Robotik und Automation

Roboter-Studie der ING-Diba unbrauchbar

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Kein Paradox – Roboter und Jobs

Beispiel deutsche Automobilindustrie: Diese mit Abstand größte Kundenbranche weitete ihren Bestand an Industrierobotern in Deutschland von 2010 bis 2014 um 15 % auf 92.000 Einheiten aus. Im selben Zeitraum erhöhte sie die Zahl der Beschäftigten um 10 % auf 775.000. Die Automationsangst vor der Substitution des Menschen ist damit unbegründet. Inzwischen ist in vielen Fällen auch die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine möglich. Die Roboter werden mithilfe von Sensorik so sicher gemacht, dass sie ohne Schutzzäune auskommen.

Beispiel Nordamerika: Das Land holt seine Industrien zurück, die es Jahre zuvor in Billiglohnländer ausgelagert hatte. Die Amerikaner erkannten, dass eine starke industrielle Basis wichtig für konsistentes Wachstum ist. Diese Re-Industrialisierung ist aber nur möglich, weil die Unternehmen durch Einsatz von Automation wettbewerbsfähig geworden sind.

Roboter-Studie der ING-Diba basiert auf wirklichkeitsferner Technologieeinschätzung

Mit ihrer Studie „Die Roboter kommen – Folgen der Automatisierung für den deutschen Arbeitsmarkt“ hat die Bank ING-Diba im April für viel Aufregung gesorgt. Der Studie zufolge werden durch die fortschreitende Automatisierung über kurz oder lang 59 % der untersuchten Arbeitsplätze in Deutschland bedroht. Das wären 18 Mio. Arbeitsplätze. Die Chancen des Robotereinsatzes für neue Berufe und Beschäftigungsverhältnisse werden hingegen nicht quantifiziert.

Stattdessen führt die wirklichkeitsferne Technologieeinschätzung zu einer Verzerrung der Realität. Demnach würden künftig 1,9 Millionen Büro- und Sekretariatskräfte robotisiert, gerade einmal 250.000 Stellen blieben erhalten. „Aus unserer Sicht ist das in keiner Weise belegbar“, sagte Schwarzkopf. Das Bundesarbeitsministerium hat das Automatisierungspotenzial überprüft, aber nicht nach Berufen, sondern nach Tätigkeiten. Heraus kam, dass nur etwa 12 % aller Arbeitsplätze ein Profil mit hoher Automatisierungswahrscheinlichkeit haben.

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