Retrofit der Antriebstechnik in einer Transportlinie
Beim Retrofit einer Transportanlage setzte Coca-Cola Hellenic Österreich, Wien, das mechatronische Antriebssystems Movigear von SEW-Eurodrive ein. Es trägt maßgeblich zur Gesamtenergieeinsparung von 75% bei. Das entspricht der jährlichen Reduktion des CO2-Ausstoßes um 41 Tonnen. Auch das Controlling kann sich freuen: Die Amortisationszeit beträgt weniger als ein Jahr.
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Coca-Cola Hellenic Österreich ist der lizensierte Abfüller von The Coca-Cola Company in Österreich. Als das Unternehmen beschloss, eine Transportlinie in seiner Abfüllanlage in Wien zu modernisieren, waren die deutliche Senkung des Energiebedarfs und Reduzierung des CO2-Ausstoßes die obersten Ziele.
Weitere Vorgaben betrafen die Standardisierung der eingesetzten Antriebsvarianten für eine leichtere Ersatzteilhaltung sowie die einfache und schnelle Wiederinbetriebnahme der Anlage nach dem Umbau. Und schließlich sollte durch den Retrofit auch die Wartung erleichtert werden.
Zwischen der SEW-Eurodrive Ges.m.b.H. und der Coca-Cola Hellenic Österreich besteht schon lange ein guter Kontakt. Ausschlaggebend dafür ist nicht nur die räumliche Nähe beider Unternehmen in Wien. Bereits in der Vergangenheit gab es regelmäßig Geschäftskontakte bezüglich Standard-Getriebemotoren und Frequenzumrichter. Daher erkannten die Mitarbeiter von SEW Wien auch frühzeitig die zahlreichen Vorteile, die das Mechatronische Antriebssystem Coca-Cola Hellenic bringen würde. Mit detaillierten Energieverbrauchs-Berechnungen wies SEW-Eurodrive nach, dass die Transportanlage mit Movigear die höchste Energieeffizienz erzielen kann.
Im August 2009 präsentierte SEW-Branchenmanager Food & Beverage, Tobias Nittel, dieses innovative Produkt dem Kunden in Österreich: „Zwar ist die einzelne Komponente etwas teurer als herkömmliche Lösungen. Dafür bekommt der Kunde jedoch deutliche Mehrwerte, die sich für ihn schnell als geldwerte Vorteile erweisen: geringerer Energiebedarf, niedrigere Installationskosten, kürzere Inbetriebnahmezeiten sowie einfachere Wartung und Diagnose. Aus der Perspektive des Endkunden weist das Movigear also letztlich nur Vorteile auf. Auch seine Reinigung ist einfach und spart Wasser sowie Reinigungsmittel. In einer Getränkeabfüllanlage ist das ein klares Plus.“
Die Transportlinie verbindet Abfüll-, Verpackungs- und Palettieranlage
In nicht einmal sechs Monaten schafften es die Verantwortlichen des Getränkekonzerns, die Umrüstung ihrer Getränkelinie zu organisieren – vom Einreichen des Budgets über die technische Planung bis zum schmalen Zeitfenster für den Umbau. Anfang 2010 war es soweit: Die Modernisierung der Transportlinie 2a stand an. Sie verbindet die Abfüllanlage für Coca-Cola, Fanta und Sprite über eine Verpackungsmaschine mit der Palettieranlage. In diesem Bereich werden PET-Flaschen von 0,5 bis 2,5 l Füllmenge verarbeitet. Bislang wurde die Linie durch Standard-Getriebemotoren im direkten Netzbetrieb angetrieben. Im Rahmen der Modernisierung waren insgesamt 39 Getriebemotoren auszutauschen – die meisten ohne Umrichter – sowie die Ansteuerung der Antriebe.
Anstelle von 24-Volt-Schütztechnologie für Netzmotoren kamen Profibusanschaltungen zum Einsatz. Dadurch lassen sich jetzt die Drehzahlen frei verändern und somit genau an den Prozess anpassen. Zudem ermöglicht die Profibus-Anschaltung optimierte Stauabschaltungen und eine deutliche Minimierung der Stillstandszeiten. Die Folge dieser Maßnahmen ist eine spürbare Senkung des Energiebedarfs.
Der Profibus transportiert die Steuersignale von der SPS zum Antrieb und umgekehrt aktuelle Diagnose- und Statussignale der Antriebe zur Steuerung. In Kombination mit dem Profibus wurden auch vollkommen neue Diagnosemöglichkeiten geschaffen. So hat der Betreiber jetzt nicht nur eine Ein-/Aus-Anzeige, sondern sieht auf einem Bedienpanel Drehzahl und Strom, kann die mögliche Schwergängigkeit von Antrieben erkennen und bekommt im Servicefall die Fehlerart angezeigt. Der Busbetrieb ermöglicht auch die Stromaufzeichnung für allgemeine Monitoring-Zwecke sowie eine Indikation über die Auslastung. Aus der Serviceperspektive bietet Movigear in Kombination mit dem Profibus nun deutlich erweiterte Möglichkeiten.
Die Investition hat sich innerhalb eines Jahres amortisiert
Bei der Systemlösung Movigear erfolgen die Energieversorgung und Kommunikation über die SNI-Technologie (Single Line Network Installation). Sie ermöglicht die Energie- und Kommunikationsübertragung über ein einziges geschirmtes Kabel, reduziert dadurch die Zahl der nötigen Komponenten und verringert den Installationsaufwand deutlich. Der eigentliche, mechanische Umbau der Anlage erfolgte an einem verlängerten Wochenende von Freitag früh bis Sonntag Abend. In dieser kurzen Zeit wurden die alten Antriebe abverdrahtet und mechanisch entfernt, die neuen Antriebe mechanisch montiert, elektrisch installiert und in Betrieb genommen. Am Montag früh konnte die Produktion auf der Abfüllanlage wieder starten.
Mit der neuen Gesamtlösung konnte Coca-Cola Hellenic Österreich den Energiebedarf der Transportlinie um sensationelle 75 Prozent (im Vergleich zur vorher eingesetzten Technik) senken. Dadurch amortisiert sich die Investition bereits in weniger als einem Jahr. Aus einer Fünf-Tages-Messung der aufgenommenen Energiemenge, extrapoliert auf ein Jahr, ergibt eine CO2-Einsparung von jährlich 41 Tonnen. Diese Einsparungen wurden durch mehrere, parallele Maßnahmen erzielt. Maßgeblich trug jedoch die neue SEW- Antriebstechnik zu diesem positiven Ergebnis bei.
Aufgrund dieser überzeugenden Ergebnisse wurde SEW-Eurodrive schon mit der Antriebsaufnahme einer zweiten Transportlinie für PET-Flaschen mit Softdrinks beauftragt. Branchenmanager Tobias Nittel, erläutert: „Mittlerweile kann SEW-Eurodrive auf zahlreiche Erfahrungen beim Retrofit bestehender Anlagen verweisen. Unser Kunde Coca-Cola Hellenic hat erkannt, wie wichtig für ihn energieeffiziente Antriebe sind. Weitere Vorteile sind die geringeren Installationskosten, der kleinere Inbetriebnahmeaufwand sowie die Standardisierung der eingesetzten Antriebstechnik.“ Der Kunde Coca Cola Hellenic Österreich ist von der SEW-Antriebstechnik so überzeugt, dass er mittlerweile in seinen Ausschreibungen den Anlagenbauern Movigear als Antriebssystem vorgibt. (ud)
Anwendungs-Video (bei Youtube)
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