Mikroplastik aus Trinkwasser entfernen, dramatische Effekte im Opernhaus, umweltfreundlicher Landstrom für Kreuzfahrtschiffe, ultrapräzise Positionierung in der Mikrochipherstellung: Dies ermöglichen die innovativen Energieketten-Anwendungen, die nun mit dem Vector Award ausgezeichnet wurden.
Die Gewinner des Vector Awards 2026: Gold geht an Cruise Port Rotterdam, Silber bekommt Jenaer Antriebstechnik. Bronze erhält das Royal Ballet and Opera aus London. Den grünen Vector gewinnt Membion.
(Bild: Igus)
Die Gewinner des 10. Vector Awards 2026 von Igus stehen fest:
Der Terminal-Betreiber Cruise Port Rotterdam überzeugte die Jury mit einem System für die Landstromversorgung von Kreuzfahrtschiffen in Häfen. Dafür bekommt er den goldenen Vector verliehen.
Der silberne Vector geht an die Jenaer Antriebstechnik GmbH für ein ultrapräzises Positionierungssystem in der Mikrochip-Herstellung
Den bronzene Vector erhält das Royal Ballet and Opera aus London für einen 37 Meter hohen Bühnenturm mit absenkbarer Multimediatechnik.
Über den grünen Vector freut sich Membion GmbH. Das Unternehmen hat einen Membranbioreaktor für die Filterung von Mikroplastik aus Trinkwasser entwickelt.
Der Veranstalter verzeichnete zur Jubiläumsausgabe des Wettbewerbs, der kreative und nachhaltige Energieketten-Anwendungen prämiert, eine Rekordbeteiligung von 424 Bewerbungen aus 36 Ländern.
Landstromversorgung verringert Luftverschmutzung
Über die Landstromkabel erhalten Kreuzfahrtschiffe im Hafen Strom. Auf See erzeugen sie ihn selbst - über Generatoren, die von Diesel-, LNG- oder Schwerölmotoren angetrieben werden.
(Bild: Igus)
Von wegen frische Meeresluft: Viele Hafenstädte leiden unter hoher Abgasbelastung, wenn Schiffe ihre Motoren für die Stromversorgung laufen lassen. Messungen des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) zeigen: An Terminals finden sich stellenweise über 400.000 Partikel in einem Kubikmeter Luft. Das entspricht einer Schadstoffbelastung, die selbst die Luftverschmutzung an großen Verkehrsachsen um das bis zu Achtzigfache übersteigt.
Um die Luftqualität zu verbessern, liefert der Terminal-Betreiber Cruise Port Rotterdam seinen Kreuzfahrtschiffen als Alternative Landstrom. Dies senkt die Emissionen vor Ort auf null. Der Anschluss allerdings erwies sich als Herausforderung. Da die Meeresriesen stark in Größe und Anlegeposition variieren, musste eine fahrbare Landstromanschlusseinheit gebaut werden.
Eine Herausforderung dabei war, die Energieleitungen auf langen Verfahrwegen zu führen und vor Salz und UV-Strahlung zu schützen. Der Terminalbetreiber setzt deshalb das Igus Mobile Shore Power Outlet (iMSPO) ein. Dieses mobile Landstromsystem lässt sich flexibel and die Anforderungen moderner Terminals anpassen. Es arbeitet mit einem Gleissystem, auf dem sich ein Trolley bewegt, der die Leitungen in Rollen-Energieketten aus Hochleistungskunststoff transportiert. Diese bewegen sich in überdachten Führungsrinnen im Boden des Kais.
Gleichzeitig lässt sich das System unauffällig in die bestehende Terminalinfrastruktur integrieren und ist im täglichen Einsatz kaum sichtbar, sodass der Terminalbetrieb nicht gestört wird. Die Leitungen, die das Schiff zum Kai hinablässt, werden über den Trolley direkt verbunden. So können die Kreuzfahrtriesen ihre Dieselgeneratoren abschalten und Emissionen vermeiden. Die Vector-Jury aus Forschung, Fachpresse und Industrie zeigte sich von dieser technisch anspruchsvollen und gleichzeitig nachhaltigen Anwendung beeindruckt und zeichnete Cruise Port Rotterdam mit dem goldenen Vector 2026 aus.
700-mal dünner als ein menschliches Haar
Das Positioniersystem verwendet reinraumtaugliche Flachbandkabel der Serie E-Skin Flat und Chainflex-Leitungen.
