Elektro-Kleinwagen Neue Hinterachse löst Platz- und Reichweitenproblem

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Je kleiner ein E-Auto, desto weniger Platz steht für die Batterie zur Verfügung. Entsprechend ist auch die Reichweite begrenzt. Wissenschaftler der Universität Siegen haben nun eine Mehrlenker-Torsionsachse für Elektro-Kleinwagen entwickelt, die das Platzproblem löst und damit 35 Prozent mehr Reichweite verspricht.

Jens Olschewski (li.) und Prof. Dr.-Ing. Xiangfan Fang (re.) vom Lehrstuhl für Fahrzeugleichtbau der Universität Siegen mit dem Prototyp der neuartigen Hinterachse.
Jens Olschewski (li.) und Prof. Dr.-Ing. Xiangfan Fang (re.) vom Lehrstuhl für Fahrzeugleichtbau der Universität Siegen mit dem Prototyp der neuartigen Hinterachse.
(Bild: Andreas Göbel)

Speziell bei kleineren E-Autos steht die begrenzte Reichweite in der Kritik. Eine Innovation des Lehrstuhls für Fahrzeugleichtbau der Universität Siegen könnte dies bald ändern. Professor Dr.-Ing. Xiangfan Fang und sein Team haben eine neue Hinterachse aus Stahl für batteriebetriebene Kleinwagen entwickelt, die in der Karosserie mehr Raum für die Batterie lässt. So können größere Antriebsbatterien eingebaut werden, wodurch sich die Reichweite der Autos um 35 Prozent steigern lässt – das entspricht rund 115 Kilometern.

Wie die Universität Siegen mitteilt, wurde die neue Hinterachse im Rahmen des Forschungsprojektes „E-MLTA“ (Entwicklung und Erprobung einer bauraumsparenden Mehrlenker-Torsionsachse) zusammen mit Ford, VW und weiteren Projektpartnern entwickelt. Prof. Fang erläutert: „Wir haben die Hinterachse ‚umgedreht‘ und den Querträger der Achse so nach hinten, in Richtung Kofferraum verlagert. Damit vergrößert sich nach vorne die Fläche, die unter dem Auto für die Batterie zur Verfügung steht.“ Zusätzlich wurden Anpassungen an mehreren Lenkern und Gelenken vorgenommen und die neue Achse am Computer simuliert sowie virtuell in die Karosserie integriert.

Diverse Tests im Prüfstand sowie auf einer Teststrecke bewiesen nach Angabe der Universität Siegen den gleichen Komfort und Sicherheit des Fahrzeugs wie mit herkömmlicher Hinterachse. Bei der Fahrdynamik schnitt der Testwagen in einigen Punkten leicht schlechter ab. Diese geringe Differenz werde aktuell mit einem verbesserten Konzept kompensiert. Parallel sollen Gespräche mit mehreren Autoherstellern laufen, um die Hinterachse serienmäßig in Elektro-Kleinwagen einzubauen.

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