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3D-Druck Siemens stärkt Position im Bereich Additive Manufacturing

| Redakteur: Katharina Juschkat

Siemens hat die Mehrheit an Materials Solutions, einem großen Additive-Manufacturing-Dienstleister, erworben. Mit der Übernahme des britischen Unternehmens will Siemens den 3D-Druck ausbauen.

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Materials Solutions fertigt solche Brennerköpfe für die Siemens-Gasturbinen mittels 3D-Druck.
Materials Solutions fertigt solche Brennerköpfe für die Siemens-Gasturbinen mittels 3D-Druck.
(Bild: Siemens)

Siemens hat eine Mehrheitsbeteiligung von 85 % an Materials Solutions Ltd. erworben, einem der weltweit führenden Dienstleister in der Prozessentwicklung und Fertigung im Bereich Additive Manufacturing (AM). Die verbleibenden 15 % des Unternehmens werden vom Gründer des Unternehmens Carl Brancher gehalten. Materials Solutions aus Worcester, Großbritannien, setzt das sogenannte „Selective-Laser-Melting-“(SLM-)Verfahren ein, um Hochleistungs-Bauteile aus Metall zu produzieren. Das Unternehmen beschäftigt sich unter anderem mit der Fertigung von Komponenten für Turbomaschinen. Um die Leistungsfähigkeit der Komponenten sicherzustellen, muss der Hersteller die Oberflächenbeschaffenheit und die Materialqualität beachten.

3D-Modelle in hochwertige Komponenten umsetzen

Beim Additive Manufacturing werden Ersatzteile für kleine Gasturbinen in sieben Prozessschritten gefertigt
Beim Additive Manufacturing werden Ersatzteile für kleine Gasturbinen in sieben Prozessschritten gefertigt
(Bild: Siemens)

Im August 2015 hatte Siemens Venture Capital eine Minderheitsbeteiligung von 14 % an Materials Solutions erworben, das derzeit etwa 20 Ingenieure beschäftigt. Über die finanziellen Details der Vereinbarung vereinbarten die Unternehmen Stillschweigen. „Mit der Akquisition von Materials Solutions wollen wir uns führendes Wissen bei Werkstoffen und der Prozessentwicklung für die Additive Fertigung sichern, insbesondere mit hochtemperaturbeständigen Superlegierungen“, sagte Willi Meixner, CEO der Siemens Division Power and Gas. „Die Stärke des Unternehmens liegt darin, innerhalb von kurzer Zeit 3D-Modelle in hochwertige Komponenten umzusetzen. Materials Solutions passt in unsere Wachstumsstrategie und fügt sich in unsere Vision, zukunftsweisende Technologien in unserem Power and Gas-Portfolio einzusetzen.“

Materials Solutions wurde 2006 gegründet und verfügt über Lösungen für die Luftfahrt, Stromerzeugung und den Motorsport. „Wir sind stolz, ein Teil von Siemens zu werden“, sagt Carl Brancher, CEO von Materials Solutions. „Ich bin sicher, dass wir mit unserem Wissen einen wichtigen Beitrag im Bereich Additive Manufacturing leisten können. Wir entwickeln Anwendungswissen und eine Wertschöpfungskette für Engineering-Gesellschaften. Dabei liefern wir Prozesse und Teile aus 3D-CAD-Modellen mit Hilfe von Software, Lasern und Metallpuder“, erklärt Brancher. Materials Solutions will sich weiterhin darauf konzentrieren, Entwicklungen voranzutreiben und seine Kunden in diesen Branchen zu unterstützen.

Siemens investiert in Serienfertigung und Reparatur mittels 3D-Druck

Seit dem Aufkommen des 3D-Drucks investiert Siemens in die Technologie. Das Unternehmen verwendet die Technologie, um schnell Prototypen zu erstellen (Rapid Prototyping) und hat serienreife Lösungen eingeführt, um kleine Brennerdüsen zu fertigen und Brennerspitzen für Gasturbinen der mittleren Leistungsgröße zu reparieren. Siemens hat im schwedischen Finspang 2009 damit begonnen, 3D-Druck einzusetzen und hat im Februar 2016 einen Standort für die 3D-Druck-Fertigung von Metallkomponenten eröffnet. Die Investition sollte der erste Schritt zur Serienfertigung und der Reparatur von Metallteilen mit 3D-Druck sein. Die erste so hergestellte Brenner-Komponente für eine Siemens-Gasturbine ist in einem Kraftwerk in Brno, Tschechien, in Betrieb.

Beim Additive Manufacturing werden Objekte Lage für Lage aus einem schichtförmig aufgebauten CAD-Modell erstellt. Bislang wurden mit der Technologie, die auch als 3D-Druck bekannt ist, vor allem Prototypen zur Verifizierung von neuen Designentwicklungen hergestellt. Neue Fortschritte haben die Möglichkeiten des Verfahrens erweitert. Heute verfügbare Faserlaser besitzen genügend Leistung, um hochleistungsfähige Metalllegierungen zu schmelzen und damit Komponenten für Gasturbinen oder Düsentriebwerke herzustellen. Auf diese Weise entstehen aus puderförmigen Hochleistungswerkstoffen Präzisionslösungen. (kj)

Formnext 2016: Halle 3.1, Stand J20

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