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Energiekette Tiefbohranlage mit Igus-Energieketten arbeitet in Argentinien unter Extrembedingungen

| Redakteur: Ute Drescher

Mit der Terra-Invader-Serie bietet Herrenknecht Vertical hoch beanspruchbare Tiefbohranlagen an. Für ein Explorationsprojekt im Süden Argentiniens, das unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen stattfindet, hat das Unternehmen jetzt zwei Rack-and-Pinion-Bohranlagen mit kundenspezifisch modifizierten Energieketten von Igus ausgerüstet.

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Auch der „Pipe Handler“ für das Handling des Bohrgestänges ist mit einer igus-Energiekette ausgestattet.
Auch der „Pipe Handler“ für das Handling des Bohrgestänges ist mit einer igus-Energiekette ausgestattet.
(Bild: Herrenknecht Vertical)

Herrenknecht zählt zu den weltweit führenden Anbietern maschineller Vortriebstechnik. Die Tunnelbohrmaschinen des südbadischen Unternehmens arbeiten sich über viele Kilometer unter dem Alpenmassiv hindurch oder graben in 100 Meter Tiefe unter dem Bosporus. Aber auch bei „ganz normalen“ Einsätzen wie dem Bau von U-Bahn-Linien sind die High-Tech-Anlagen weltweit unterwegs. In dem anspruchsvollen Segment mobiler Arbeitsmaschinen bietet das Unternehmen ein sehr breites Produktspektrum für jede Bodenbeschaffenheit.

Bohren bis 8000 Meter Tiefe

Über die Tochtergesellschaft Herrenknecht Vertical bietet der Konzern seit einigen Jahren Tiefbohranlagen vom Typ „Terra Invader“ an. Diese Anlagen arbeiten in vertikaler statt horizontaler Richtung – genauer gesagt in Tiefen bis 8000 Meter, im Onshore- und Offshore-Einsatz.

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Die Terra-Invader-Bohranlagen, die von der Herrenknecht Vertical entwickelt und gebaut werden, erschließen Öl- und Gasfelder sowie geothermische Energiequellen. Im Vergleich zu konventionellen Anlagen zeichnen sie sich durch mehrere Vorteile aus – zum Beispiel durch ein optimiertes Sicherheitskonzept sowie die weitgehende Automatisierung von Arbeitsprozessen. Darüber hinaus werden die Anlagen immer an die individuellen Anforderungen des Kunden und an die Projektgegebenheiten vor Ort angepasst, die sich häufig durch raue Umgebungsbedingungen auszeichnen.

Diese Gegebenheiten waren in einem aktuellen Fall besonders herausfordernd. Denn die Terra-Invader-Rack-and-Pinion-Anlagen, bei denen das Hebewerk der Bohranlage aus einem Zahnstangensystem besteht, sind für den Einsatz in Feuerland/ Süd-Argentinien vorgesehen, wo dauerhaft starker Wind weht.

Das erforderte eine neue Lösung für die schweren Schlauchpakete, über die am Mast entlang Hydrauliköl zum Antrieb und Spülflüssigkeit zum Bohrmeißel gefördert werden. Jürgen Binder, Technischer Leiter von Herrenknecht Vertical: „Üblicherweise verwenden wir für die Medien- und Energiezuführungen Schlauchbündel oder ‚Loops‘. Sie bieten bei hohen Geschwindigkeiten aber zu viel Angriffsfläche und könnten aufgrund des hohen Eigengewichtes den Mast in Schwingung versetzen.“

Sichere Führung der Schläuche

Deshalb suchten die Konstrukteure nach einer Lösung für die sichere Führung der Schläuche und Leitungen auf kompaktem Bauraum und unter anspruchsvollen Arbeitsbedingungen. Zusammen mit dem Igus-Engineering Team wurde ein Konzept erarbeitet, das zwei Energieketten der Serie E4 mit Längen von 12,60 m und 11,50 m geschickt so ineinander anordnet, dass alle Schläuche und Leitungen auf geringem Bauraum Platz finden. Die ‚Heavy Duty‘-E-ketten der Serie E4.112 und Serie 800 sorgen durch ihren Hintergriff für besonders hohe Seitenstabilität. Auch das Abfangen der Lasten wurde dabei berücksichtigt: Allein die Hydraulikschläuche, die für 350 bar ausgelegt sind und bis zu 84,5 mm Durchmesser aufweisen, bringen beachtliches Gewicht mit, ebenso die Schläuche mit der Spülflüssigkeit, einem Wasser-Bentonit-Gemisch.

Aus diesem Grund wurde besonderes Augenmerk auf die Zug­entlastung gelegt. Auch den Wunsch nach einfacher Montage haben die Ingenieure berücksichtigt – schließlich werden die Anlagen nach jeweils zehn bis 15 Tagen abgebaut, auf LKWs verladen und an anderer Stelle wieder aufgebaut.

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