Wettbewerb Das sind die Gewinner der Vector Awards 2026

Von Igus 4 min Lesedauer

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Mikroplastik aus Trinkwasser entfernen, dramatische Effekte im Opernhaus, umweltfreundlicher Landstrom für Kreuzfahrtschiffe, ultrapräzise Positionierung in der Mikrochipherstellung: Dies ermöglichen die innovativen Energieketten-Anwendungen, die nun mit dem Vector Award ausgezeichnet wurden.

Die Gewinner des Vector Awards 2026: Gold geht an Cruise Port Rotterdam, Silber bekommt Jenaer Antriebstechnik. Bronze erhält das Royal Ballet and Opera aus London. Den grünen Vector gewinnt Membion. (Bild:  Igus)
Die Gewinner des Vector Awards 2026: Gold geht an Cruise Port Rotterdam, Silber bekommt Jenaer Antriebstechnik. Bronze erhält das Royal Ballet and Opera aus London. Den grünen Vector gewinnt Membion.
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Die Gewinner des 10. Vector Awards 2026 von Igus stehen fest:  

  • Der Terminal-Betreiber Cruise Port Rotterdam überzeugte die Jury mit einem System für die Landstromversorgung von Kreuzfahrtschiffen in Häfen. Dafür bekommt er den goldenen Vector verliehen. 
  • Der silberne Vector geht an die Jenaer Antriebstechnik GmbH für ein ultrapräzises Positionierungssystem in der Mikrochip-Herstellung
  • Den bronzene Vector erhält das Royal Ballet and Opera aus London für einen 37 Meter hohen Bühnenturm mit absenkbarer Multimediatechnik.
  • Über den grünen Vector freut sich Membion GmbH. Das Unternehmen hat einen Membranbioreaktor für die Filterung von Mikroplastik aus Trinkwasser entwickelt.

Der Veranstalter verzeichnete zur Jubiläumsausgabe des Wettbewerbs, der kreative und nachhaltige Energieketten-Anwendungen prämiert, eine Rekordbeteiligung von 424 Bewerbungen aus 36 Ländern.

Landstromversorgung verringert Luftverschmutzung 

Über die Landstromkabel erhalten Kreuzfahrtschiffe im Hafen Strom. Auf See erzeugen sie ihn selbst - über Generatoren, die von Diesel-, LNG- oder Schwerölmotoren angetrieben werden.(Bild:  Igus)
Über die Landstromkabel erhalten Kreuzfahrtschiffe im Hafen Strom. Auf See erzeugen sie ihn selbst - über Generatoren, die von Diesel-, LNG- oder Schwerölmotoren angetrieben werden.
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Von wegen frische Meeresluft: Viele Hafenstädte leiden unter hoher Abgasbelastung, wenn Schiffe ihre Motoren für die Stromversorgung laufen lassen. Messungen des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) zeigen: An Terminals finden sich stellenweise über 400.000 Partikel in einem Kubikmeter Luft. Das entspricht einer Schadstoffbelastung, die selbst die Luftverschmutzung an großen Verkehrsachsen um das bis zu Achtzigfache übersteigt. 

Um die Luftqualität zu verbessern, liefert der Terminal-Betreiber Cruise Port Rotterdam seinen Kreuzfahrtschiffen als Alternative Landstrom. Dies senkt die Emissionen vor Ort auf null. Der Anschluss allerdings erwies sich als Herausforderung. Da die Meeresriesen stark in Größe und Anlegeposition variieren, musste eine fahrbare Landstromanschlusseinheit gebaut werden. 

Eine Herausforderung dabei war, die Energieleitungen auf langen Verfahrwegen zu führen und vor Salz und UV-Strahlung zu schützen. Der Terminalbetreiber setzt deshalb das Igus Mobile Shore Power Outlet (iMSPO) ein. Dieses mobile Landstromsystem lässt sich flexibel and die Anforderungen moderner Terminals anpassen. Es arbeitet mit einem Gleissystem, auf dem sich ein Trolley bewegt, der die Leitungen in Rollen-Energieketten aus Hochleistungskunststoff transportiert. Diese bewegen sich in überdachten Führungsrinnen im Boden des Kais. 

Gleichzeitig lässt sich das System unauffällig in die bestehende Terminalinfrastruktur integrieren und ist im täglichen Einsatz kaum sichtbar, sodass der Terminalbetrieb nicht gestört wird. Die Leitungen, die das Schiff zum Kai hinablässt, werden über den Trolley direkt verbunden. So können die Kreuzfahrtriesen ihre Dieselgeneratoren abschalten und Emissionen vermeiden. Die Vector-Jury aus Forschung, Fachpresse und Industrie zeigte sich von dieser technisch anspruchsvollen und gleichzeitig nachhaltigen Anwendung beeindruckt und zeichnete Cruise Port Rotterdam mit dem goldenen Vector 2026 aus. 

