Reibschweißen Neues Torsional-Reibschweißverfahren schont empfindliche Bauteile

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Der Spezialist für Ultraschallschweißen Telsonic hat ein neues Ultraschall-Reibschweißverfahren für Kunststoffe vorgestellt. Das torsionale Reibschweißen belastet die Teile wesentlich weniger als herkömmliche Verfahren und ergibt zugleich größere Festigkeiten. Das macht das Verfahren sehr interessant für das Dichtschweißen von Gehäusen mit innen liegenden Elektronikbauteilen oder für das Schweißen von dünnen Teilen. Außerdem ist es unempfindlich gegen Störmedien und kann ideal für das Verschweißen befüllter Teile verwendet werden.

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„Die Teilebelastung beträgt nur noch etwa zehn Prozent gegenüber herkömmlichem Ultraschallschweißen“, berichtet Georg Lang, Geschäftsführer von Telsonic Deutschland. „Wir haben für die Automobilindustrie Sensoren in Kunststoffgehäusen aus mit Glasfaser gefülltem Polyamid dicht verschweißt, ohne dass die hochempfindliche Elektronik darunter gelitten hat. Dabei hat das Verfahren seine sehr hohe Prozesssicherheit und geschwindigkeit bewiesen.“

Auch mit Medien befüllte Kunststoffteile, wie Dämpfer, oder schlanke, dünnwandige Teile sollen mit dem neuen torsionalen Reibschweißverfahren des Herstellers sicher und schonend verschweißt werden können.

Ultraschall-Reibschweißen eignet sich für viele Aufgaben

Das neue torsionale Verfahren kombiniert Ultraschallschweißen und Reibschweißen und eignet sich für das Fügen von Kunststoffen, aber auch für das Bördeln, Nieten, Trennen oder Feinumformen sowie für das Maß- und Formkalibrieren von Funktionsflächen. Die sehr geringe Belastung der zu verschweißenden Teile schont empfindliche Elektronikbauteile. Außerdem tritt kein Membraneffekt auf, sodass sich auch Filtermembrane und andere dünne Teile wie Folien damit verschweißen lassen.

„Bei Folien ist kaum Kerbeffekt und Materialverdünnung erkennbar“, betont Lang. „Das macht das Verfahren vor allem auch für die Medizintechnik hoch interessant.“ Darüber hinaus sei das Verfahren unempfindlich gegenüber Störmedien in der Schweißnaht. Wasser, Fett, Silikon, Öl oder anderes könnten das Ergebnis nicht negativ beeinflussen, so der Hersteller.

Sichere Ergebnisse in sensiblen Bereichen

Der Automobilzulieferer ist jedenfalls mit den Ergebnissen zufrieden. Täglich werden 50 000 Sensoren mit dem neuen Verfahren dicht verschweißt. Die Qualitätskontrolle findet heute praktisch keine Fehlteile mehr. Andere Hersteller befestigen die Rückfahrsensoren der Parktronik in der Stoßstange und sind froh, dass die Sensoren absolut sicher halten und sich nicht nach ein paar Schlaglöchern in der Stoßstange wiederfinden. „Sogar das Einschweißen der Halter in bereits lackierte Stoßstangen ist möglich, ohne dass an der Außenseite irgendetwas zu erkennen sei“, betont Lang. Und bei Öldämpfern für Möbelteile sorgt das Verfahren für sichere Ergebnisse, ohne dass die Flüssigkeit ausläuft.

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