Prüfungen Umorganisation der DVS-Prüfungsbeauftragten und Prüfungsabnahmen

Redakteur: Brigitte Michel

Der DVS – Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e. V. bzw. DVS-PersZert stellt seit dem 1. Oktober 2013 ein modernes und hochwertiges Personalzertifizierungssystem für die Luft- und Raumfahrt bereit.

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Flugzeuge ganz nah.
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(Bild: DVS)

Die DVS-Prüfer des Prüfungs- und Zertifizierungsausschusses (PZA) "Luft- und Raumfahrt" von DVS-PersZert sind seit diesem Zeitpunkt den hierfür zugelassenen DVS-Bildungseinrichtungen zugeordnet. Prüfungen werden nun inklusive der notwendigen zerstörungsfreien Prüfungen in den Bildungseinrichtungen stattfinden. Diese aktuelle Neuregelung im DVS begrüßt das Luftfahrtbundesamt ausdrücklich.

In der DVS-Arbeitsgruppe A 9 „Schweißen im Luft- und Raumfahrzeugbau und in der Wehrtechnik“ wurde seit einigen Jahren über eine zeitgemäße Umstrukturierung des derzeitigen Systems der DVS-Prüfungsbeauftragten im Luft- und Raumfahrzeugbau diskutiert. Nach dem bisherigen System wurden Prüfungsbeauftragte nach Richtlinie DVS 2715-2 „Anforderungen an Prüfungsbeauftragte für Betriebe des Luft- und Raumfahrzeugbaus“ direkt vom DVS-Hauptgeschäftsführer zugelassen. Der DVS hat diese Aufgaben über die Anerkennung des Luftfahrtbundesamtes (NfL 35/99 und nachfolgend NfL II 50/09) wahrgenommen.

Ein Modernisieren des Systems war erforderlich, um die Zulassung der Prüfungsbeauftragten und die Prüfungsabnahme den heutigen Maßstäben der Personalzertifizierung anzupassen und für die Zukunft zu sichern. Der DVS hat seit 1994 die Abteilung DVS-PersZert aufgebaut, die alle die Bildung, Prüfung und Zertifizierung betreffenden Aufgaben im DVS organisiert. DVS-PersZert ist hierfür zugelassen sowie akkreditiert und besitzt damit internationale Anerkennung. Die zukünftige Organisation der Prüfungsbeauftragten im Luft- und Raumfahrzeugbau war daher in letzter Konsequenz nur über die Einbindung in DVS-PersZert möglich und sinnvoll.

Um weiterhin die Prüfungsabnahme in Deutschland zu gewährleisten, wurden Änderungen im Gemeinschaftsausschuss DVS AG A9/DIN NA 092-00-17AA "Schweißen im Luft- und Raumfahrzeugbau und in der Wehrtechnik" beschlossen. Hieraus ergaben sich folgende Änderungen:

- Die Nennung von DVS-Prüfungsbeauftragten wird in den Vorworten der Normen DIN EN ISO 24394, DIN EN ISO 11745 und DIN EN ISO 16338 entfernt. Damit kann über benannte Schweißaufsichtspersonen betriebsintern eine Prüfungsabnahme erfolgen. Diese müssen die anzuwendenden Spezifikationen erfüllen, wie beispielsweise ISO 24394. Hierfür ist die Zulassung durch den Entwicklungsbetrieb notwendig. Eine fachkundliche Prüfung wird im Vorwort nicht zwingend gefordert. Diese Regelung ist bereits international etabliert.

- DVS-PersZert wird DVS-Bildungseinrichtungen für das Technologiefeld "Luft- und Raumfahrt" zulassen, um das Angebot für Betriebe und Luftsportvereine aufrecht zu erhalten. Die Organisation der Prüfer erfolgt über den PZA "Luft- und Raumfahrt" im DVS-PersZert-System, der sich im September 2013 gründete.

- Die Richtlinie DVS 2715-2, die bisher die Anerkennung der Prüfungsbeauftragten regelte, wurde zum 30. September 2013 zurückgezogen. Damit endete zeitgleich auch die Anerkennung der DVS-Prüfungsbeauftragten nach dem bisherigen System. Als Ersatz wurde die neue Richtlinie DVS 2721 "Anforderungen an Prüfer zur Abnahme von Schweißer-, Löter- und Bedienerprüfungen sowie Prüfungen im thermischen Spritzen im Luft- und Raumfahrzeugbau" hinsichtlich der aktuellen Regelungen zur Prüfungsabnahme erarbeitet und im Oktober 2013 veröffentlicht.

- Die Richtlinie DVS 2715-1 „Aufsichtspersonen / Fachverantwortliche für das Schweißen, Löten, thermische Spritzen im Luft- und Raumfahrzeugbau“ wird zukünftig ebenfalls überarbeitet.

- Eine Maschinenzertifizierung über DVS-Prüfungsbeauftragte ist nicht mehr notwendig. Hierfür existieren bereits andere Regelungen.

- Die NfL II 50/09 des Luftfahrtbundesamtes wurde zurückgezogen. Als Ersatz wurde die NfL II 78/13 "Anforderungen an Prüfer zur Abnahme von Schweißer-, Löter- und Bedienerprüfungen sowie Prüfungen im thermischen Spritzen im Luft- und Raumfahrzeugbau" im Oktober 2013 veröffentlicht. Hierin wird auf die neue DVS-Richtlinie 2721 verwiesen.

Erste zugelassene DVS-Bildungseinrichtung ist die GSI - Gesellschaft für Schweißtechnik International Niederlassung SLV Berlin-Brandenburg in Berlin. Die MTU AeroEngines, Taff in München befindet sich ebenfalls im Zulassungsprozess als DVS-Bildungseinrichtung und wird kurzfristig Schweißer- und Löterprüfungen anbieten. Weitere Zulassungen wie in Hannover, Mannheim und Friedrichshafen sind im Gespräch. (bm)

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