Projekt

Pimp my Bike: Studenten entwickeln die intelligente Fahrradpedale

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Das Smart Faraday-Pedal erfasst zahlreiche am Fahrrad messbare Daten und lädt diese selbstständig ins Internet.
Das Smart Faraday-Pedal erfasst zahlreiche am Fahrrad messbare Daten und lädt diese selbstständig ins Internet. (Bild: SmartFaraday)

Freiburger Studenten haben mit dem Prototypen Smart Faraday ein intelligentes und energieautarkes Fahrradpedal entwickelt, das sich problemlos an jegliche Fahrradmodelle anbringen lässt und auch Fahrräder der alten Generation intelligent werden lässt. Für ihre Entwicklung haben sie den ersten Platz des Studentenwettbewerbs Cosima belegt.

Freiburg ist neben Münster eine der Radler-Städte Deutschlands. Um noch mehr Fahrradfahrer auf Freiburgs Straßen zu bringen, möchten die Studenten Ann-Kathrin Leiting, David Stork, Konstantin Hoffmann und Dominik Ledere die Fahrräder künftig smart machen. Dazu haben sie den Prototypen Smart Faraday entwickelt, ein intelligentes und energieautarkes Fahrradpedal, das sich problemlos an jegliche Fahrradmodelle anbringen lässt und auch Fahrräder der alten Generation intelligent werden lässt.

Daten per Smartphone in Echtzeit auslesen

Das Smart-Faraday-Pedal erfasst zahlreiche am Fahrrad messbare Daten und lädt diese selbstständig ins Internet. Der Radler hat die Möglichkeit, alle Daten wie Leistung (Tretkraft), Geschwindigkeit und Position auf einer Webseite oder per Smartphone in Echtzeit auszulesen. Die Energie für die Messungen erzeugt der Fahrer durch das Treten des Pedals selbst. Die flächendeckende Internetanbindung ermöglicht weitere Sicherheitsanwendungen wie Diebstahlschutz und Notfallkontaktierung bei einem Unfall. Damit hat das Team der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg die Jury des Studentenwettbewerbs Cosima überzeugt und den ersten Platz und ein Preisgeld von 1.000 Euro gewonnen. Seit 2009 veranstaltet der VDE mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) den Wettbewerb, bei dem Studierende von Fachhochschulen und Hochschulen im deutschsprachigen Raum Ideen für neue Einsatzmöglichkeiten von Mikrosystemen entwickeln.

Intelligenter Stichheiler erhält Sonderpreis

Über einen weiteren mit 1.000 Euro dotierten ersten Platz, den Sonderpreis der Pepperl + Fuchs GmbH, freuten sich Lukas Liedke, Armin Meyer, Christof Reuter und Stefan Hotz vom Karlsruher Institut für Technologie. Ihr Projekt "heat_it", ein intelligenter Stichheiler, kommt bei Mücken- oder anderen Insektenstichen zum Einsatz. Er lindert durch den Einsatz von Wärme, lässt sich am Schlüsselbund tragen und wird durch die Verbindung mit dem Smartphone intelligent. Eine App warnt vor besonders großem Mückenaufkommen.

Sicherungsgerät "EM-Kindersicherung" schützt vor giftigen Substanzen

Platz zwei mit 750 Euro Preisgeld belegten Ida Blum, Yannick Bendel, Nils Demuth, Patrick Weifenbach, Hendrik Kaiser, Tobias Niewalda und Marcus Brabender von der TU Darmstadt. Mit ihrem Sicherungsgerät "EM-Kindersicherung" für Flaschen möchten sie verhindern, dass Kleinkinder in Kontakt mit Reinigungsmitteln oder anderen giftigen Substanzen kommen. Gerade im Privathaushalt kommt es häufig zu Vergiftungen oder Verätzungen von Kindern. Das Sicherungsgerät wird mittels elektrothermischer Aktoren am Flaschenkopf angebracht und ermöglicht über ein zusätzliches Gerät mit einer NFC-Schnittstelle eine zugriffsbeschränkte Nutzung.

Selbstständig balancierendes Fahrrad

Platz drei und ein Preisgeld von 500 Euro erhielten Sarah Eisenkolb, Maike Akermann und Felix Heller von der Hochschule Karlsruhe, Technik und Wirtschaft für ihre Idee eines selbstständig balancierenden Fahrrads. Mit ihrem "Self-Balancing Bike" möchten sie dem Fahrer kurze Zwischenstopps, wie etwa den Gang zum Bäcker, ermöglichen, ohne das Fahrrad extra parken zu müssen. Mit ihrem Mikrosystem möchten sie speziell E-Bikes aufrüsten.

Die vier Gewinnerteams haben sich auch für den internationalen Wettbewerb iCan 2018 qualifiziert. Vom 24. bis 27. Juni 2018 treffen sie in Hongkong mit ihren Projekten auf Teams aus der ganzen Welt.

Cosima steht für Competition of Students in Microsystems Applications. Beim Wettbewerb entstehen innovative Anwendungen und Konzepte bereits existierender mikrosystemtechnischer Komponenten. Die Aufgabenstellung reicht von der wirtschaftlichen Planung über die Projektdurchführung bis zur Öffentlichkeitsarbeit. Aus aussichtsreichen Konzepten entwickeln die Teams dann einen Prototyp. Mikrosysteme sind vielfältig einsetzbar und setzen sich meist aus einem oder mehreren Sensoren, Aktoren und einer Steuerungselektronik zusammen. (jup)

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