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World Robotics Report 2019

Trotz schwierigem Umfeld meldet World Robotics Report Wachstum

| Redakteur: Katharina Juschkat

Während das Robotikwachstum in China und Korea stagniert, steigen die Installationen in den USA und Europa weiter an. Für das laufende Jahr sind die Prognosen jedoch bescheiden. Mehr Analysen des aktuellen World Robotics Report.

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Im vergangenen Jahr verzeichnete die IFR einen Wachstum von 16,5 Milliarden Dollar im globalen Robotikmarkt.
Im vergangenen Jahr verzeichnete die IFR einen Wachstum von 16,5 Milliarden Dollar im globalen Robotikmarkt.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Trotz schwierigem Jahr für die Haupt-Roboterkunden – die Automobil- und Elektronikindustrie – zeigt der neue World Robotics Report für das Jahr 2018 einen globalen Verkaufswert von 16,5 Milliarden Dollar in der Robotikbranche, wie die International Federation of Robotics (IFR) berichtet. Weltweit wurden 422.000 Einheiten ausgeliefert, was sechs Prozent mehr als im Vorjahr 2017 sind. Für das laufende Jahr 2019 rechnet die IFR jedoch mit keiner Steigerung, erst für 2020 bis 2022 prognostiziert der Federation ein durchschnittliches Wachstum von zwölf Prozent pro Jahr.

Die fünf wichtigsten Robotermärkte weltweit

  • China: 154.000 installierte Einheiten im Jahr 2018, ein Prozent weniger als 2017
  • Japan: 55.000 Einheiten im Jahr 2018, durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 17 Prozent
  • USA: 40.300 Einheiten im Jahr 2018, 22 Prozent mehr als noch 2017
  • Republik Korea: 38.000 Einheiten, Rückgang von fünf Prozent gegenüber 2017
  • Deutschland: Mit 27.000 Einheiten im Jahr 2018 ist Deutschland Nummer eins in Europa, gefolgt von Italien und Frankreich.

Insgesamt fallen 74 Prozent aller Einheiten auf diese fünf Märkte. Aufgeschlüsselt nach Branchen ergibt sich folgendes Bild:

  • Automobilindustrie: Weltweit größter Anwender von Robotern (Anteil von fast 30 Prozent am Gesamtangebot im Jahr 2018). Im Jahr 2017 war der Anstieg mit 21 Prozent sehr hoch, 2018 stiegen die Installationen nur noch um zwei Prozent an. 79 Prozent der Installationen fanden in den fünf erwähnten Schlüsselmärkten statt. Indien, nach der OICA-Produktionsstatistik viertgrößtes Fahrzeugherstellerland der Welt, hat nur knapp 2.100 Industrieroboter in seiner Automobilindustrie installiert.
  • Elektro- und Elektronikindustrie: Im Jahr 2017 hat die Branche beinahe die Automobilindustrie als wichtigsten Kunden für Industrieroboter ersetzt – doch im Jahr 2018 ging die weltweite Nachfrage deutlich zurück. Roboterinstallationen sanken um 14 Prozent von rund 122.000 Einheiten im Jahr 2017 auf 105.000 Einheiten 2018. Die Branche leidet vermutlich am stärksten unter der Handelskrise zwischen den USA und China, da die asiatischen Länder bei der Herstellung elektronischer Produkte und Komponenten führend sind.
  • Metallindustrie und Maschinenbau: Die drittgrößte Kundenindustrie erhielten im Jahr 2018 noch zehn Prozent der Gesamtnachfrage. Im vergangenen Jahr sind rund 43.500 Einheiten installiert worden, das sind ein Prozent weniger als noch im Jahr 2017 mit 44.191 Einheiten.

