Medizintechnik

Motoren für Tischzentrifugen

| Redakteur: Sandra Häuslein

Tischzentrifugen müssen bei hohen Drehzahlen leise arbeiten und wenig Energie verbrauchen – dafür ist geeignete Antriebstechnik gefragt.
Tischzentrifugen müssen bei hohen Drehzahlen leise arbeiten und wenig Energie verbrauchen – dafür ist geeignete Antriebstechnik gefragt. (Bild: ©toeytoey - stock.adobe.com)

Groschopp entwickelt kundenspezifische Motoren für Zentrifugen. Das Ziel ist, eine größtmögliche Leistung bei leisem Lauf und geringem Energieverbrauch zu erreichen.

Die grundsätzliche Funktionsweise einer Zentrifuge ist schnell erklärt: Durch schnelles Schleudern trennt sie die Bestandteile von Suspensionen und Emulsionen. Benötigt werden solche Geräte sowohl in medizinischen Laboren als auch in der Forschung – zum Beispiel für die Untersuchung von Blutproben und Zellkulturen oder in der Mikro- und Molekularbiologie. Auf dem Markt erhältlich sind größere Standzentrifugen oder Tischmodelle mit einer kleinen Stellfläche.

Induktionsmotoren und Synchron-Reluktanzmotoren

Ein typischer Antrieb für Tischzentrifugen sind Induktionsmotoren. Denn deren Wellenlager sind die einzigen Verschleißteile, daher ist diese Antriebslösung nahezu wartungsfrei. Zudem lassen sich Induktionsmotoren einfach durch Frequenzumrichter regeln. Eine Alternative sind die ebenfalls wartungsfreien, sehr kompakten Synchron-Reluktanzmotoren. Sie erreichen hohe Beschleunigungen und besitzen einen hohen Wirkungsgrad. Allerdings sind bei diesen Antriebsmodellen spezielle Umrichter für die Regelung nötig. Kommutatormotoren hingegen lassen sich einfach und kostengünstig regeln. Jedoch ist aufgrund des Bürstenverschleißes eine regelmäßige Wartung unabdingbar. Daher werden diese Antriebe heute nur noch selten eingesetzt.

Motoren für Zentrifugen müssen kompakt sein, hohe Drehzahlen erreichen sowie möglichst leise und vibrationsarm laufen.
Motoren für Zentrifugen müssen kompakt sein, hohe Drehzahlen erreichen sowie möglichst leise und vibrationsarm laufen. (Bild: Groschopp)

Egal, welchen Motortyp der Anwender wählt – die Antriebslösung muss den speziellen Anforderungen der jeweiligen Zentrifuge entsprechen. Entscheidend ist, dass sie die benötigten Drehzahlen zuverlässig erreicht. In regulären Tischzentrifugen sind dies durchaus bis zu 26.000 min–1. Dabei dürfen die Geräte jedoch nicht zu heiß werden, um die empfindlichen Proben nicht zu beschädigen. „Daher verfügen viele Zentrifugen über eine aktive Kompressorkühlung“, erklärt Wolf Meyer, Produktmanager bei der Groschopp Vertriebsgesellschaft. Auch durch eine individuelle Auslegung der Wicklung, die insbesondere die magnetischen Eigenschaften, Wirkungsgrad und Leistungsfaktor des Motors sowie Umgebungstemperaturen berücksichtigt, lässt sich die Motorerwärmung verringern und gleichzeitig der Energieverbrauch minimieren.

Was ist Medizintechnik? Definition, Beispiele und Karriere!

Medizintechnik

Was ist Medizintechnik? Definition, Beispiele und Karriere!

19.02.18 - Die Medizintechnik ist eine stark regulierte, aber auch stetig wachsende Branche. Wie entstehen medizintechnische Produkte? Welche Adressen und vor allem Regularien muss man kennen? Wo kann man Medizintechnik studieren? lesen

BUCHTIPPDas Buch „Praxishandbuch Antriebsauslegung“ hilft bei der Auswahl der wesentlichen Bestandteile elektrischer Antriebssysteme: Motor, Getriebe, Stellgerät, Netzversorgung sowie deren Zusatzkomponenten. Auch auf die Berechnung wird intensiv eingegangen.

Kompakte Motoren sind gefragt

Weil Tischzentrifugen in Bezug auf eine möglichst geringe Stellfläche konzipiert sind, sind kompakte Motoren gefragt. Dabei ist vor allem die Gerätehöhe ein kritischer Faktor – schließlich stehen die Zentrifugen oft erhöht auf einem La-bortisch, damit sie sich bequem be- und entladen lassen. Bei senkrechtem Einbau der Motoren bedeutet dies für die Bauform: kurz mit großem Durchmesser statt lang und schlank.

Die Anforderungen an Tischzentrifugen sind vielfältig und lassen sich in seltenen Fällen mit Motoren „von der Stange“ abdecken. Groschopp bietet kundenindividuelle Sonderantriebe.
Die Anforderungen an Tischzentrifugen sind vielfältig und lassen sich in seltenen Fällen mit Motoren „von der Stange“ abdecken. Groschopp bietet kundenindividuelle Sonderantriebe. (Bild: Groschopp)

Ein Labor ist keine Produktionshalle – dementsprechend leise und vibrationsarm sollten die Motoren laufen. Erreichen lässt sich das unter anderem durch ein schweres, massives Motorgehäuse, das nur geringe Eigenschwingungen zulässt. Hierbei spielt auch die Materialverteilung – zum Beispiel die Ausbildung der Flansche – eine große Rolle. Hilfreich ist auch eine geringe Wellendurchbiegung. Sie wird durch einen möglichst kleinen Lagerabstand erreicht. Einen erhöhten Rundlauf gewährleisten die Experten von Groschopp beispielsweise durch eine definierte Wuchtgüte. Eine minimierte Restunwucht sorgt dafür, dass der Motor das System nicht zusätzlich anregt. „All diese Maßnahmen müssen durch Messungen in der Zentrifuge verifiziert werden“, so Wolf Meyer. „Nur so lässt sich der Motor für die jeweilige Zentrifuge optimieren.“

Die Anforderungen an Tischzentrifugen sind vielfältig und lassen sich in seltenen Fällen mit Motoren „von der Stange“ abdecken. Als Anbieter von Sonderantrieben verfügt Groschopp über das nötige Know-how, um passende Lösungen zu konzipieren. Das belegt die langjährige erfolgreiche Arbeit für renommierte Zentrifugen-Hersteller. (sh)

Kleine Helfer in der Labortechnik

Kleinkupplung

Kleine Helfer in der Labortechnik

11.04.18 - Kleinste Abmessungen, minimales Trägheitsmoment und angepasste Materialien sind zentrale Forderungen an Kleinkupplungen. Die Anforderungen sind aber unterschiedlich. lesen

Individuelle Antriebe für die Medizintechnik

Antrieb

Individuelle Antriebe für die Medizintechnik

12.10.17 - A-Drive unterstützt Medizintechnik-Hersteller bei der Auswahl und Auslegung geeigneter Produkte sowie bei der Zusammenstellung des abgestimmten Antriebspaketes. lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45517980 / Antriebstechnik)