Leichtbau Thinking-Award zeichnet Leichtbauideen aus
Ein kompakter E-Motor mit 80 % geringerem Gewicht als vergleichbaren Motoren; Leichtbau-Chassis eines Kleintransporter mit 30 % mehr Nutzlast und ein modular aufgebauter Leichtbau-LKW-Rahmen – das sind die Gewinner des Thinking-Awards 2020.
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Ressourcenschutz, Erderwärmung, CO2-Reduktion – die Herausforderungen sind da, aber die Lösungen auch. Das zeigen die Gewinner des Thinking-Awards, den die Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg verliehen hat.
„Gewicht einzusparen lohnt sich immer. Denn neben unnötigen Kilos spart man wertvolle Rohstoffe bei der Herstellung von Produkten. Und ein leichteres Flugzeug oder Auto verbraucht weniger Treibstoff und verursacht weniger Emissionen“, erklärte Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der Landesagentur, zu Beginn der Verleihung. So könne der Leichtbau einen ganz erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Elektromotor wird 80 % leichter
Den ersten Platz beim Thinking-Award 2020 ging an die Dipl.-Ingenieure Rainer & Oliver Puls GmbH aus Karlsruhe. Das Unternehmen hat einen Elektromotor für Nutzfahrzeuge entwickelt, der dank Leichtbau 80 % leichter ist als herkömmliche Antriebe mit gleicher Leistung. Möglich machte das vor allem das Leichtbauprinzip der sogenannten Funktionsintegration: Motor und Planeten-Getriebe sitzen in einem Gehäuse, wodurch zwei Funktionen nun in einem Bauteil zusammengefasst werden.
Leichtbau-LKW-Rahmen auf Platz 2
Auf dem zweiten Platz landete die Edag Engineering GmbH aus Sindelfingen, die mit der Konzeptstudie „Batterange“ zeigt, wie das Chassis von Morgen aussehen kann: Der Leichtbau-LKW-Rahmen ist als eine Art Baukastensystem aufgebaut und lässt sich auf verschiedene Antriebskonzepte variabel anpassen. „Batterange ist ein Konzept, an das wir glauben. Wir sind besonders stolz, dass wir für diese Eigenentwicklung, die wir ohne Kundenauftrag angegangen sind, ausgezeichnet werden“, sagt Jochen Seifert, der bei Edag mit seinem Team für die Nutzfahrzeug-Chassisentwicklung zuständig ist.
Kleintransporter: Weniger Gewicht, mehr Nutzlast
Platz drei belegte die Teamobility GmbH aus Böblingen mit dem Uccon. Dieser kommt im Vergleich zu einem gewöhnlichen Kleintransporter bei gleicher Länge auf fast ein Drittel mehr an Laderaumvolumen und Nutzlast. „Im Umkehrschluss bedeutet das, dass wir auf rund ein Drittel der Kleintransporter wie etwa Paketzustellfahrzeuge in unseren Städten verzichten könnten, wenn diese wie im Fall des Uccon dank Leichtbau einfach mehr zuladen können. Die Stadt würde autofreier und lebenswerter werden, weil wir Flächen wie Parkplätze und Straßen wieder den Menschen zurückgeben können“, sagt Seeliger.
Als vierte Auszeichnung wurde der Community Award verliehen, bei dem der Gewinner durch ein Online-Voting ermittelt worden war. Die Materialprüfungsanstalt (MPA) der Universität Stuttgart konnten sich über die Auszeichnung für ihre Weiterentwicklung des sogenannten Rührreibschweißens freuen. Damit lassen sich Aluminium- und Stahlbleche hochfest miteinander verschweißen. Die daraus entstehenden Bauteile können etwa im Karosseriebau zum Einsatz kommen und dort für ein rund 10 % niedrigeres Gewicht sorgen. „Auch wenn heute Abend nur wenige Leute auf der Bühne den Award entgegen genommen haben, so ist er die Auszeichnung für eine tolle Teamleistungen der Abteilung Fügetechnik und Additive Fertigung, die an neuen und zukunftsfähigen Leichtbaulösungen forscht“, sagte Martin Werz von der MPA.
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