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3D-Druck

PEEK-Filament für 3D-gedruckte Medizinprodukte

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Das Karlsruher Startup Indmatec hat PEEK als Filament für FDM/FFF-3D-Drucker auf den Markt gebracht. Seine medizinische Verwendbarkeit wurde jetzt in der Klasse IIa für Medizinprodukte offiziell zertifiziert.

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“PEEKmed“ Filament der Klasse IIa ist einsetzbar für verschiedene medizinische, dentale und chirurgische Anwendungen.
“PEEKmed“ Filament der Klasse IIa ist einsetzbar für verschiedene medizinische, dentale und chirurgische Anwendungen.
(Bild: Indmatec)

3D-Druck Das “PEEKmed“ Filament der Klasse IIa ist einsetzbar für verschiedene medizinische, dentale und chirurgische Anwendungen. Zudem lässt sich das Filament im Prototyping für medizinische Produkte wie Prothesen und Zahnersatz verwenden. Durch die Kombination aus dem Hochleistungspolymer für medizinische Zwecke und der 3D-Druck-Methode „Fused Filament Fabrication“ (FFF) können geometrisch anspruchsvolle und aufwendige Objekte, wie Sekundärkronen, Gerüste, Implantate oder spezielle Werkzeuge jetzt kostengünstig, schnell und unkompliziert hergestellt werden.

"Knochenverträglicher" als herkömmliche Metallimplantate

PEEK (Polyetheretherketon) selbst wird schon seit längerer Zeit im medizinischen sowie zahnmedizinischen Sektor verwendet. Gründe für die besondere Eignung sind sein geringes Gewicht und eine hohe Abriebfestigkeit. PEEK ist zudem "knochenverträglicher" als herkömmliche Metallimplantate. Bei diagnostischen Untersuchungen wie Röntgen erweist es sich als wenig störend und muss in der Regel nicht umständlich entfernt werden. Die PEEK-Implantate werden derzeit noch mit traditionellen, kostenintensiven und zeitraubenden Fertigungsverfahren hergestellt. Mit der Zertifizierung des Materials als Medizinprodukt für den 3D-Druck können PEEK-Teile bald in jedem Krankenhaus und Dentallabor schnell und wirtschaftlich gefertigt werden.

Passend zum PEEK-Filament hat Indmatec die 2. Generation seines speziell für Hochleistungspolymere entwickelten FFF 3D-Druckers, den “HPP 155“, im Programm. Nach der Zertifizierung des PEEK Filaments wird Indmatec in Kürze auch den FFF 3D-Drucker „HPP 155“ in einer speziellen Variante für den medizinischen Gebrauch auf den Markt bringen.

„Neben PEEK im “technical grade“ verarbeitet der HPP 155 weitere Hochleistungsfilamente, die wir für die Industrie entwickeln. Dazu zählt unter anderem PVDF (Polyvinylidene Fluoride)", berichtet Tony Tran-Mai, einer der Gründer und Geschäftsführer des Karlsruher Unternehmens, nicht ganz ohne Stolz, von den Alleinstellungsmerkmalen des neuen 3D-Druckers. „Denn PEEK als Filament für den 3D-Drucker eignet sich längst nicht nur für medizinische Aufgabenstellungen.“

PEEK-Schmelzpunkt liegt bei 343°C

Nachdem es Indmatec im vergangenen Jahr gelungen war, PEEK mit dem FFF Verfahren 3D-druckfähig zu machen und den passenden FFF-3D-Drucker zu bauen, zeigen sich auch viele andere Industriebereiche hoch interessiert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das PEEK-Filament besitzt eine hohe mechanische Steifigkeit und Abriebfestigkeit, sowie eine hohe chemische Beständigkeit. Ein besonderer Vorteil, der dieses Polymer gegenüber allen anderen FFF-Materialien so einzigartig und begehrenswert macht, ist seine Temperaturbeständigkeit. Sein Schmelzpunkt liegt bei 343°C. Aufgrund der metallähnlichen Eigenschaften und seiner Eignung für Bauteile in Leichtbauweise sind die PEEK-3D-Druck Lösungen von Indmatec optimal einsetzbar für industrielle Zwecke. (jup)

Medtec Europe 2016: Halle 5, Stand 5D76

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