Hackeropfer Pumpenhersteller KSB stoppt Produktion wegen Cyberattacke

Quelle: dpa

Der Frankenthaler Pumpen- und Armaturenhersteller KSB ist Opfer eines Hackerangriffs. Nun steht vorerst die Produktion still. Hier mehr Details.

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Der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB ist von Hackern angegriffen worden. Die Produktion steht nun bis Mitte nächste Woche still – sicherheitshalber! So etwas war durchaus zu erwarten, wie die Behörden bereits im Vorfeld analysiert haben.
Der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB ist von Hackern angegriffen worden. Die Produktion steht nun bis Mitte nächste Woche still – sicherheitshalber! So etwas war durchaus zu erwarten, wie die Behörden bereits im Vorfeld analysiert haben.
(Bild: KSB)

Wegen einer weiteren Cyberattacke – vor Kurzem hat es ja auch den Windkraftanlagenhersteller Nordex erwischt – hat nun auch der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB aus Frankenthal in der Pfalz die Produktion in Deutschland bis zum 20. April auf Eis gelegt, wie jetzt bekannt wurde. In anderen Ländern wird auf Basis der lokalen Lage entschieden, informierte außerdem ein KSB-Sprecher. Im Unternehmen, heißt es dazu, hat man in der vergangenen Woche Unregelmäßigkeiten festgestellt. Nach Rücksprache mit externen Spezialisten wurden daraufhin die Server vom Netz genommen. Die Betroffenen glauben, dass durch diesen Angriff Daten verschlüsselt werden sollten, um Lösegeld zu erpressen. Ein Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg sei jedoch nicht erkennbar. KSB hat nach eigener Aussage nun Strafanzeige gestellt. Man arbeite eng mit der Abteilung für Cyberkriminalität des Landeskriminalamts zusammen. Nun geht es darum, herauszubekommen, über welche IP-Adressen der Angriff stattfand.

Deutschland im Fokus von Hackerangriffen

In Gesprächen mit Geschäftspartnern und Behörden habe man erfahren, dass derzeit Angriffe verstärkt auf deutsche Unternehmen zielten. In der Vergangenheit waren zum Beispiel auch der Koblenzer Fahrradhersteller Canyon Bicycles und die Technischen Werke Ludwigshafen Opfer von Cyberangriffen. Außerdem hatte die Landesregierung kürzlich davor gewarnt, dass wegen des Ukrainekonflikts auch in Rheinland-Pfalz von einer Erhöhung der Gefahr für die Cybersicherheit auszugehen ist. Der Digitalminister Alexander Schweitzer (SPD) hatte Unternehmen und Organisationen aus der kritischen Infrastruktur deshalb aufgefordert, Warnungen und Empfehlungen der Sicherheitsbehörden – etwa auf den Webseiten der Allianz für Cybersicherheit – aufmerksam zu verfolgen. Zur kritischen Infrastruktur zählen die Behörden die Aspekte Energie, Gesundheit und Telekommunikation.

Für KSB ist eine Cyberattacke nichts Neues

KSB kennt das schon, denn das Unternehmen ist schon einmal das Ziel von Hackern gewesen. Allerdings in einem anderen europäischen Land, wo man das Problem aber erfolgreich bewältigt habe. Auch jetzt arbeite KSB das systematisch, sachlich und professionell ab. Die KSB-Entscheider gehen davon aus, dass ab Mittwoch die Produktion zumindest in Teilen wieder anfährt. Die einzelnen Systeme sollen wieder hochgefahren werden, wenn sie gecheckt und sicher frei von Viren sind.

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