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Studie

So denken wir über autonome Mobilität

| Redakteur: Monika Zwettler

Deutschland ist bereit für eine neue Ära der Mobilität: Laut dem aktuellen Ansys Global Autonomous Vehicle Report sind 74 % der Deutschen bereit, mit einem autonomen Auto zu fahren und 67 % würden mit einem autonomen Flugzeug reisen.

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Zu den größten Bedenken in Bezug auf die autonome Fortbewegung zählen unter anderem Technologieversagen, Kontrollverlust durch Dritte und Unfälle verursacht durch den Mix zwischen autonomen und menschengesteuerten Fahrzeugen.
Zu den größten Bedenken in Bezug auf die autonome Fortbewegung zählen unter anderem Technologieversagen, Kontrollverlust durch Dritte und Unfälle verursacht durch den Mix zwischen autonomen und menschengesteuerten Fahrzeugen.
(Bild: ©temp-64GTX - stock.adobe.com)

Sieben von zehn Verbrauchern glauben, dass autonome Autos bereits bessere Fahrer sind als Menschen oder die menschlichen Fähigkeiten bis 2029 übertreffen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine weltweite Verbraucherstudie, die von Ansys in Auftrag gegeben wurde. Der Ansys Global Autonomous Vehicles Report gibt Einblick in die unterschiedlichen Einstellungen, die Verbraucher in Bezug auf autonome Fahrzeuge (AV) haben.

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Hohe Erwartungen an autonomes Fahren

Ziel der Studie war es, die weltweite Wahrnehmung von Verbrauchern in Bezug auf AVs zu messen und damit die Erwartungen an die Zukunft der Mobilität besser zu verstehen. Der Global Autonomous Vehicles Report bestätigt, dass Verbraucher hohe Erwartungen an das autonome Leistungspotenzial haben und sich mit der Idee wohlfühlen, innerhalb ihres eigenen Lebens mit autonomen Fahr- oder Flugzeugen zu reisen.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie lauten:

  • Vertrauen der Verbraucher: 71 % der Befragten weltweit glauben, dass autonome Autos heute schon besser fahren als Menschen oder die menschlichen Fähigkeiten innerhalb der nächsten 10 Jahren übertreffen.
  • Akzeptanz von AVs: Die japanischen Befragten zeigten sich in Bezug auf AVs zuversichtlicher als der weltweite Durchschnitt. So glauben 83 % der Japaner, dass autonome Autos in einem Jahrzehnt bessere Fahrer seien als Menschen. 38 % glauben, dass dies bereits der Fall ist.
  • Fahrbereitschaft: 77 % der weltweit Befragten würden sich damit wohlfühlen, innerhalb ihres eigenen Lebens mit einem autonomen Auto zu fahren.
  • Je jünger, desto Positiver: 87 % der Befragten im Alter von 18 bis 24 Jahren und 88 % der Befragten im Alter von 25 bis 34 Jahren gaben an, dass sie sich wohlfühlen würden damit, innerhalb ihres Lebens mit autonomen Autos zu fahren. 43 % der Befragten über 65 Jahre gaben hingegen an, dass sie niemals in einem autonomen Auto fahren würden.
  • Höchst- und Tiefstwerte: Mit 97 % waren die Befragten aus China am offensten für das Fahren in einem autonomen Auto. Im Gegensatz dazu gaben nur 57 % der Befragten aus dem Vereinigten Königreich an, dass sie sich in einem autonomen Auto wohlfühlen würden.
  • Ängste: Auf die Frage nach ihren größten Bedenken in Bezug auf die Fortbewegung in autonomen Autos und Flugzeugen gaben die meisten Befragten, 59 % bzw. 65 % an, sich am meisten vor technischem Versagen zu fürchten.
  • Vertrauen in die Autohersteller: 24 % der Befragten glauben, dass Premiummarken das sicherste autonome Fahrerlebnis bieten werden, gefolgt von Technologieunternehmen, die möglicherweise eines Tages ein autonomes Auto auf den Markt bringen (20 %). Erst dann folgen Non-Premium-Automarken (16 %).

Um die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten, sind zur Erprobung autonomer Autos Milliarden von Kilometern an Straßentests unter einer Vielzahl von Fahrbedingungen erforderlich. Diese Zahl kann innerhalb unserer Lebenszeit nicht allein durch physische Fahrtests erreicht werden. Simulation reduziert den Bedarf an physischen Straßentests erheblich. Sie ist die einzige Möglichkeit für Ingenieure, innerhalb kürzester Zeit Tausende von AV-Szenarien zu testen, die Leistung von Sensoren und Wahrnehmungsalgorithmen zu maximieren und die Sicherheit zu gewährleisten.

