Fernwartung Siemens eröffnet Ferndiagnosezentrum für Windenergieanlagen

Redakteur: Jan Vollmuth

Siemens hat sein neues Ferndiagnosezentrum für Windenergieanlagen offiziell eröffnet. Die Einrichtung am dänischen Standort Brande, der Zentrale des Siemens Wind Power Service, verfügt über die weltweit fortschrittlichste Technologie zur Ferndiagnose und Überwachung von Windenergieanlagen.

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Windenergie-Servicefachleute im neuen Ferndiagnosezentrum von Siemens in Brande, Dänemark.
Windenergie-Servicefachleute im neuen Ferndiagnosezentrum von Siemens in Brande, Dänemark.
(Bild: Siemens AG)

Die neue Einrichtung von Siemens Wind Power Services ist für das anhaltende Wachstum des Servicegeschäfts für Siemens-Windenergieanlagen gut vorbereitet und bietet Ressourcen auch für die nächsten Jahre. Schon heute umfasst die Ausstattung Diagnose- und Überwachungstools für weltweit mehr als 7500 Siemens-Windenergieanlagen. Die Fachleute überwachen die globale Siemens-Flotte im 24/7-Betrieb und erkennen potentielle Probleme frühzeitig. So lassen sich Gegenmaßnahmen aus der Ferne einleiten, bevor Defekte auftreten. Dieser vorausschauende Ansatz ermöglicht längere Wartungsintervalle und Betriebszeiten. So wird die Effizienz im Betrieb erhöht und die Kosten für den Windstrom sinken.

Fehleranalyse mit Hilfe umfangreicher Datenbank

Siemens stützt seine Fehleranalyse auf eine umfangreiche Datenbank, in der sämtliche Signale gespeichert werden, die auf Unregelmäßigkeiten im Betrieb Hinweise geben. Das Remote-Diagnostics-Team von Siemens hat dabei seit 1998 umfassende Erfahrung mit sämtlichen Typen von Siemens Windenergieanlagen zusammengetragen. Jeden Tag werden aus den weltweit über 7500 Windenergieanlagen mehr als 200 GByte an Daten abgefragt. Für die Flotte werden 24 Mio. Betriebsparameter überwacht und kontinuierlich untersucht. Mehr als 300 Mio. Diagnoseberechnungen pro Woche erlauben eine dynamische Optimierung des Windenergieanlagenbetriebs.

„Das neue, hochmoderne Ferndiagnosezentrum unterstreicht unseren Anspruch, unseren Kunden den optimalen Service bei Überwachung und Diagnose zu bieten“, sagt Tim Holt, CEO von Siemens Service Renewables. „Wir überwachen Anlagen schon länger als alle anderen in der Branche und werten die gewonnenen Daten mit Tools aus, die betriebliche Entscheidungen erleichtern und unseren Kunden helfen, ihre Anlagen mit höchster Effizienz zu betreiben.“

Abweichungen in der Systemleistung erkennen

Seit 1998 hat das Expertenteam des Unternehmens in Brande die Technologie kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. Der „Automatic Root Cause Identifier“ ist ein Programm, das automatisch Abweichungen in der Systemleistung von Windenergieanlage erkennt und die dafür verantwortlichen Parameter analysiert. „Automated Surveillance“ ist ein auf dynamischen linearen Modellen basierendes System, das die Systemleistungen der Windenergieanlagen kontinuierlich mit Erkenntnissen und Vorhersagen abgleicht und optimiert.

Die beiden Beispiele patentierter Siemens-Technologien machen deutlich, welchen Nutzen das Remote-Diagnostics-Portfolio von Siemens für Betreiber liefert: Im täglichen Betrieb erkennen die Systeme sofort jede Abweichung vom optimalen Betriebszustand. Das erlaubt ein vorausschauendes Eingreifen, das Ausfallzeiten senkt und Produktionsverluste vermeidet.

Großteil der Fehler lassen sich aus der Ferne beheben

Ferndiagnosen sind ein wichtiger Teil des Siemens-Portfolios von Mehrwertdiensten. Fachleute für die Fernüberwachung können in 85 % der Störungsmeldungen den Fehler aus der Ferne beheben, ohne dass Techniker zu einer Wartung entsandt werden müssen. Dank reduzierter Ausfallzeiten und weniger Einsätzen direkt an den Windturbinen erreichen die Anlagen einen höheren Energieertrag. Mittels Diagnose von Vibrationsmustern aus den Sensoren in den Anlagen entdeckt das Siemens System selbst früheste Anzeichen von Unregelmäßigkeiten, so dass sich Lösungen bereits planen lassen, bevor ein Problem den Anlagenbetrieb beeinflusst.

Analyse von Daten aus dem laufenden Betrieb ermöglichen Prognosen für einzelne Windenergieanlagen sowie für die gesamte Flotte. Die Siemens Fachleute gewinnen dabei Erkenntnisse über spezifische Standorteigenschaften, Betriebsbedingungen und Betriebszeiten. Für den Betreiber errechnen sie daraus Empfehlungen, um die Leistung der Windenergieanlagen zu optimieren und somit die Energieerzeugungskosten zu senken. Holt fügte hinzu: „In Kombination mit Daten aus der Vergangenheit kann das, was wir heute erfahren und beobachten, zu wertvollen Erkenntnissen führen und eine wichtige Rolle in unserer zukünftigen Forschung und Entwicklung spielen.“

Mit der Eröffnung des Ferndiagnosezentrums bündelt Siemens sämtliches Fachwissen im Bereich Fernüberwachung und -diagnose an einem Standort. Das neue Gebäude verfügt auch über einen eigenen Kundenbereich, in dem Kunden Fachleute von Siemens treffen, den Betrieb des Zentrums vor Ort beobachten und gemeinsam mit den Fachleuten an einem vorausschauenden Service- und Wartungsmanagement arbeiten können. (jv)

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