(Bild: Igus)
Chirurgen, Uhrmacher und Restauratoren haben feines Fingerspitzengefühl. Doch auch sie könnten unmöglich in der Fertigung moderner Mikrochips arbeiten, die in Smartphones, E-Autos und Diagnosegeräten im Krankenhaus stecken. Hier sind Maschinen gefragt, die Bauteile in einem Positionierungsbereich von 0,1 Mikrometer platzieren. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist rund 700-mal dicker. Die passenden Pick-and-Place-Lösungen für diese Präzisionsarbeit entwickelt die Jenaer Antriebstechnik.
Ihre Systeme erreichen Beschleunigungen bis 100 m/s2 mit einer Wiederholgenauigkeit von ±0,1 Mikrometern. Diese unglaubliche Präzision ist allerdings nur dann möglich, wenn die Komponenten der Maschine keine störenden Vibrationen verursachen. Bei der Führung von Energie- und Datenleitungen stand das Konstruktionsteam vor dem Problem, dass klassische Schleppketten beim Aneinanderschlagen der Kettenglieder zu starke Vibrationen erzeugen. Zudem haben viele Systeme einen zu hohen Abrieb, sodass sie nicht reinraumkompatibel sind.
Die Lösung waren reinraumtaugliche Flachbandkabel der Serie E-Skin Flat von Igus in Kombination mit Chainflex-Leitungen. Das System minimiert störende Kräfte und Reibungseinflüsse. Somit ist eine konstant hohe Genauigkeit sowie ein reibungsfreies, dynamisches Bewegungsverhalten des Mehrachssystems gewährleistet.
Multimedia-Leitungsführung für 37 Meter hohen Bühnenturm
20 Energieketten sind im Bühnenturm des Opernhauses verbaut.
(Bild: Igus)
Hier lohnt sich der sprichwörtliche Blick hinter die Kulissen: Das Royal Ballet and Opera in London zählt zu den bedeutendsten Kulturinstitutionen der Welt. Ein festes Ensemble von Weltklasse-Tänzern, Sängern und Musikern bringt jährlich rund 250 Aufführungen auf die Bühne. Was das Publikum nicht sieht: Oberhalb der Bühne erstreckt sich ein 37 Meter hoher Turm, der zwei komplette Kulissen inklusive Beleuchtungstraversen absenken kann, um einen schnellen Szenenwechsel zwischen verschiedenen Produktionen zu ermöglichen. Hunderte Leitungen für Strom und Daten müssen der Bewegung der Traversen bis zum Boden möglichst leise folgen, ohne dabei Schaden zu nehmen und die Aufführung zu stören. Motorisierte Kabelspulen schieden wegen der großen Leitungsmengen aus.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Membranbioreaktor filtert selbst Bakterien und Mikroplastik
Die Membrane werden automatisiert produziert.
(Bild: Igus)
Sicheres Trinkwasser ist auch in Deutschland keine Selbstverständlichkeit: Immer mehr Mikroplastik und Arzneimittelrückstände bringen konventionelle Kläranlagen an ihre technischen Grenzen, weil die Partikel schlicht zu klein sind. Während die Bundesregierung in der „Nationalen Wasserstrategie“ den Druck auf Kläranlagen mit strengeren Grenzwerten erhöht, suchen Technologiehersteller nach neuen Filtrationsmöglichkeiten. Zu ihnen zählt die Membion GmbH aus Roetgen.
Das Unternehmen entwickelt Membranbioreaktoren, die optisch an riesige Bündel Spaghetti erinnern. Ihre Filter hingegen haben so winzige Poren, dass selbst Bakterien und Mikroplastik nicht hindurchpassen. In Kombination mit Pulver-Aktivkohle lassen sich auch Spurenstoffe wie Arzneimittelrückstände entfernen.
Zuverlässig funktioniert die automatisierte Produktion der Membrane allerdings nur dann, wenn die Leitungen, die dauerhaft unter feuchten Bedingungen und in beengtem Bauraum arbeiten, zuverlässig geschützt sind. Die Konstruktionsabteilung vertraut deshalb auf Energieketten der Serie E2 mit Chainflex-Leitungen. Die kleinen Biegeradien ermöglichen eine platzsparende Installation auch auf engem Raum. Das Ergebnis ist eine zuverlässige und langlebige Kabelführung, die den anspruchsvollen Betriebsbedingungen dauerhaft standhält.