Schweißen Schweizer Schienenfahrzeug-Hersteller sorgt mit Trumpf für Qualität in der Fertigung
Schienenfahrzeuge von Stadler Rail kennen die Welt. ob Austin in Texas, Nyugati pu Budapest oder Zermatt für den Glacier Express: An Bahnhöfen rund um den Globus fahren sie ein und aus. In der Fertigung hilft Trumpf bei der Schweißnahtvorbereitung.
Anbieter zum Thema
Mit Stadler Rail beheimatet die Gemeinde Bussnang im Schweizer Kanton Thurgau ein Unternehmen, das mehr Mitarbeiter hat als die Gemeinde Einwohner: 2200 Beschäftigte sind insgesamt bei dem Konzern tätig, der auf Schienenfahrzeuge spezialisiert und weltweit im Geschäft ist.
Seine Zentrale – die Stadler Bussnang AG – mit rund 1 100 Mitarbeitern steht aber nach wie vor in dem malerischen Schweizer Dorf, das zu Recht stolz ist auf ein traumhaftes Einwohner-Arbeitsplatz-Verhältnis von 1,6 zu 1. Der Ort dankt es seinem Hauptarbeitgeber mit einem entsprechenden Namenszusatz: „Bussnang — die Gemeinde mit Zug“. Die Stadler Rail Group mit ihren sechs Standorten Bussnang, Altenrhein, Winterthur, Berlin, Siedlce (Polen) und Budapest ist vor allem in den Marktsegmenten Regional- und Vorortverkehr, leichter S-Bahn-Verkehr und Straßenbahnen unterwegs. Außerdem möchte das Unternehmen auch in Zukunft die weltweite Nummer eins im Zahnradbahn-Fahrzeugmarkt bleiben.
Stadler Rail – Weltweit auf der Schiene
Die Referenzliste von Stadler Rail liest sich wie das Who’s who der Eisenbahnen. Ob Deutsche Bahn, Schweizer Bundesbahn oder Betreiber in den USA, Griechenland, Ungarn, Italien und Algerien: Weltweit haben sich die Konstruktionen des Bussnanger Unternehmens durchgesetzt. Seit Ende 2007 fahren beispielsweise auch in Austin, der Hauptstadt von Texas, USA, die ersten Diesel-Gelenktriebwagen (GTW). Insgesamt liefert Stadler der Bahn-gesellschaft Capital Metro sechs GTWs für den texanischen Regionalverkehr.
Stadler Rail-CEO Peter Spuhler ist zufrieden: „Wir sind stolz, dass unsere Züge nun auch in Texas fahren. Damit konnten wir bereits zum zweiten Mal in die USA exportieren.“ Die Strategie von Stadler Rail beschreibt er so: „Im Gegensatz zu den Großkonzernen verfolgen wir keine Plattformstrategien. Vielmehr bieten wir mit modularen Konzepten den Bahngesellschaften kundenspezifische Lösungen an, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.“
Hochalpine Panoramen
Das überzeugt auch die Betreiber des Schweizer Glacier-Express, selbst ernannter langsamster Schnellzug der Welt. Er verbindet St. Moritz über Chur, Disentis, Andermatt, Brig und Visp mit Zermatt. Für die 291 Kilo Meter lange Strecke nimmt sich der Schmalspurzug gut siebeneinhalb Stunden Zeit. 291 Brücken, 91 Tunnel und der 2 033 Meter hohe Oberalppass machen seinen Weg zu einem echten Abenteuer. Praktisch an jeder Ecke bietet er Postkartenatmosphäre — insbesondere für die Gäste in den verglasten Panoramawagen. Die kamen bereits bei der letzten Modernisierung 2006 vom Stadler-Werk in Altenrhein.
Jetzt sorgen die Partnerbahnen Rhätische Bahn (RhB) und Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGBahn) nochmals für einen Attraktivitätsschub: Um die Positionierung des Glacier-Express als Premiumprodukt weiterzuentwickeln, setzen die Betreiber auf zusätzliche Panorama und Servicewagen — gebaut von Stadler.
Ab Sommer 2009 werden dann täglich vier gleichwertig ausgestattete Züge zwischen St. Moritz und Zermatt beziehungsweise Davos und Zermatt verkehren. RhB und MGBahn investieren insgesamt rund 20 Millionen Franken in ihr neues Rollmaterial.
Herausragendes Merkmal: höchster Komfort dank luftbefederter Stadler-Drehgestelle, Sitzplatzbeschallung via Kopfhörer, Fenster bis hinein in die Dachwölbung und Vollklimatisierung. Das Ganze realisiert in Leichtbauweise. Denn historische Bauwerke wie das 65 Meter hohe Landwasserviadukt aus dem Jahr 1901 setzen der Belastbarkeit Grenzen.
So darf der aus sechs Wagen bestehende Zugverband ohne Lok nicht mehr als 135 Tonnen Gewicht auf die Waage bringen. Servicefreundliche Konstruktionen, die auch in Leichtbauweise aus Aluminium erstellt werden können, prägen insgesamt die Angebotspalette. Sie werden von den Kunden gefordert, weil sie dazu beitragen, die Betriebs- und Unterhaltskosten niedrig zu halten.
Da sich Stadler schon seit Gründung des Unternehmens im Jahr 1942 mit der Technik rund um Schienenfahrzeuge befasst, hat sich in diesem und vielen anderen Bereichen ein umfangreiches Know-how angesammelt, das es den Konstrukteuren ermöglicht, auf individuelle Anforderungen einzugehen. Zugute kommt den Waggonbauern dabei, dass auch heute noch vom Kasten- und Drehgestellbau bis hin zur Endmontage der Schienenfahrzeuge alles unter einem Dach geschieht.
Drei Buchstaben für eine saubere Naht
Dabei ist umfangreiches Know-how in Entwicklung und Produktion gefordert. Neben modernen Konzepten zu Art und Anordnung der Antriebe, sind aufwändige und sichere Schweißkonstruktionen an den Wagen bzw. Waggons unabdingbar. Basis dafür ist eine saubere und oxidfreie Schweißkantenoberfläche. Vor einigen Jahren wurde diese noch mit elektrischen Hobelmaschinen erzeugt. Glücklich war Fahrzeugbauleiter Bernhard Eisenegger damit jedoch nicht, denn wegen der Zähigkeit von Aluminium verstopfen und verkleben diese Werkzeuge ständig. Auf der Suche nach anderen Lösungen entdeckte er vor gut drei Jahren die handgeführten elektrischen Kantenfräser TKA von TRUMPF.
Die Vorteile dieser Elektrowerkzeuge haben ihn und seine Mitarbeiter schnell überzeugt: „Mit den TKAs können unterschiedlichste Konturen bearbeitet werden, auch kleinste Innenradien sind kein Problem“, so Eisenegger.
„Schnittgrate lassen sich sicher entfernen und Fasen haben eine saubere Sichtkante. Außerdem haben die TKAs einen super Anschlag und lassen sich einfach bedienen — selbst bei Überkopfarbeiten wie beim beidseitigen Abfräsen der 20 Meter langen Kanten der Waggondächer!“
(ID:267117)