird beeinflusst durch menschliche Körperwärme und Wärmeabgabe. Je nach Raumgröße und -beschaffenheit müssten deshalb mehrere Test-Dummys eingesetzt werden, so die Entwickler.

Einsatz in ÖPNV, Großraumbüros und Eventhallen

Angeboten wird die Messmethode als Dienstleistung vom Wiener Hygienelabor IBO Innenraumanalytik. Unternehmen können sie sich zunutze machen, um das Risiko einer Coronaübertragung in ihren Räumlichkeiten zu ermitteln. Ebenso eigne sich das Verfahren für den Einsatz in öffentlichen Verkehrsmitteln, Opern- und Konzerthäusern sowie in weiteren Veranstaltungssälen.

Zeitlich gemittelte Aerosolkonzentration bei realer Atmung (links) beziehungsweise Tracergaskonzentration für verschieden temperierte Tracergase beim kontinuierlichen Einströmen (mitte, rechts).
Zeitlich gemittelte Aerosolkonzentration bei realer Atmung (links) beziehungsweise Tracergaskonzentration für verschieden temperierte Tracergase beim kontinuierlichen Einströmen (mitte, rechts).
(Bild: Radl - TU Graz)

Fallen die Ergebnisse nicht zufriedenstellend aus, können die Auftraggeber nachbessern – etwa durch eine großflächigere Verteilung der Sitzplätze oder eine angepasste Raumbelüftung.

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