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Elektromobilität Studenten entwickeln nachhaltiges E-Motorrad mit neuem Zweiradantrieb

| Redakteur: Katharina Juschkat

Innerhalb eines Jahres hat der Maschinenbaustudent Tobias Oesch zusammen mit weiteren ETH-Studenten ein nachhaltiges E-Motorrad entwickeln, das über einen neuen Zweiradantrieb verfügt. Die Studenten wollen die Mobilität nachhaltiger gestalten.

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Der Prototyp eines nachhaltigen Elektromotorrads ist dank einer neuen Antriebslösung wesentlich effizienter als gängige Motorräder.
Der Prototyp eines nachhaltigen Elektromotorrads ist dank einer neuen Antriebslösung wesentlich effizienter als gängige Motorräder.
(Bild: Sintratec / ETH Zürich)

Zehn Studenten der ETH Zürich haben innerhalb eines Jahres den Prototypen eines Elektromotorrads entworfen, das besonders nachhaltig ist. Unter der Leitung des Maschinenbaustudenten Tobias Oesch wollten die Studenten ein Hauptproblem des aktuellen Automobilmarktes aufgreifen: Den Klimawandel und die Nachhaltigkeit. Oesch erklärt: „Wenn wir die Probleme des Klimawandels in den Griff bekommen wollen, müssen wir vor allem unsere städtische Mobilität stark verbessern.“

Effizientere Motorräder durch neuen Zweiradantrieb

Motorräder sind – gerade für die Stadt – effizienter als gewöhnliche Autos, und verstopfen gleichzeitig die Straße weniger. Aber heutige Elektromotorräder haben noch eine sehr kurze Reichweite. Der Grund: Bei gängigen Motorrädern geht etwa 80 Prozent der Energie am Vorderrad verloren – was die Reichweite von elektrischen Fahrzeugen drastisch verringert.

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Die Idee des Studententeams: Sie integrierten im Vorderrad des Motorrads einen Elektromotor. Diesen nutzen sie als Generator, um die gesamte Bewegungsenergie in das System zurückzuführen. Durch die Rückgewinnung der Bremsenergie mit einem Zwei-Naben-Motor wird es möglich, mit einer kleineren Batterie weitere Strecken zu erreichen und somit die Effizienz des Motorrads drastisch zu verbessern. Der entwickelte Prototyp soll jetzt als Forschungsobjekt dienen, um die Rekuperationsmethode genauer zu untersuchen.

Motorräder sind effizienter als gewöhnliche Autos, aber wir sehen auf unseren Straßen kaum rein elektrische Motorräder – das muss sich ändern.

Maschinenbaustudent Tobias Oesch

Mit 3D-Druck zum Prototypen

Die additive Fertigung war für das Studentenprojekt die passende Fertigungstechnologie: Da nur wenige Teile gebraucht wurden und eine Serienfertigung keine Rolle spielte, nutzte das Team den 3D-Druck für mehrere Designteile des Gehäuses sowie strukturelle Komponenten wie die Halterung der Fußrasten. Folgende Techniken kamen zum Einsatz:

  • Stereolithografie (SLA)
  • Selektives Lasersintern (SLS)
  • Selektives Laserschmelzen (SLM)

Mithilfe der additiven Fertigung konnten die Studenten komplexe Strukturen mit mehreren Funktionen in einem Bauteil konstruieren. Zudem konnten sie dadurch am Fahrzeug Gewicht sparen, was wiederum der Effizienz entgegenkommt. Für das SLS-Verfahren kooperierte das Studententeam mit dem Schweizer SLS-Drucker-Hersteller Sintratec. Verschiedene Bauteile sind mit Sintratec-Druckern hergestellt.

Technisches Datenblatt

Batterie Lithium-Ionen Technologie
Reichweite 315 km
Kapazität 15 kWh
Motorik Radnabenmotoren
Dauerleistung 2 x 16.7 kW
Spitzenleistung Bis zu 70 kW

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