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Schiffsantrieb SKF und ABB entwickeln Antrieb für Propellergondeln von Flüssiggas-Eisbrecher

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Mit einer Reihe von Innovationen steigert SKF die Zuverlässigkeit der Propellergondeln von eisbrechenden Flüssiggastankern. Zugleich sollen die Lebensdauerzykluskosten sinken – trotz schwierigster Betriebsbedingungen.

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Das Jamal-LNG-Schiff ist Flüssiggastanker und Eisbrecher in einem.
Das Jamal-LNG-Schiff ist Flüssiggastanker und Eisbrecher in einem.
(Bild: Teekay)

Mit maßgeschneiderten Technologien sowie Unterstützung in punkto Konstruktion will SKF dazu beitragen, die Zuverlässigkeit der Schiffsantriebe an den leistungsstärksten Flüssiggastankern der Welt zu steigern. Zugleich sollen die SKF-Lösungen die Lebensdauerzykluskosten senken.

Die knapp 300 Meter langen LNG-(Liquefied-Natural-Gas-)Tanker mit einem Fassungsvermögen von 170.000 m³ sind für den Gastransport von der Jamal-Halbinsel nach Asien und Europa bestimmt. Dort sollen sie jährlich etwa 16,5 Mio. metrische Tonnen Flüssiggas befördern. Angetrieben werden zehn dieser Schiffe von Azipod-Propellergondeln aus dem Hause ABB.

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Zuverlässige Komponenten trotz extremer Witterungsverhältnisse

Sowohl der Antrieb als auch der Betrieb der Tanker werden auf dieser Route vor ganz besondere Herausforderungen gestellt: Aufgrund ihrer geografischen Lage – in Nordwest-Sibirien, am Polarkreis – ist die Jamal-Halbinsel fast ganzjährig von Eis umschlossen. Das ebenso abgelegene wie hoch empfindliche Gebiet verlangt nach äußerst robusten Maschinen und Komponenten, die trotz der extremen Witterungsbedingungen einen sicheren Betrieb zu jeder Jahreszeit ermöglichen.

ABB Marine entschied sich bei der Entwicklung der Azipod-Antriebe für das Jamal-Projekt zur Zusammenarbeit mit SKF: Die ABB-Verantwortlichen wollten sich das Expertenwissen zunutze machen, über das SKF in diesem anspruchsvollen Anwendungsbereich verfügt. Dazu trägt unter anderem ein mehr als zehnjähriger Erfahrungsschatz bei, den SKF bis heute in Sachen (Weiter-)Entwicklung und Konstruktion von Antriebseinheiten für eisgängige Projekte sammeln konnte. Neben dem entsprechenden Know-how liefert das Unternehmen nun auch kundenspezifische Pendellageranordnungen samt Gehäuse und Dichtungen sowie hochleistungsfähige, selbstausrichtende Carb-Toroidalrollenlager für die Propellerwellen. Deren Montage und Einbau im Werk von ABB Marine wird von SKF-Fachleuten begleitet.

LNG-Tanker mit Azipod-Propellergondeln ausgestattet

In Summe rüstet ABB Marine zehn LNG-Tanker dieses Typs mit jeweils drei Azipod-Propellergondeln aus. Von den maßgeschneiderten SKF-Lösungen dafür verspricht sich ABB eine sehr hohe Betriebszuverlässigkeit sowie eine lange Gebrauchsdauer. Dazu Sami Kontturi, Projektmanager bei SKF: „Wir sind stolz, unser Know-how und unsere modernsten Techniken für eines der größten Industrieprojekte in der Arktis zur Verfügung stellen zu dürfen. Mit unserem technischen Support und den entsprechenden Produkten verhelfen wir ABB und seinen Azipod-Antrieben zu einer Leistungs- und Effizienzsteigerung für die LNG-Tanker. Damit stellt das Jamal-Projekt einen enormen Fortschritt bei der globalen Suche nach beziehungsweise bei der Erschließung von natürlichen Ressourcen dar.“

Abgesehen von den Zulieferungen zu den Azipod-Antrieben stattet SKF die Schiffe außerdem mit Turbulo-Bilgewasser-Entölern sowie SKF-Bluemon aus, einem Emissionsüberwachungssystem, das zur Einhaltung von Umweltauflagen beiträgt, indem es die Emissionsdaten von Schiffen erfasst, speichert und mit geltenden Vorschriften abgleicht. Damit absolviert der erste Flüssiggastanker dieser Serie derzeit schon Testfahrten. (sh)

SKF auf der SMM 2016: Halle A1, Stand 210
ABB auf der SMM 2016: Halle A3, Stand 202

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