584.000 verkaufte Einheiten im Jahr 2022

Junji Tsuda, Präsident der International Federation of Robotics, kommentiert: „Der Handelskonflikt zwischen den USA und China bringt Unsicherheit für die Weltwirtschaft mit sich – die Kunden neigen dazu, Investitionen zu verschieben. So ist es bemerkenswert, dass die Marke von 400.000 Roboterinstallationen pro Jahr weltweit überschritten wurde. Der längerfristige Ausblick zeigt, dass der anhaltende Automatisierungstrend und die weiteren technischen Verbesserungen zu einem zweistelligen Wachstum führen werden – mit schätzungsweise rund 584.000 Einheiten im Jahr 2022.“

Erstmals kollaborative Roboter analysiert

Erstmals analysiert die IFR auch den kollaborativen Markt der Cobots. Diese Roboter sind so konzipiert, dass sie Aufgaben im gleichen Arbeitsbereich wie menschliche Arbeiter ausführen können. Die IFR-Definition besagt, dass ein Cobot notwendigerweise ein Industrieroboter im Sinne der ISO 8372:2012 ist. Trotz großer medialer Aufmerksamkeit ist die Anzahl der installierten Einheiten mit einem Anteil von nur 3,24 Prozent immer noch sehr gering. Im Jahr 2018 waren das weniger als 14.000 von mehr als 422.000 installierten Industrierobotern.

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Absatz professioneller Serviceroboter stark gestiegen

Auch der Umsatz mit Servicerobotern für den professionellen Einsatz stieg 2018 um 32 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar, die Gesamtzahl der verkauften professionellen Serviceroboter stieg um 61 Prozent auf mehr als 271.000 Einheiten.

Dazu gehören folgende professionellen Serviceroboter:

  • Logistiksysteme wie autonome fahrerlose Transportsysteme (FTS): Größter Anteil am Markt der professionellen Serviceroboter mit 41 Prozent aller verkauften Einheiten. Gemessen an der Stückzahl wurden 2018 fast 111.000 Logistiksysteme verkauft, dabei entfallen 7700 FTS-Einheiten auf die Produktion, 103.000 Einheiten sind außerhalb des produzierenden Gewerbes im Einsatz. Vor allem Warenlager-Lösungen für große E-Commerce-Unternehmen treiben das Geschäft an, ein großes Potential sind auch Kliniken und Krankenhäusern, die ihre Logistik mit Hilfe von professionellen Servicerobotern betreiben.
  • Inspektions- und Wartungsroboter: Zweitgrößter Bereich mit 39 Prozent aller verkauften Einheiten – im Jahr 2018 waren das 106.000 Einheiten. Die Kategorie der Inspektions- und Wartungsroboter umfasst ein breites Spektrum an Robotern, von eher preisgünstigen Standardeinheiten bis hin zu teuren Sonderlösungen.
  • Medizinroboter: Der Absatz stieg um 50 Prozent auf 5.100 Einheiten, dabei machen sie einen enorm hohen Anteil von 31 Prozent am Gesamtumsatz der professionellen Serviceroboter aus. Das liegt daran, dass Medizinroboter die teuersten Serviceroboter mit einem durchschnittlichen Stückpreis von 548.000 Dollar sind.
  • Roboter für Landwirtschaft und Bergbau: Der Verkaufswert liegt im Jahr 2018 bei einer Milliarde Dollar und liegt damit bei 11 Prozent des Gesamtwertes. Die IFR erwartet ein starkes Wachstum von Agrarrobotern, die zurAutomatisierung des Ackerbaus für Pflanzen-, Gemüse- und Obst oder als Erntehelfer eingesetzt werden, um voraussichtlich rund 50 Prozent pro Jahr.
  • Exoskelette: Sie unterstützen ergonomisches Arbeiten, indem sie die Belastung des Arbeiters reduzieren. Der Absatz von motorisierten Exoskeletten stieg von 6.700 Einheiten im Jahr 2017 auf 7.300 Einheiten im Jahr 2018. Für diese Art von Robotern gibt es laut IFR ein großes Wachstumspotenzial.

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