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Überlastelement

Unfälle beim Ölwechsel an Offshore-Windkraftanlagen vermeiden

| Redakteur: Sandra Häuslein

Für den Wechsel von Hydraulik- und Getriebeöl bei Offshore-Windkraftanlagen hat die Firma Speedwind Offshore ein neuartiges containergebundenes System für einen schnellen und sauberen Vorgang entwickelt – derzeit weltweit das einzige mit Zertifizierung durch den DNV GL. In der Abrisssicherung setzt das Unternehmen dabei Überlastelemente von Mayr Antriebstechnik ein.

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Ein regelmäßiger Wechsel der Hydraulik- und Getriebeöle ist eine wichtige Voraussetzung für eine lange Lebensdauer von Windkraftanlagen. Der Ölwechsel auf hoher See stellt allerdings eine Herausforderung dar.
Ein regelmäßiger Wechsel der Hydraulik- und Getriebeöle ist eine wichtige Voraussetzung für eine lange Lebensdauer von Windkraftanlagen. Der Ölwechsel auf hoher See stellt allerdings eine Herausforderung dar.
( Bild: ©dell - stock.adobe.com )

Wind, Wetter und Wellen machen den Ölwechsel bei Offshore-Windkraftanlagen zur Herausforderung. Dennoch ist ein regelmäßiger Wechsel der Hydraulik- und Getriebeöle eine wichtige Voraussetzung für eine lange Lebensdauer der Anlagen. Denn die Windkraftanlagen auf dem Meer sind starken Belastungen ausgesetzt. Zusätzlich wirken sich schwankende Temperaturen und Witterungseinflüsse auf die Eigenschaften der Schmierstoffe aus.

Mit dem Container SWOC 1.0 hat das Unternehmen Speedwind Offshore aus Wilhelmshaven daher ein neuartiges System für den schnellen, sicheren und sauberen Ölwechsel auf dem offenen Meer entwickelt. Der 20-Fuß-Container zum Absaugen und Befüllen der Anlagen wird auf Schiffen zu den Windparks transportiert. „Der Container benötigt dabei keinerlei Equipment vom Schiff, lediglich den Platz zum Abstellen“, erläutert Uwe Thiele Projektmanager bei Speedwind Offshore. „Eingesetzt werden darf der Container auf allen Schiffen, die in Windparks arbeiten, denn er ist vom DNV GL (Det Norske Veritas und Germanischer Lloyd) zertifiziert. Wir sind damit das einzige Unternehmen weltweit, das einen Ölwechselcontainer mit dieser Zertifizierung anbieten kann.“

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Separate Schlauchsysteme für sortenreine Befüllung

Der Container verfügt über zwei separate Schlauchsysteme für die sortenreine Befüllung der Getriebe- und Hydrauliksysteme und ist sowohl für den Tages- als auch den Dauereinsatz ausgelegt. Er erfüllt dabei die gängigen internationalen Arbeits- und Umwelt-Sicherheitsstandards nach SOLAS (Safety of life at sea) und MARPOL (Convention for Prevention of Marine Pollution). So sorgt zum Beispiel eine speziell entwickelte Abrisssicherung dafür, dass beim Befüllen bzw. Abpumpen kein Öl austreten kann und vermeidet damit Gewässerverschmutzungen und Umweltschäden. In der Abrisssicherung setzt das Unternehmen auf die EAS-axial-Überlastelemente von Mayr Antriebstechnik, Hersteller von Kupplungen und Bremsen aus Mauerstetten im Allgäu.

Diese Überlastelemente sind im Safety-Arm des Ölwechselcontainers verbaut und rasten aus, wenn die Zug- beziehungsweise Druckkraft zu groß wird und den vorher eingestellten Wert überschreitet. Eingestellt wird die Auslösekraft über die Vorspannkraft von Tellerfedern. Im Überlastfall verschiebt sich der Bolzen im Inneren des EAS-axial-Kraftbegrenzers relativ zum Gehäuse und bewegt dabei die Schaltsegmente radial nach außen. Die Kraftübertragung wird damit sofort unterbrochen.

Abrisssicherung verhindert Ölunfälle auf dem Meer

„Die Abrisssicherung wird benötigt, wenn die Schiffe – auch Schiffe mit Dynamischen-Positionier-Systemen (DPS) – während des Ölwechselvorgangs zum Beispiel bei starkem Seegang ihre Position nicht mehr halten können und von den Windkraftanlagen abdriften“, beschreibt Uwe Thiele die Vorrichtung. „Wenn der Druck (bzw. Zug) zu stark wird, rastet das Überlastelement in unserem Sicherheitssystem aus und sendet über den integrierten Endschalter ein Signal an unsere SPS. Dadurch wird der sogenannte Notfall ausgelöst und die Ölpumpen hören auf zu arbeiten. Ein Ölunfall auf dem Meer wird somit zuverlässig verhindert.“

Überlastelemente mit optimaler Wiederholgenauigkeit

Die EAS-axial-Überlastelemente von Mayr Antriebstechnik sind aus hochwertigen Werkstoffen gefertigt und verfügen über gehärtete Funktionsteile. Sie erlangen damit eine optimale Wiederholgenauigkeit. Im störungsfreien Betrieb zeichnen sie sich durch eine spielfreie Kraftübertragung bei hoher axialer Steifigkeit aus. „Wichtig für uns ist zudem, dass sich bei diesen Überlastelementen die Auslösekraft individuell und stufenlos einstellen lässt“, ergänzt Uwe Thiele.

Darüber hinaus ist der Freilaufweg der Elemente beim Ausrasten in Zug- und Druckrichtung über die konstruktive Längenauslegung frei wählbar. Die Wiedereinrastung der Überlastelemente erfolgt nach Beseitigung der Überlast automatisch beim Zurückfahren des zentralen Bolzens in seine ursprüngliche Position. (sh)

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