Autonomes Fahren: Der Traum von Ingenieuren

„Automatisiertes Fahren ist mindestens seit den 1950er Jahren der Traum von Ingenieuren und Reisenden. Die Hard- und Software, die für die praktische Umsetzung erforderlich ist, hat aber erst in den letzten zehn Jahren einen Reifegrad erreicht, der autonome Fahrzeuge zur praktischen Realität machen könnte“, so Sam Abuelsamid, Principal Research Analyst bei Navigant Research. „Damit das automatisierte Fahren auch zur wirtschaftlichen Realität wird, müssen die Verbraucher davon überzeugt sein, dass Algorithmen durchgängig zuverlässiger fahren als Menschen. Nur so werden sie autonomen Fahrzeugen vertrauen. Dies erfordert eine Vielzahl von Simulationstests, um reale Straßentests mit Hunderten von Millionen Kilometern virtuellen Tests zu ergänzen.“

Herausforderung autonomes Fahren

Für AV-Hersteller ist es eine enorme Herausforderung, AVs so zu entwickeln, dass sie strenge Sicherheits- und Zuverlässigkeitsanforderungen erfüllen. Deshalb wurde in diesem Jahr Ansys Autonomyveröffentlicht. Die Software bietet eine kostengünstige Ende-zu-Ende-Funktionalität für die schnelle Entwicklung von AV-Systemen, die die Sicherheitsanforderungen erfüllen. Von der Entwicklung von Software und Algorithmen über die Analyse der funktionalen Sicherheit bis hin zur Optimierung der Sensorgenauigkeit spielt Ansys Autonomy eine entscheidende Rolle für die Sicherheit unserer Straßen und unseres Luftraums.

Ergänzendes zum Thema
Veranstaltungshinweis: Cadfem Ansys Simulation Conference

Um das Thema "Autonomes Fahren" geht es auch auf der 37. Cadfem Ansys Simulation Conference vom 16. bis 17. Oktober in Kassel.

  • Prof. Dr.-Ing. Werner Huber (Lehrstuhl für Integrale Fahrzeugsicherheit und deren Testmethoden, TH Ingolstadt, Fakultät Elektrotechnik und Informatik und Leiter HiL (Hardware in the Loop)-Labor am Carissma) stellt die wesentlichen technischen Komponenten des Automatisierten Fahrzeugs vor. Es folgt die Diskussion der technischen Herausforderungen an das automatisierte Fahren und der gesetzlichen sowie ethischen Anforderungen der neuen Mobilität, um abschließend verschiedene Ansätze zur Absicherung der Funktionen mit realen und virtuellen Methoden zu erörtern.
  • Im Vortrag "Physikalisch basierte Simulation von Sensoren für autonomes Fahren" von Günther Hasna, Ansys Optis GmbH geht es um physikalisch basierte Simulationen und die Bedeutung der Sicherheit für autonomes Fahren. Anwendungsbeispiele für Sensorsimulation in Kamera, LIDAR, Radar und Ultraschall runden den Vortrag ab.
  • "Das reale 3D-Stadtmodellumfeld für Simulation und virtuelle Erprobung" erörtert Stefan Trometer, virtualcitySystems GmbH,. Dabei geht es um semantische 3D-Stadtmodellierung und deren Anwendungspotentiale im Bereich der Mobilität und urbanen Simulation und die Weiterentwicklung des Open-Drive-Standards zur Bereitstellung realer 3D-Umgebungsmodelle für die Fahrsimulation.
  • Über die Studie

    Ansys beauftragte Atomik Research mit der Durchführung einer Online-Umfrage unter 22.041 Erwachsenen ab 18 Jahren in 11 Märkten (Großbritannien, Vereinigte Staaten, DACH, Frankreich, Italien, Spanien, Benelux, Schweden, Japan, China, Indien). Die Umfrage wurde zwischen dem 26. April und 7. Mai 2019 durchgeführt. In Übereinstimmung mit den Richtlinien und Vorschriften der Market Research Society (MRS) liegt die Fehlerspanne innerhalb von +/-2 % bei einem Konfidenzniveau von 95 %. Atomik Research ist ein unabhängiges Marktforschungsunternehmen, das MRS-zertifizierte Wissenschaftler beschäftigt und sich gegenüber dem MRS-Code verpflichtet hat.

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