Autonome Roboter Roboter soll Höhlen auf dem Mond erforschen

Redakteur: Katharina Juschkat

Um Lavahöhlen auf dem Mond zu erforschen, haben Würzburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Konzept für einen autonomen, kugelförmigen Roboter entwickelt. Die ESA testet das Konzept jetzt auf Machbarkeit.

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Auf dem Mond gibt es vermutlich ausgedehnte Lavahöhlen, die ein neuer Roboter erforschen könnte.
Auf dem Mond gibt es vermutlich ausgedehnte Lavahöhlen, die ein neuer Roboter erforschen könnte.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Ein internationales Forschungsteam will einen Roboter entwickeln, der auf dem Mond Lavahöhlen erkunden kann. Die ESA hat das Konzept in einer ersten Studie evaluiert und für vielversprechend erklärt. In weiteren Studien wird jetzt die Machbarkeit geprüft.

Höhlen auf dem Mond erforschen

Die Mondoberfläche ist von Millionen von Kratern bedeckt. Einige Bilder deuten darauf hin, dass es auf dem Mond auch ausgedehnte Lavatunnel gibt, die sich vermutlich vor Milliarden von Jahren gebildet haben, als der Mond noch geologisch aktiv war. Diese Mondhöhlen könnten zukünftig aus zwei Gründen von entscheidender Bedeutung sein: Zum einen könnten sie menschlichen Besuchern Schutz bieten sowie Astronauten vor Strahlung und Mikrometeoriten abschirmen. Zum anderen könnten sie auch Zugang zu Wasser und anderen unterirdischen Ressourcen bieten.

Kugelförmiger Roboter rollt über den Mond

Im Projekt „Daedalus“, eine Abkürzung für „Descent And Exploration in Deep Autonomy of Lava Underground Structures“, will ein Forschungsteam einen kugelförmigen Roboter entwickeln. Der autonome Roboter ist mit Künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattet und kann sicher auf dem Mond rollen. Sämtliche Sensoren und Messinstrumente sind in der kugelförmigen Bauweise vor der rauen Mondumgebung geschützt.

Hinter dem Projekt steht die Julius-Maximilians-Universität Würzburg unter Leitung von Dorit Borrmann und Professor Andreas Nüchter (beide Lehrstuhl für Informatik VII – Robotik und Telematik der JMU). Partner bei diesem Vorhaben sind die Jacobs University Bremen, die Universität Padua (Italien), das Astronomische Observatorium Padua und die italienische Firma Vigea.

Machbarkeit wird überprüft

In der jetzt gestarteten Studie wird das Konzept in den ESA-Laboren auf Machbarkeit überprüft, um dann einen Roboter-Prototypen zu entwickeln. Dabei wird das Team der ESA durch das Würzburger Konsortium und von Fachleuten der Universität Oviedo (Spanien) unterstützt.

Die Würzburger Forscherinnen und Forscher beschäftigen sich schon länger mit der Kartierung planetarer Umgebungen. Borrmann hat bereits im Rahmen eines Weltraumtrainings auf Lanzarote Technologien zum 3D-Kartieren von Höhlen weiterentwickelt. 2017 hat der Astronaut Matthias Maurer mit Würzburger Technik ein detailliertes 3D-Modell der „La Corona“-Lavaröhre unter Verwendung von Laser- und Kamerabildern erstellt. Solche Umgebungen wie auf Lanzarote werden häufig von Astronautinnen und Astronauten verwendet, um sich auf ihre Weltraummissionen vorzubereiten.

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