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Corona-Krise Plasma macht benutzte Schutzkleidung wiederverwendbar

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

In der weltweiten Corona-Pandemie werden Schutzmasken und Schutzkleidung immer knapper. Das Desinfektionsverfahren mit Plasma kann dabei helfen, bereits benutzte Schutzkleidung zu desinfizieren und ein weiteres Mal nutzbar machen.

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Benutzte Atemschutzmasken und Schutzbrillen werden von Lukas Krapf von der Bayerisches-Rotes-Kreuz-Schnelleinsatzgruppe CBRN(E) zur Wiederaufbereitung in die Anlage gelegt.
Benutzte Atemschutzmasken und Schutzbrillen werden von Lukas Krapf von der Bayerisches-Rotes-Kreuz-Schnelleinsatzgruppe CBRN(E) zur Wiederaufbereitung in die Anlage gelegt.
(Bild: Plasmatreat )

Plasmatreat ist Spezialist in der atmosphärischen Plasmaforschung und -anwendung. Die Plasmatechnologie ist vielfach einsetzbar und könnte in der derzeitigen Corona-Pandemie, in der ein Mangel an Schutzmasken und Schutzkleidung herrscht, die Lösung sein. Die Idee: Einweg-Schutzkleidung durch ein sicheres und einfaches Verfahren zu desinfizieren. Der eigentliche Wegwerfartikel kann dann ein weiteres Mal benutzt werden.

Wie funktioniert Plasma?

Plasma entsteht, wenn Luft und Hochspannung zusammenkommen – z.B. wenn es beim Gewitter blitzt. Das Licht des Blitzes besteht aus reinem Plasma, einer gasförmige Materie.

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Plasma zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass es mit Hilfe eines speziellen Verfahrens desinfiziert. Selbst besonders stabile multiresistente Keime lassen sich mit Plasma abtöten – so die Ergebnisse jahrelanger Forschung im mikrobiologischen Labor im Plasmatreat-Technologiezentrum.

Wird das Plasma in der Corona-Krise erfolgreich angewendet, könne es die Forschung bei Plasmatreat vorantreiben und das noch ausstehende Zulassungsverfahren beschleunigen. „Noch befinden wir uns in einem Graubereich. Wir wissen, dass unser Verfahren wirkt und haben auch ausreichend Beweise – zugelassen ist das Verfahren aber noch nicht. Dieser Prozess dauert unglaublich lang!“, erklärt Geschäftsführer Christian Buske.

Herkömmliche Desinfektionsmöglichkeiten sind im Kampf gegen Viren wie Ebola oder Corona sehr begrenzt. Die Gründe sind vielfältig:

  • Transportprobleme
  • Nachschubschwierigkeiten
  • begrenzte Haltbarkeit
  • nicht überall anwendbar
  • häufig sind es chemische Keulen und textilschädigend

Ein Prototyp eines Reinigungsautomaten wird derzeit bereits vom Bayrischen Roten Kreuz eingesetzt, in der technischen Uniklinik München befindet sich ein weiterer Automat in der klinischen Testphase und auch die amerikanische Yale Universität hat Interesse bekundet.

Leitungswasser wird mit Plasma zum Desinfektionsmittel

Plasmatreat arbeitet an weiteren Lösungen im Bereich der Desinfektion. So kann beispielsweise Leitungswasser mit Plasma bereichert werden und dadurch zum einfachen Desinfektionsmittel werden. Auch hier laufen im Plasmatreat-Technologiezentrum seit Jahren die Versuchsreihen. Für Buske und sein Team bestätigt sich derzeit die über dem Unternehmen schwebende Vision: „Plasma hilft uns, Innovation mit Nachhaltigkeit zu verbinden und die Welt ein bisschen sicherer zu machen“.

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