Kraftstoff Reiner Ammoniak-Antrieb treibt Motor an

Quelle: Fraunhofer IMM 2 min Lesedauer

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Ein Motor, der ausschließlich mit Ammoniak betrieben wird – ohne Beimischung fossiler Energieträger: Seine Basistechnolgie hat ein Team des Fraunhofer-Instituts für Mikrotechnik und Mikrosysteme IMM zusammen mit der Firma First Ammonia Motors entwickelt.

Der Motorinnenraum des Fahrzeuges; links und rechts von dem mit Ammoniak betriebenen Motor sind die beiden Crackreaktoren (umgeben von weißem Isolationsmaterial) zu sehen.(Bild:  First Ammonia Motors)
Der Motorinnenraum des Fahrzeuges; links und rechts von dem mit Ammoniak betriebenen Motor sind die beiden Crackreaktoren (umgeben von weißem Isolationsmaterial) zu sehen.
(Bild: First Ammonia Motors)

Kann Ammoniak als kohlenstofffreier Energieträger nicht nur gespeichert und transportiert, sondern auch direkt nur mit Beimischung von Wasserstoff in einem Motor genutzt werden? Diese grundlegende Fragestellung stand am Anfang der Entwicklung. Während Ammoniak in der Energieforschung bereits seit Jahren diskutiert wird, galt seine Nutzung in Verbrennungssystemen lange als technisch anspruchsvoll – insbesondere aufgrund seines Zündverhaltens und potenzieller Emissionen.
First Ammonia Motors hat hierfür ein Motorkonzept entwickelt, das speziell auf die Eigenschaften von Ammoniak ausgelegt ist. Parallel dazu hat das Fraunhofer IMM seine Kompetenzen in der Entwicklung von Reaktoren mit mikrostrukturierten Kanälen und neuartigen, hochaktiven und langzeitstabilen Katalysatoren für kompakte Cracker Systeme eingebracht. Das Ergebnis ist eine hohe Systemeffizienz, bei der die Abgase zum Beheizen der Reaktoren genutzt werden. 

Wasserdampf und Stickstoff als Abgase

Mit Motorabgas beheizter Ammoniakcracker des Fraunhofer IMM im Teststand.(Bild:  First Ammonia Motors)
Mit Motorabgas beheizter Ammoniakcracker des Fraunhofer IMM im Teststand.
(Bild: First Ammonia Motors)

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist ein Motor, der vollständig mit Ammoniak betrieben wird. Die erforderliche Wasserstoffbeimischung wird im Fahrzeug aus dem Ammoniak erzeugt. Im Gegensatz zu anderen Ammoniakmotoren benötigt dieser Motor keinen Zusatzkraftstoff wie Benzin, Kohlegas oder Methanol, um die Verbrennung zu beschleunigen. Stattdessen wird die Abwärme des Motors genutzt, um Ammoniak (NH3) zu spalten und so an Bord Wasserstoff als Zusatzkraftstoff zu erzeugen. Als Abgase entstehen Wasserdampf und Stickstoff.
Am 27. Juni 2025 demonstrierte First Ammonia Motors (FAM) am Stadtrand von Charlotte, North Carolina, eines der weltweit ersten Fahrzeuge, das ausschließlich mit Ammoniak betrieben wird und über einen Ottomotor verfügt.

Technologie für schwer elektrifizierbare Anwendungen

Die Nutzung von Ammoniak eröffnet neue Perspektiven für Bereiche, in denen eine direkte Elektrifizierung nur eingeschränkt möglich ist. Dazu zählen etwa stationäre Energieversorgung, maritime Anwendungen oder der Schwerlastverkehr. Das Fraunhofer IMM bietet hierfür kompakte, hochintegrierte Systeme an, die Ammoniak und Methanol in Wasserstoff für mobile und stationäre Anwendungen umwandeln. Im Fokus stehen mikrostrukturierte Reaktoren und Reformersysteme, die eine effiziente, dezentrale Energieversorgung insbesondere für Nutzfahrzeuge und Off-Highway-Anwendungen ermöglichen. Durch die Kombination aus Technologieentwicklung, Pilotanlagen und industrieller Skalierung schafft das Institut die Grundlage für den breiten Einsatz alternativer Wasserstoffträger in schwer elektrifizierbaren Mobilitätssegmenten.
Besucher der Hannover Messe 2026 erhalten auf dem Messestand des Fraunhofer-Institus Einblicke in die gesamte Prozesskette – vom Energieträger über die Verbrennung bis zur Emissionsminderung.

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