700-mal dünner als ein menschliches Haar

Das Positioniersystem verwendet reinraumtaugliche Flachbandkabel der Serie E-Skin Flat und Chainflex-Leitungen.(Bild:  Igus)
Das Positioniersystem verwendet reinraumtaugliche Flachbandkabel der Serie E-Skin Flat und Chainflex-Leitungen.
(Bild: Igus)

Chirurgen, Uhrmacher und Restauratoren haben feines Fingerspitzengefühl. Doch auch sie könnten unmöglich in der Fertigung moderner Mikrochips arbeiten, die in Smartphones, E-Autos und Diagnosegeräten im Krankenhaus stecken. Hier sind Maschinen gefragt, die Bauteile in einem Positionierungsbereich von 0,1 Mikrometer platzieren. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist rund 700-mal dicker. Die passenden Pick-and-Place-Lösungen für diese Präzisionsarbeit entwickelt die Jenaer Antriebstechnik. 

Ihre Systeme erreichen Beschleunigungen bis 100 m/s2 mit einer Wiederholgenauigkeit von ±0,1 Mikrometern. Diese unglaubliche Präzision ist allerdings nur dann möglich, wenn die Komponenten der Maschine keine störenden Vibrationen verursachen. Bei der Führung von Energie- und Datenleitungen stand das Konstruktionsteam vor dem Problem, dass klassische Schleppketten beim Aneinanderschlagen der Kettenglieder zu starke Vibrationen erzeugen. Zudem haben viele Systeme einen zu hohen Abrieb, sodass sie nicht reinraumkompatibel sind. 

Die Lösung waren reinraumtaugliche Flachbandkabel der Serie E-Skin Flat von Igus in Kombination mit Chainflex-Leitungen. Das System minimiert störende Kräfte und Reibungseinflüsse. Somit ist eine konstant hohe Genauigkeit sowie ein reibungsfreies, dynamisches Bewegungsverhalten des Mehrachssystems gewährleistet.

Multimedia-Leitungsführung für 37 Meter hohen Bühnenturm

20 Energieketten sind im Bühnenturm des Opernhauses verbaut. (Bild:  Igus)
20 Energieketten sind im Bühnenturm des Opernhauses verbaut.
(Bild: Igus)

Hier lohnt sich der sprichwörtliche Blick hinter die Kulissen: Das Royal Ballet and Opera in London zählt zu den bedeutendsten Kulturinstitutionen der Welt. Ein festes Ensemble von Weltklasse-Tänzern, Sängern und Musikern bringt jährlich rund 250 Aufführungen auf die Bühne. Was das Publikum nicht sieht: Oberhalb der Bühne erstreckt sich ein 37 Meter hoher Turm, der zwei komplette Kulissen inklusive Beleuchtungstraversen absenken kann, um einen schnellen Szenenwechsel zwischen verschiedenen Produktionen zu ermöglichen. Hunderte Leitungen für Strom und Daten müssen der Bewegung der Traversen bis zum Boden möglichst leise folgen, ohne dabei Schaden zu nehmen und die Aufführung zu stören. Motorisierte Kabelspulen schieden wegen der großen Leitungsmengen aus.

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Membranbioreaktor filtert selbst Bakterien und Mikroplastik

Die Membrane werden automatisiert produziert. (Bild:  Igus)
Die Membrane werden automatisiert produziert.
(Bild: Igus)

Sicheres Trinkwasser ist auch in Deutschland keine Selbstverständlichkeit: Immer mehr Mikroplastik und Arzneimittelrückstände bringen konventionelle Kläranlagen an ihre technischen Grenzen, weil die Partikel schlicht zu klein sind. Während die Bundesregierung in der „Nationalen Wasserstrategie“ den Druck auf Kläranlagen mit strengeren Grenzwerten erhöht, suchen Technologiehersteller nach neuen Filtrationsmöglichkeiten. Zu ihnen zählt die Membion GmbH aus Roetgen. 

Das Unternehmen entwickelt Membranbioreaktoren, die optisch an riesige Bündel Spaghetti erinnern. Ihre Filter hingegen haben so winzige Poren, dass selbst Bakterien und Mikroplastik nicht hindurchpassen. In Kombination mit Pulver-Aktivkohle lassen sich auch Spurenstoffe wie Arzneimittelrückstände entfernen. 

Zuverlässig funktioniert die automatisierte Produktion der Membrane allerdings nur dann, wenn die Leitungen, die dauerhaft unter feuchten Bedingungen und in beengtem Bauraum arbeiten, zuverlässig geschützt sind. Die Konstruktionsabteilung vertraut deshalb auf Energieketten der Serie E2 mit Chainflex-Leitungen. Die kleinen Biegeradien ermöglichen eine platzsparende Installation auch auf engem Raum. Das Ergebnis ist eine zuverlässige und langlebige Kabelführung, die den anspruchsvollen Betriebsbedingungen dauerhaft standhält.