Reihenklemmen mit Zugfedertechnik statten Tunnelvortriebsmaschinen aus

Redakteur: Juliana Schulze

Hinter den Tunnelvortriebsmaschinen von Herrenknecht steckt ein enormer elektrotechnischer Aufwand. Wo Drähte in der Maschine zusammenlaufen, verrichten Zugfederklemmen von Phoenix Contact ihren Dienst.

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Die Tunnelvortriebsmaschinen von Herrenknecht sind weltweit im Einsatz – wie hier bei Erweiterungsarbeiten für das Metronetz in Los Angeles, USA (Bild: Herrenknecht)
Die Tunnelvortriebsmaschinen von Herrenknecht sind weltweit im Einsatz – wie hier bei Erweiterungsarbeiten für das Metronetz in Los Angeles, USA (Bild: Herrenknecht)

Nicht nur am St. Gotthard, wo zurzeit ein Tunnel der Superlative entsteht, sondern in der ganzen Welt bohren sich die Tunnelvortriebsmaschinen von Herrenknecht durch weiche und gemischte Böden sowie durch hartes Gestein. Der Konzern mit Sitz im badischen Schwanau, etwa 20 km südlich von Offenburg, entwickelt, baut und vertreibt Tunnelvortriebsanlagen mit Durchmessern bis zu 19 Metern. Die Anlagen werden projektspezifisch an die jeweiligen Baustellengegebenheiten und die geologischen und hydrologischen Bedingungen angepasst. Schlagzeilen machte im Oktober 2010 die Herrenknecht-Tunnelbohrmaschine „Sissi“ beim finalen Durchschlag der Oströhre beim Jahrhundertprojekt Gotthard-Basistunnel. Insgesamt vier Herrenknecht-Maschinen bohrten und sicherten mehr als 85 km der Hauptröhren durch die Alpen, wo ab 2017 Personen- und Güterzüge den weltweit längsten Eisenbahntunnel durchfahren sollen und die Schweiz und Italien miteinander verbinden.

Zuverlässige Anschlüsse sind entscheidend für sicheren Transport

"Für den gesamten Fertigungsprozess einer Tunnelvortriebsmaschine haben wir nur wenige Monate Zeit", erläutert Volker Rastetter, Werkstattmeister Schaltschrankbau bei Herrenknecht in Schwanau. "Die Maschinen-Steuerstände sowie die Schaltschränke und Klemmenkästen werden bei uns in Schwanau montiert und vorverdrahtet." Die Endinstallation der Elektrotechnik erfolgt dann auf der Maschine im Werk in Schwanau. Hier wird sie in Betrieb genommen und auf Herz und Nieren geprüft. Zur Überführung vom Schwanauer Werk auf die Tunnel-Baustelle werden die Maschinen in transportfähige Einheiten zerlegt. Adern und Leitungen werden an vordefinierten Schnittstellen abgeklemmt und am Bestimmungsort wieder angeklemmt. "Mit unseren alten Reihenklemmen war die Kontaktierung etwas schwieriger", blickt Rastetter zurück auf die Zeit vor der Umstellung. "Sie ließen sich teilweise nicht mehrmals anschließen und mussten ausgetauscht werden."

Arbeitsunterbrechungen und Stillstandszeiten beim Tunnelvortrieb nicht akzeptabel

Die Maschinen sowie alle darin verbauten Komponenten sind im Tunnelbohrbetrieb extremen Belastungen und starken Vibrationen ausgesetzt. Arbeitsunterbrechungen und Stillstandszeiten beim Tunnelvortrieb als Folge schlechter Kontaktierungen sind für Maschinenlieferant und bauausführende Unternehmen nicht akzeptabel - Zeit ist hier viel Geld.

"Gemeinsam mit Spezialisten von Phoenix Contact haben wir sämtliche Anforderungen an das neue Reihenklemmensystem in Workshops diskutiert", so Rastetter. "Teilgenommen haben alle elektrotechnischen Abteilungen unseres Hauses - von der Konstruktion über die Fertigung und Montage bis hin zum Service. Entschieden haben wir uns dann für die Zugfederklemmen. Seit der Umstellung verläuft die Installation einfacher und auch im Betrieb hat sich das System bewährt."

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